Tennis US-Open
Grönefeld: "Ich schwebe auf einer Wolke"

Anna-Lena Grönefeld ist als erste Qualifikantin seit Anna Kurnikowa 1996 in das Achtelfinale der US Open eingezogen. Gegen Alize Cornet (Frankreich) gewann die 23-Jährige 6:4, 7:5.

Anna-Lena Grönefeld hat als erste Qualifikantin seit Anna Kurnikowa 1996 das Achtelfinale der US Open erreicht. Die Nordhornerin bezwang die an Nummer 17 gesetzte Französin Alize Cornet mit 6:4, 7:5. In der Runde der letzten 16 trifft die 23-Jährige, die erstmals seit Mai 2006 wieder in die Runde der letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier einzog, auf Dinara Safina aus Russland.

"Ich schwebe auf einer Wolke und genieße alles sehr. Zeitweise habe ich gespielt wie von einem anderen Stern", erklärte die einzig noch im Feld verbliebene deutsche Hoffnungsträgerin nach dem imponierenden Comeback im Big Apple.

Höhepunkt einer erstaunlichen Rückkehr

Der größte Erfolg seit über zwei Jahren ist der vorläufige Höhepunkt der erstaunlichen Rückkehr Grönefelds ins Rampenlicht. Erst im Mai war die Weltranglisten-141. nach einer neunmonatigen Auszeit wieder in den Profizirkus eingestiegen. Der Grund für den zwischenzeitlichen Rückzug waren physische und psychische Probleme nach der Trennung von ihrem dominanten Coach Rafael Font de Mora gewesen. "Das ist aber abgehakt. Ich habe jetzt ein Leben außerhalb des Platzes. Ich bin glücklich, habe wieder Selbstvertrauen und spiele freier auf", sagte Grönefeld.

Mit enormer Nervenstärke und knallharten Grundlinienschlägen hatte sie gekontert, nachdem sie im zweiten Satz eine 5:0-Führung und drei Matchbälle vergeben hatte. "Das macht diesen Erfolg sehr wertvoll. Es war ein großer Sieg", sagte Grönefeld, der 40 direkte Punkte gelangen. Im Achtelfinale wolle sie "da rausgehen und Spaß haben." Dass sie Safina schon geschlagen habe, helfe dabei sicher.

Ein weiteres Indiz für ihr zurückgewonnenes Selbstvertrauen ist die Tatsache, dass sie in New York die aktuelle Liste der härtesten Aufschlägerinnen mit 206 km/h vor Wimbledonsiegerin Venus Williams (USA) anführt.

"Auf dem Platz zählen keine Ranglisten"

Für Grönefelds Trainer Dirk Dier ist der Erfolg in Flushing Meadows kein Wunder. "Es zeigt sich, dass unsere Planung aufgegangen ist", meinte der Ex-Profi mit Blick auf die vergangenen Monate. Nach ihrer Auszeit, in der Grönefeld unter anderem ihre erste eigene Wohnung in Saarbrücken bezog, sammelte sie mit vier Erfolgen auf der ITF-Tour die nötige Matchpraxis. Auch vom zwischenzeitlichen Absturz bis auf einen Weltranglistenplatz jenseits der Top 400 ließ sich die einstige Nummer 14 (April 2006) nicht entmutigen.

Dier ist derweil überzeugt, dass der Höhenflug von Grönefeld gegen Safina nicht enden muss. "Auf dem Platz zählen keine Ranglisten, da ist alles möglich", betonte der Trainer. Im direkten Vergleich führt Grönefeld sogar 2:1. Mit Rückblicken will sich die 1,80-m-Hünin aber ohnehin nicht mehr beschäftigen. Vielmehr genießt sie nach den Erfahrungen der Vergangenheit "das neue Ich". Grönefeld: "Ich laufe nicht mehr herum wie ein Roboter, sondern treffe eigene Entscheidungen."

© SID

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