Tennis US-Open
Rafael Nadal spürt seine Verfolger im Nacken

Nach seiner Halbfinal-Niederlage bei den US-Open spürt der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal seine Verfolger im Nacken. Insgesamt sieht er eine neue junge Garde an Konkurrenten.

Rafael Nadal scherzte, saß lässig auf seinem Sitz und fuhr sich immer wieder lässig durch das pechschwarze Haar: Nach einer Saison der Superlative steckte der spanische Tennis-Primus das Halbfinal-Aus bei den US Open gegen Andy Murray (Großbritannien) scheinbar locker weg. "Es war eine nahezu perfektes Jahr, das ich so nie erwartet hätte. Mir sind unglaubliche Dinge gelungen", sagte Nadal ungeachtet der 2:6, 6:7 (5:7), 6:4, 4:6-Niederlage beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Nadal spürt seine Verfolger im Nacken

Mit Blick in die Zukunft wusste der 22-Jährige nach seinem ersten Turnier als Nummer eins allerdings genau, was die Stunde im "Big Apple" geschlagen hatte. Nadal spürt nicht nur seine direkten Verfolger Roger Federer (Schweiz), Novak Djokovic (Serbien) und Murray im Nacken. "Die Wahrheit ist, es sind mehr", sagte der Olympiasieger über den Ansturm der jungen Nachrücker, zu denen er vor nicht allzu langer Zeit selbst noch gehörte.

Trainer-Guru Nick Bollettieri findet die Befürchtungen Nadals durchaus berechtigt. "Ich glaube, die Intervalle an der Spitze werden insgesamt kürzer. Die Leistungsdichte ist enorm gestiegen", stellte der 77 Jahre alte Amerikaner fest: "Die Stars müssen von der ersten Sekunde an hellwach sein, müssen sich dauernd in einer Art Alarmstimmung befinden." Eine 237-wöchige Regentschaft wie die Mitte August beendete von Federer hält Bollettieri in Zukunft für unwahrscheinlich.

Eine "fast" perfekte Saison für "Rafa"

Nadal hat verstanden. Um den Platz an der Sonne so lange wie möglich zu verteidigen, will "Rafa" auch im nächsten Jahr wieder bis an sein physisches Limit gehen - und darüber hinaus. "Wenn du dich auf den Toppositionen halten willst, hast du keine andere Chance", entgegnete der French-Open- und Wimbledon-Sieger den Kritikern, die ihm eine Straffung seines Terminplans empfehlen. 84 Matches hat Nadal seit Januar bestritten, davon nur neun verloren, acht Titel geholt und vor knapp drei Wochen erstmals den Thron bestiegen.

Vor seiner ersten Niederlage im sechsten Duell mit Murray hatte Nadal sogar eine Bilanz von 54 Siegen in den vorangegangenen 56 Partien. Am Ende musste er einsehen, dass gegen den schottischen "Highlander" die Kräfte fehlten: "Es ist schwer, immer topfit zu sein. Ich wusste, irgendwann wird dieser Moment kommen."

Eine neue Generation steht bereit

Nadal und Bollettieri sind nicht die einzigen, die den Angriff einer neuen Generation kommen sehen. Auch der Weltranglisten-Dritte Djokovic, selbst gerade 21 Jahre alt, traut insbesondere den in New York auftrumpfenden 19-jährigen Marin Cilic (Kroatien) und Juan Martin Del Potro (Argentinien) sowie dem 18-jährigen Kei Nishikori (Japan) eine große Zukunft zu.

Nach seinem Halbfinal-K.o. will Nadal, der in den USA zum Publikumsliebling avancierte und sogar das Titelblatt des "New York Magazine" zierte, noch zweimal in diesem Jahr angreifen. Zunächst steht für ihn das Davis-Cup-Halbfinale gegen die USA (19. bis 21. September) an, danach der Masters Cup in Shanghai (9. bis 16. November), den Nadal erstmals gewinnen will.

Erholung auf Mallorca

Bevor es soweit ist, hofft Nadal noch auf ein paar ruhige Tage daheim in Manacor auf Mallorca. Angeln und Fußball mit den Kumpels aus Kindertagen ist angesagt. Die lauernden Teenager in der Weltrangliste, die will "Rafa" erstmal vergessen.

© SID

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