Tennis US-Open
Kerber im Halbfinale, Petkovic draußen

Unglaublich, aber wahr: Die Kielerin Angelique Kerber steht im Halbfinale der US Open. Andrea Petkovic verpasste dagegen erneut ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale - bewies aber Kämpferqualitäten.
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New YorkAngelique Kerber hat ihren Siegeszug bei den US Open in New York forgesetzt und überraschend erstmals das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht, Andrea Petkovic ist hingegen in der Runde der letzten Acht ausgeschieden. Die ungesetzte Kielerin Kerber rang Flavia Pennetta (Italien/Nr. 26) nach hartem Kampf 6:4, 4:6, 6:3 nieder und kämpft nun am Samstag gegen die Australierin Samantha Stosur (Nr. 9) um den Final-Einzug. Die Weltranglisten-Elfte Petkovic (Darmstadt) unterlag einen Tag vor ihrem 24. Geburtstag der topgesetzten Weltranglisten-Ersten Caroline Wozniacki (Dänemark) mit 1:6, 6:7 (5:7).

Die an einem Meniskuseinriss laborierende Petkovic konnte sich somit ihren größten Wunsch nicht erfüllen und muss weiter auch nach dem dritten Anlauf auf den ersten Sprung ins Halbfinale eines Major-Turniers warten. Dennoch ist die Darmstädterin nach ihren Viertelfinal-Teilnahmen bei den Australian und French Open sowie jetzt in New York die konstanteste Grand-Slam-Spielerin des Jahres 2011. „Ich habe den ersten Satz verpennt. Im zweiten war es dann zu spät“, sagte Petkovic und freute sich für Kerber: „Super! Ich mag Angelique sehr gern und glaube, dass es auch für uns andere sehr wichtig ist.“ Zuletzt hatte in Wimbledon Sabine Lisicki das Halbfinale erreicht.

Kerber zeigte sich überrascht und perplex über den mit Abstand größten Erfolg ihrer Tennis-Karriere. „Mein Ziel war, in die zweite oder dritte Runde zu kommen, jetzt bin ich im Halbfinale. Es ist unglaublich. Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll“, erklärte die 23-jährige Kielerin nach ihrem überraschenden Erfolg. „Zehn Minuten später hatte ich schon 50 SMS und 60 E-Mails. Ich habe mein Handy ausgemacht, es war zu viel“, berichtete die 92. der Weltrangliste.

Kerber steht als erste Deutsche seit Steffi Graf 1996 in der Vorschlussrunde von New York und trifft am Samstag auf die letztjährige French-Open-Finalistin Samantha Stosur, die 6:3, 6:3 gegen die Russin Vera Swonarewa gewann. Die letztjährige French-Open-Finalistin steht ebenfalls zum ersten Mal unter den letzten Vier in Flushing Meadows. Die Australierin gab zu: „Ich weiß nicht viel über Kerber, außer dass sie Linkshänderin ist. Das ist alles. Wir haben niemals gegeneinander gespielt oder miteinander trainiert.“ Im anderen Halbfinale spielt die dreimalige Siegerin Serena Williams aus den USA gegen Petkovic-Bezwingerin Caroline Wozniacki.

Kerber war im bislang wichtigsten Match ihrer Karriere nichts von Nervosität anzumerken. Die 23-Jährige behielt gegen die einstige Nummer zehn der Welt in einem langen Spiel zur 4:3-Führung ebenso die Nerven wie beim ersten Satzball. Dort gelang der Linkshänderin aus der Bedrängnis ein Passierball zum 6:4.

Auf dem nur mäßig besuchten Außenplatz 17 lag Kerber im zweiten Satz nach einem Break-Festival schon 4:2 vorn, machte dann aber mehr Fehler, während Pennetta ihre Erfahrung ausspielte. Die 29-Jährige führte im entscheidenden Satz 2:0, Kerber schaffte aber noch die Wende und sank nach dem Matchball auf die Knie.

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