Tennis US-Open
Del Potro lässt Nadal keine Chance

Rafael Nadal kam im Halbfinale der US Open gegen Juan Martin del Potro böse unter die Räder. Der Argentinier machte beim 6:2, 6:2, 6:2 kurzen Prozess und steht nun im Finale.

Der Argentinier Juan Martin Del Potro hat Rafael Nadal im Halbfinale der US Open überrollt und damit den Traum des Spaniers vom ersten Titel beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres platzen lassen. Der schon seit Monaten vom Verletzungspech verfolgte Nadal hatte gegen seinen Angstgegner beim 2:6, 2:6, 2:6 nach 2:20 Stunden Spielzeit keine Chance. Nach einer der bittersten Lehrstunden seiner Karriere muss Nadal damit weiter auf die Komplettierung seiner Grand-Slam-Sammlung (6 Titel) warten.

Bis auf das Turnier in New York hat der frühere Weltranglistenerste bereits jedes der großen Tournaments mindestens einmal gewonnen. "Natürlich bin ich enttäuscht, aber der Karriere-Slam bleibt natürlich ein wichtiges Ziel. Ich habe die Muskelverletzung schon seit einigen Wochen. Sie hat mich behindert, aber das soll keine Entschuldigung sein. Juan war heute einfach viel besser", sagte Nadal.

Del Potro erstmals in einem Grand-Slam-Finale

Der 20-jährige Del Potro ("Das war das beste Spiel meiner Karriere") steht nach dem dritten Sieg in Folge gegen Nadal zum ersten Mal in einem Grand-Slam-Endspiel. Dort trifft der Weltranglistensechste am Montag auf den Gewinner der Partie zwischen Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) und dem Serben Novak Djokovic. Wegen heftiger Regenfälle in den letzten Tagen hatten die US Open zum zweiten Mal in Serie und zum insgesamt 13. Mal verlängert werden müssen. Der Sieger des letzten Majors des Jahres kassiert 1,6 Mill. Dollar.

Der 23 Jahre alte Nadal, der nach zweimonatiger Pause wegen Knieblessuren erst vor knapp vier Wochen auf die Tour zurückgekehrt war, wirkte im Duell gegen Del Potro deutlich gehandicapt. Bereits nach drei Spielen im zweiten Satz hatte er mehr einfache Fehler fabriziert als im gesamten Viertelfinale gegen den Chilenen Fernando Gonzalez (7:6, 7:6, 6:0) am Tag zuvor.

Bauchmuskel bremst Nadal

Schon seit dem Turnier in Cincinnati hatte sich Nadal mit einer hartnäckigen Bauchmuskelzerrung herumgeplagt. Auch in New York war er während der Spiele von einem Physiotherapeuten an der schmerzenden Stelle behandelt worden. "Es war sehr schwierig für Rafa. So eine Verletzung beeinträchtigt natürlich sein Spiel", meinte sein Trainer und Onkel Toni Nadal.

Ein großes Pflaster auf dem Bauch sollte Abhilfe schaffen. Doch vor allen Dingen die Länge in Nadals Schlägen und die gewohnte Härte seiner Aufschläge fehlte, was der konstant spielende Del Potro gnadenlos ausnutzte. In allen Sätzen breakte er den Melbourne-Sieger von 2009 jeweils zweimal. Damit geht für Nadal eine emotionale Saison mit einigen Rückschlägen zu Ende. Bei den Australian Open mit dem Turniersieg gegen den großen Rivalen Federer ideal gestartet, musste er als Titelverteidiger Wimbledon wegen seiner Knieverletzung schweren Herzens absagen. "Die Zeit war nicht einfach", gestand Nadal.

Del Potro dagegen setzte damit seine kontinuierliche Weiterentwicklung fort. Im Frühling hatte er bei den French Open in Paris erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale gestanden - und dort nur knapp in fünf Sätzen gegen den späteren Sieger Federer verloren.

© SID

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