Tennis US-Open
Tropensturm "Ernesto" lässt Mauresmo pokern

Wegen der wetterbedingten Spielabsagen stehen bei den US Open zur Zeit andere Beschäftigungen als Tennis hoch im Kurs. Während sich Andy Roddick an die Tischtennisplatte stellte, spielte Amelie Mauresmo eine Runde Poker.

Die Ausläufer von Tropensturm "Ernesto" machen Tennisspielen bei den US Open in New York zur Zeit unmöglich. Am Samstag konnte keine einzige Partie der dritten Runde überhaupt begonnen werden, nach Dienstag bedeutete dies bereits den zweiten kompletten Ausfalltag. Und so musste auch Qualifikant Benjamin Becker (Orscholz) zunächst vergeblich auf seinen großen Auftritt gegen Altmeister Andre Agassi warten.

Mauresmo pokert

Der Einzige, der in Flushing Meadows jubeln durfte, war der US-Amerikaner Andy Roddick (USA) - im Tischtennismatch gegen seinen Landsmann Mardy Fish. Die Weltranglistenerste Amelie Mauresmo (Frankreich) zockte in der Players Lounge derweil eine Runde Poker.

Benjamin Becker bereitete sich unterdessen auf das größte Match seiner Karriere vor. Die Pressekonferenz im großen Saal tief im Bauch des riesigen Arthur-Ashe-Stadiums hatte der USA-Student schon am Vortag ganz souverän und in perfektem Englisch hinter sich gebracht. Freilich musste aber auch der 25-Jährige aus der saarländischen Provinz einräumen, dass er "das alles wahrscheinlich erst so richtig begreifen werde, wenn ich im Flugzeug nach Hause sitze".

Agassi von heftigen Schmerzen geplagt

Gar nicht mehr sitzen konnte vorübergehend Andre Agassi. Der 36-Jährige, der nach den US Open seine einmalige Karriere beendet, hätte es nach seinem großartigen Zweitrundenmatch gegen Marcos Baghdatis (Zypern) wegen der ewigen Rückenschmerzen fast nicht mal nach Hause geschafft: Erst schleppte er sich nur mit Mühe zum Parkplatz. Dort musste er sich dann auf den Boden legen, während er auf den Fahrdienst wartete. "Es war so schlimm, dass er auch auf dem Rücksitz des Autos nur liegen konnte", erzählte Agassis Manager Perry Rogers.

Später erhielt der Ehemann von Steffi Graf dann nochmal eine entzündungshemmende Spritze. Bereits nach seinem Erstrundenmatch hatte er sich mit Kortison behandeln lassen müssen. Und so dürfte Agassi die Regenpause gar nicht so ungelegen gekommen sein. Die Fans mussten die Anlage im Stadteil Queens dagegen unverrichteter Dinge wieder verlassen, und auch den Fernsehsendern blieb nichts anderes übrig, als Agassi-Klassiker aus der Konserve zu zeigen.

"Ein enttäuschender Tag"

"Es war ein enttäuschender Tag für uns", sagte Präsident Arlen Kantarian vom ausrichtenden US-Tennisverband Usta. Immerhin brachten die freundlicheren Wettervorhersagen ab Sonntag den Veranstaltern die Hoffnung, nicht zum siebten Mal seit 1935 das Turnier um einen oder mehrere Tage verlängern zu müssen. Zuletzt hatte es 2003 ein ähnliches Wetterchaos gegeben, als dreieinhalb Tage lang auf den schon bei geringster Feuchtigkeit rutschigen Hartplätzen nur wenige Matches beendet werden konnten.

Der Bau eines Daches zumindest über dem Centre Court steht für die Usta dennoch nicht zur Diskussion. 70 bis 100 Mill. Dollar würde die Konstruktion kosten. "Wir haben das kalkuliert. Und wir sind der Meinung, das diese Investition nicht erste Priorität für uns hat", sagte Kantarian. Den bisherigen Schaden der diesjährigen Regentage mochte er nicht genauer beziffern: "Es ist eine Menge."

Nicht zuletzt das Image des teursten Tennisturniers der Welt, das in diesem Jahr allein 18 Mill. Dollar Preisgelder unter die Spieler bringt, leidet aber gewaltig. "Das ist schlimmer als in Wimbledon", wetterte John Mcenroe. Mit der Überdachung des Centre Courts bei den All England Championships wird allerdings gerade begonnen.

© SID

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