Tennis US-Open
Grönefeld zieht sich selbst ins Tief

Sie haderte mit sich selbst, meckerte und brachte ihren Coach mit diesem Auftritt dazu, vorzeitig die Tribüne zu verlassen. Das frühe Aus bei den US Open ist ein neuer Tiefpunkt für Anna-Lena Grönefeld.

Im Gesicht von Anna-Lena Grönefeld waren am Ende eines traurigen Arbeitstages deutlich die Spuren der Enttäuschung abzulesen, als sie in den Katakomben des riesigen Arthur-Ashe-Stadions vor der Presse saß. Verdaut war die bittere Dreisatzpleite gegen die Französin Aravane Rezai in der ersten Runde der US Open dabei noch lange nicht. "Ich war favorisiert. Es ist ärgerlich, dass ich verloren habe", meinte Deutschlands derzeit beste Tennisspielerin und fügte hinzu: "Man kann das wohl Tief nennen. Und wenn man da erstmal drin ist, dann ist es umso schwerer, wieder rauszukommen."

Nach einem Auf und Ab der Gefühle hatte Grönefeld am Ende mit 6:2, 0:6, 4:6 gegen Rezai den Kürzeren gezogen. Erst spielte sie überlegen und konzentriert, dann lief plötzlich nichts mehr zusammen, Grönefeld begann zu hadern. Rezai wurde besser und schließlich war die Deutsche machtlos. Es war wie in der ganzen Saison, in der die Palette vom ersten Turniersieg in Acapulco sowie dem Viertelfinal-Einzug bei den French Open bis zu sechs Erstrunden-Niederlagen reicht, darunter in Wimbledon und jetzt in New York.

Auch Mentalcoach hilft nicht

"Jeder möchte doch gegen dich gewinnen, wenn du erstmal Erfolge hast", sagt Grönefeld, und so macht ihr vor allem der eigene Kopf immer wieder einen Strich durch die Rechnung. "Ich habe schon viel mit einem Mentalcoach ausprobiert und bin offen darauf zugegangen. Aber bis jetzt war das noch nicht das Richtige und hat noch nicht gefruchtet", bekennt sie. Auch gegen Rezai sei sie im zweiten Satz "negativ" gewesen, habe zu viel geschimpft und mit sich selbst gemeckert.

Ihr Trainer Rafael Font de Mora zog daraus seine ganz eigene Konsequenz und verließ nach dem zweiten Durchgang kurzerhand die Tribüne. "Ich weiß, warum er gegangen ist. Es gefällt ihm nicht, wenn ich mit so einer Einstellung spiele", erklärte Grönefeld. Der nicht unumstrittene Spanier Font de Mora, in dessen Tennisakademie in Scottsdale/Arizona Grönefeld trainiert und lebt, ist als hart und kompromisslos bekannt und deshalb auch schon desöfteren mit Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner aneinandergeraten.

Drei Doppelfehler zum entscheidenden Break

Für Grönefeld, die in ihrem entscheidenden Aufschlagspiel des dritten Satzes gleich drei Doppelfehler produzierte und Rezai damit den Weg zu Break und Sieg freimachte, war der leere Platz auf der Tribüne indes kein Problem. "Rafael macht das ja, damit ich besser werde. Und schließlich ist Tennis ein Einzelsport. Ich muss es selber schaffen", sagte die Blondine.

© SID

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