Tennis US-Open
Kusnezowa im Finale gegen Henin ohne Chance

Justine Henin hat sich zum zweiten Mal nach 2003 den Titel bei den US Open gesichert. Die Weltranglistenerste hatte gegen die an Nummer vier gesetzte Russin Swetlana Kusnezowa beim 6:1, 6:3 keine Probleme.

Die Belgierin Justine Henin war auf dem Weg zu ihrem zweiten Titel bei den US Open nach 2003 auch von Swetlana Kusnezowa nicht zu stoppen. In einem einseitigen Endspiel besiegte die Weltranglistenerste die an Nummer vier gesetzte Russin in 82 Minuten 6:1, 6:3 und erhielt dafür ein Preisgeld von 1,4 Mill. Dollar.

"Habe hier mein bestes Tennis gespielt"

"Das waren zwei großartige Wochen. Ich habe hier mein bestes Tennis gespielt", sagte Henin. Das 6:1, 6:3 war dennoch bemerkenswert, denn auch im Finale, das nur wenige Höhepunkte bot, musste die 25-jährige Henin keinen Satz abgeben. Kusnezowa, die 2004 in New York gewonnen hatte und nach diesen US Open immerhin die Nummer zwei der Weltrangliste sein wird, hatte wie alle anderen vor ihr keine Chance, das zu ändern.

Von ihren nunmehr sieben Siegen bei Grand Slams sei dies "wahrscheinlich mein wichtigster", sagte Henin: "Ich hatte eine schwere Auslosung, und ich musste mir viel beweisen." In der Tat bestand die schmächtige Belgierin die schwersten Prüfungen in New York bereits vor dem Endspiel. Im Viertel- und Halbfinale besiegte sie Serena und Venus Williams (beide USA) und damit jene zwei Konkurrentinnen, die in diesem Jahr die anderen beiden Grand Slams gewonnen haben: Serena siegte in Australien, Venus in Wimbledon.

Henin gewann zwischendurch zum dritten Mal in Serie in Paris, sie darf sich somit als Spielerin des Jahres, als die wahre Nummer eins fühlen. Das tut sie auch. "Sehr wichtig" sei dieser Sieg bei den US Open, versicherte sie, denn sie nehme eine ganze Menge mit aus diesen zwei Wochen: "Venus und Serena geschlagen zu haben und dann der Sieg heute, das gibt mir viel Selbstvertrauen." Und viel Bares, denn der Titel macht sie um immerhin 1,4 Mill. Dollar Preisgeld reicher.

Beeindruckende Bilanz

Henins Jahresbilanz ist beeindruckend, sie hat zwei Grand Slams und fünf weitere Titel gewonnen. Macht jetzt insgesamt 36 Turniersiege in ihrer Karriere. Dabei habe das Jahr doch "sehr schlecht" für sie begonnen, erinnerte sie. Im Januar hatte sie wegen der Scheidung von ihrem Mann die Australian Open verpasst. "Ich wusste nicht, was ich von dieser Saison erwarten sollte", sagte sie. Dann bekam sie plötzlich ungeahnte Unterstützung von ihrem Vater und den Brüdern, mit denen sie sich nach vielen Jahren wieder versöhnte.

"Die Tatsache, dass ich meine Familie wieder habe, hilft mir natürlich sehr", bekannte Henin. Sie sei mit sich im Reinen, "und das ist ein sehr wichtiges Gefühl für mich". Und natürlich habe das alles "einen kleinen Einfluss" auf ihr Spiel, fügte sie mit einem glücklichen Lächeln hinzu. Bereits in Paris hatte Henin den Titel ihre Familie gewidmet, in New York war es nun an der Zeit, sich bei Carlos Rodriguez zu bedanken. Dem Argentinier, ihr Coach seit elf Jahren, galt der Besuch in der Loge.

Rodriguez habe immer an sie geglaubt und sie zu dem gemacht, was sie heute sei, betonte Henin. Und tatsächlich ist sie nicht mehr so verkrampft wie früher. Auf dem Platz spielt sie mutig, offensiv, aggressiv. Sie glaubt an sich und an ihr Spiel. "Ich bin offener geworden. Ich bin ich", betonte sie. All diese Veränderungen in ihrem Leben hätten ihr Spiel beeinflusst. "Ich genieße meine Art zu spielen jetzt viel mehr", erklärte Henin: "Ich bin gewachsen, und das kann man auf dem Platz sehen."

In New York jedenfalls war es nicht zu übersehen.

© SID

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