Tennis US-Open
Williams in New York und der Welt obenauf

Serena Williams hat zum dritten Mal die US Open gewonnen. In einem hochklassigen Finale behielt die neue Nummer eins gegen die Serbin Jelena Jankovic mit 6:4, 7:5 die Oberhand.

Nach ihrem grandiosen Comeback warf Serena Williams den Schläger in den New Yorker Nachthimmel, schlug die Hände vors Gesicht und konnte ihr Glück kaum fassen. Allerdings sah sie sich nach dem Gewinn des dritten US-Open-Titels und der Eroberung der Weltranglisten-Spitze um kurz vor Mitternacht dann doch noch mit einer unlösbaren Aufgabe konfrontiert: Als Serena ihre in der Loge sitzende Schwester Venus Williams umarmen wollte, versperrte ihr ein Blumen-Bouquet den Weg.

In den 124 Minuten zuvor hatte die Amerikanerin dagegen alle Hürden gemeistert und Jelena Jankovic (Serbien) im direkten Duell um die Nummer eins mit 6:4, 7:5 besiegt. "Es war so ergreifend. Ich habe für diesen Erfolg so hart gearbeitet und nie aufgegeben. Jetzt bin ich belohnt worden", schwärmte Serena Williams, die für ihren Erfolg 1,5 Mill. Dollar kassierte.

"Ich liebe es einfach, zu gewinnen"

Nach exakt fünf Jahren übernahm die Siegerin auch wieder die Führung in der Weltrangliste, was zuvor noch keiner Spielerin nach einer so langen Zeit gelungen war. "Natürlich ist das ein verrücktes Gefühl, es ist ja so lange her. Aber eigentlich war es nie mein primäres Ziel, an der Spitze zu stehen. Es ist eher ein Bonus", versicherte sie: "Mir geht es nur um Siege. Ich liebe es einfach, zu gewinnen."

2 002 und 2003 war Serena schon einmal für insgesamt 57 Wochen die Nummer eins, ehe unter anderem eine Knie-Operation und eine neunmonatige Pause sie ausbremsten. Sogar Gerüchte über ein Ende ihrer Laufbahn machten damals die Runde. Zum Leidwesen der Doppel-Olympiasiegerin, die längst von einer zweiten Karriere spricht.

Sie selbst habe nie daran gezweifelt, dass sie wieder zurückkommen würde, berichtete die Rechtshänderin, die den Familienzusammenhalt als entscheidenden Erfolgsfaktor nennt: "Mein Vater Richard hat mich in der schweren Zeit immer wieder aufgebaut. Wenn ich im Training schlecht gespielt habe, hat er mich ständig gelobt."

Lob von "Big Mäc"

Nach einer weiteren verletzungsbedingten Auszeit war sie 2007 als Weltranglisten-95. in die Saison gestartet und hatte auf Anhieb die Australian Open gewonnen. Der erste Triumph nach sechs Jahren bei ihrem "Heimspiel" in Flushing Meadows rührte Serena Williams nun fast zu Freudentränen, während die Kritiker Lobeshymnen anstimmten. "Unglaublich, welche Power Serena hat. Ihr Erfolg war hochverdient, sie steht zu Recht ganz oben", befand John Mcenroe.

Der sportliche Erfolg wird Serena Williams aber nicht daran hindern, auch abseits des Courts Ausrufezeichen zu setzen. Jüngst posierte sie in einem Bildband ("The Black List") über farbige Amerikaner neben Persönlichkeiten wie dem früheren US-Außenminister Colin Powell. "Ich habe mich immer so gemocht wie ich bin. Meine Mutter hat immer gewollt, dass wir starke schwarze Frauen werden", erzählte Serena Williams.

Am Montag löste die US-Open-Siegerin die Serbin Ana Ivanovic als Nummer eins der Welt ab. Auch die unterlegene Finalistin Jelena Jankovic hätte mit ihrem ersten Grand-Slam-Titel an die Spitze der Bestenliste zurückkehren können, dennoch wirkte die 23-Jährige alles andere als niedergeschlagen. "Ich bin nicht enttäuscht. Ich habe bewiesen, was ich kann. Und irgendwann kommen auch die Titel", erklärte Jankovic, die im zweiten Durchgang vier Satzbälle vergab.

© SID

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