Tennis US-Open
Haas gegen Grosjean über die volle Distanz

Nach fünf Sätzen und drei Stunden 17 Minuten hat es Tommy Haas endlich geschafft. Gegen den Franzosen Sebastien Grosjean gewann der Deutsche 6:2, 6:4, 3:6, 4:6, 6:3 und zog ins Achtelfinale der US Open ein.

Nach 3:17 Stunden Schwerstarbeit hat Tommy Haas das Achtelfinale der 127. US Open in New York erreicht. Der 29 Jahre alte Weltranglistenzehnte, der wegen seiner Beschwerden in der rechten Schulter zwischen seinen Spielen kaum noch trainiert, verspielte gegen den Franzosen Sebastien Grosjean eine 2:0-Satzführung, kämpfte sich aber mit einem 6:2, 6:4, 3:6, 4:6, 6:3 dann doch noch bis ins Achtelfinale.

US-Amerikaner Blake wartet

Haas muss sich steigern. Bislang hatte er in New York auch ein wenig Glück mit der Auslosung, Grosjean als Nummer 78 der Welt war auf dem Papier der bislang stärkste Gegner. Nun kommen die härteren Brocken. Im Achtelfinale trifft der gebürtige Hamburger auf den New Yorker James Blake, der sich nach einer Nachtschicht erst um 1.04 Uhr morgens 6:4, 3:6, 7:6 (7:4), 6:1 gegen den Österreicher Stefan Koubek durchsetzte. "Guter Spieler, starke Vorhand, sehr schnell", lautet das Urteil von Haas über die Nummer sechs der Weltrangliste. Im direkten Vergleich der beiden führt Blake mit 3:1 Siegen.

Gegen Grosjean spielte Haas phasenweise beeindruckend, gewann die ersten beiden Sätze, brach dann im dritten Durchgang ein, riss sich nochmal zusammen und gewann nach 3:17 Stunden. "Erst lief das Spiel genau so, wie ich es mir vorgestellt haben", sagte Haas, "aber dann habe ich das Spiel etwas verloren, und das ging mir auf die Nerven". Grund zur Panik habe nicht bestanden, auch nicht nach dem Satzausgleich: "Ich habe nie aufgehört zu glauben, dass ich das Spiel noch gewinne."

Tatsächlich ließ Haas so viele Chancen ungenutzt, dass er fast dafür bestraft worden wäre. "Manchmal sieht man sich hinterher und denkt sich, warum man in manchen Situationen so reagiert und nicht anders", sagte der 29-Jährige, darüber hinaus aber sei er stolz auf sich, "weil ich die Ruhe bewahre". Nicht den Kopf zu verlieren, das war gegen Grosjean eine Kunst für sich: Von 24 Breakbällen konnte Haas nur fünf nutzen, sonst wäre es viel schneller gegangen. Aber das war ihm "egal, weil ich am Ende gewonnen habe".

Schulterbeschwerden plagen Haas

Das alles ist umso erstaunlicher, als Haas in New York nach eigenen Angaben durch seine Schulterbeschwerden weiter gehandicapt ist. Zwischen dem Zweitrundenerfolg gegen den Qualifikaten Philipp Petzschner (Bayreuth) am vergangenen Donnerstag und dem Spiel gegen Grosjean am Samstagnachmittag habe er gerade mal zehn Minuten lang den Tennisschläger in die Hand nehmen können, um sich zumindest ein bisschen einzuschlagen. Im Spiel sei die Schulter dann wieder okay gewesen, sagte Haas, und bis zur nächsten Runde lasse er sich nun "eben wieder gut behandeln".

Sollte Haas anschließend erst zum fünften Mal überhaupt in seiner Karriere im Viertelfinale eines Grand Slams stehen, wird es wohl nicht leichter für ihn. Sein Gegner hieße Nikolaj Dawydenko (Russland/4. der Weltrangliste) oder Lee Hyung-Taik (Südkorea/43.). In Haas' Hälfte des Tableaus steht auch Roger Federer (Schweiz/1.). Der Titelverteidiger hat im Achtelfinale den ungesetzten Spanier Feliciano Lopez zum Gegner und träfe danach auf Vorjahresfinalist Andy Roddick (USA/5.) oder Tomas Berdych (Tschechien/9.).

© SID

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