Tennis US-Open
Scharapowa triumphiert in Flushing Meadows

Maria Scharapowa hat zum ersten Mal die US Open gewonnen. Im Finale des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres setzte sich die Russin mit 6:4, 6:4 gegen Justin Henin-Hardenne durch.

Maria Scharapowa hat den zweiten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere eingefahren. Nach dem Wimbledon-Sieg 2004 triumphierte die Russin nun bei den US Open und trat damit die Nachfolge von Kim Clijsters an. Im Endspiel von Flushing Meadows siegte die 19-Jährige mit 6:4, 6:4 gegen Justine Henin-Hardenne und strich 1,2 Mill. Dollar Preisgeld ein.

"Es ist eine unglaubliche Ehre für mich, in meiner Lieblingsstadt vor den besten Fans der Welt gewinnen zu dürfen", sagte eine euphorisierte Scharapowa nach dem dem Triumph vor 24 000 Zuschauern. Völlig losgelöst war die Russin nach dem Finaltriumph über die Weltranglistenzweite Henin-Hardenne auf die Tribüne gestürmt, hatte Vater Juri umarmt, Zuschauer abgeklatscht und dann erstmal telefoniert. "Ich habe zuerst meine Mutter angerufen, dann meine beste Freundin", berichtete Scharapowa.

Bestbezahlte Sportlerin der Welt

Es war ihr zweiter Grand-Slam-Sieg nach dem Triumph in Wimbledon 2004, und dass der ausgerechnet beim lautesten, schrillsten und teuersten Turnier der Welt kam, dürfte der 19-Jährigen noch eine Menge einbringen; neben den insgesamt 1,7 Mill. Dollar Preisgeld. Laut US-Magazin Forbes ist Scharapowa mit 19 Mill. Dollar Jahresverdienst ohnehin schon die bestbezahlte Sportlerin der Welt.

In New York war sie allgegenwärtig: Für eine Uhrenmarke schaute sie von riesigen Plakaten, für eine Kamerafirma knipste sie Fotos, und für ihren Ausrüster drehte sie einen aufwändigen Werbespot, der unter dem Motto "I feel pretty" selbstironisch mit ihrem Image als die Schöne spielt. Mit ihrer Schlägerfirma hat sie erst kürzlich einen 20 Mill. Dollar schweren Vertrag auf Lebenszeit abgeschlossen.

In jeder "Night Session" wie auch im Finale spielte sie im mit glitzernden Steinchen besetzten "kleinen Schwarzen", das von Oscar-Preisträgerin Audrey Hepburn inspiriert war und viel Haut sehen ließ, und dass es im Laden nicht zu kaufen gibt, weil allein die Herstellung 3 500 Dollar kostet. Sie habe in letzter Zeit viel über die Hepburn gelesen, berichtete Scharapowa, es sei ihre aktuelle Leidenschaft.

"Titel kann man nicht kaufen"

"Aber letztlich geht es doch nicht darum, was ich trage. In meiner Karriere geht es darum, Tennisspiele zu gewinnen - und jetzt sitze ich hier als zweimalige Grand-Slam-Siegerin", sagte Scharapowa. Die Amerikaner lieben das Million-Dollar-Baby aus dem Osten. Auch Scharapowa hat das Land der unbegrenzten Möglichkeiten längst zu ihrer Heimat gemacht, seit sie mit ihrem Vater dorthin kam, um ein Tennisstar zu werden.

"Aber einen Grand-Slam-Titel kann man nicht kaufen. Es gibt Leute, die haben Mrd. von Dollar. Aber alles, was sie sich kaufen können, sind ein paar gute Tennisschläger", sagt Scharapowa, der bei ihrer einzigen kleinen Panne am Samstagabend der Deckel des Siegerpokals auf den Kopf fiel.

Super-Jahr für Belgierin neigt sich dem Ende zu

Auch die kleine Justine Henin-Hardenne musste anerkennen, dass Scharapowa im Finale zu gut war: "Sie hat viel besser gespielt als ich, vor allem gegen ihren Aufschlag hatte ich nicht viele Möglichkeiten."

Für die zurückhaltende Belgierin neigt sich eines der besten Jahre ihrer Karriere dem Ende zu. Als erst siebte Spielerin der Open Era schaffte sie es innerhalb eines Jahres in alle Grand-Slam-Finals. Sie siegte bei den French Open, bei den Australian Open und in Wimbledon hatte sie sich dagegen jeweils Amelie Mauresmo (Frankreich) geschlagen geben müssen.

© SID

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