Tennis Wimbledon
Baghdatis-Show geht in Wimbledon weiter

Nach dem Triumphzug bei den Australian Open war es ein wenig still geworden um Marcos Baghdatis. Nun ist dem Sunnyboy in Wimbledon nach dem erneuten Halbfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier wieder zum Feiern zumute.

Marcos Baghdatis ist zurück: Das strahlende Lächeln ist wieder da, die Begeisterung im Publikum, seine Emotionen auf dem Platz, das dynamische Spiel, der Erfolg. Baghdatis ist eben doch keine Eintagsfliege, ein halbes Jahr nach seinem Triumph in Australien steht der charismatische Zypriot in Wimbledon erneut im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers.

Monate der Unsicherheit

Monate der Unsicherheit, schweren Gedanken und kleinen Verletzungen sind überwunden. "Ich habe ein wenig an mir gezweifelt im Frühjahr", sagte der 21-Jährige: "Aber jetzt habe ich wieder Selbstvertrauen, ein gutes Ballgefühl und spiele wieder gutes Tennis."

Sein 6:1, 5:7, 7:6 (7:5), 6:2 über den Australier Lleyton Hewitt war ein Statement dafür, dass er in der Topklasse angekommen ist. Die Zweifel waren da nach seinem sensationellen Lauf in Melbourne bis ins Endspiel gegen Roger Federer, wo er von seiner lautstarken griechischstämmigen Fan-Gruppe geradezu getragen wurde.

Danach hat er nur noch ein Viertelfinale in Indian Wells erreicht, sonst war bis zu Beginn der Rasensaison spätestens in der zweiten Runde Schluss. Baghdatis ein One-Hit-Wonder? "Jeder erwartete von mir, dass ich toll spiele", erzählte er letzten Monat in Paris: "Ich war nicht wirklich konzentriert."

Viele Erfahrungen musste er machen: Dass eine ganze Nation weitere Wunder erwartete, dass öffentlich über seine Verpflichtung zum Militärdienst diskutiert und diese schließlich bis 2018 ausgesetzt wurde, dass Staatspräsident Tassos Papadopoulos "seinen Kampfgeist, seine Geduld und seine Charakterstärke" als "glänzende Beispiele für alle jungen Leute in unserem Land" lobte. Kann schon mal ein bisschen viel werden für einen jungen Mann, der bereits mit 13 Jahren seine Heimat verließ, um in Frankreich seine Ausbildung zum Tennisspieler zu vollenden.

Die Eltern hat er zuletzt kaum noch gesehen, es war ein harte Zeit. Nun aber saß Mutter Andry beim Match gegen Hewitt in der Spielerloge auf dem Centre Court und konnte vor Nervosität kaum hinschauen. Den langen Weg nach Melbourne hatte sie nicht auf sich genommen, aber nun ist ihr Filius wohl endgültig oben angekommen.

Einzug in die Top Ten winkt

"Australien war natürlich großartig, viele Emotionen, aber es war auch mein erstes Mal", erzählt Baghdatis, der mit seinem Erfolg an der Church Road voraussichtlich erstmals in die Top Ten der Weltrangliste vorstoßen wird: "Ich habe jetzt mehr Erfahrung, habe gelernt, mit dieser Situation umzugehen. Ich bin ruhiger auf dem Platz und entspannter nach dem Spiel."

Die Umstellung auf Gras ist ihm problemlos gelungen, schon beim Vorbereitungsturnier in ´s-Hertogenbosch stand er im Halbfinale. "Früher habe ich gedacht, Rasen sei nur gut zum Fußball spielen", gibt der große Fußballfan zu: "Aber es passt gut zu meinem aggressiven Spiel."

Im Halbfinale trifft Baghdatis auf Rafael Nadal oder Jarkko Nieminen. Der junge Zypriot, der im Endspiel von Melbourne dicht an Roger Federer dran war, traut sich sogar den ganz großen Coup zu: "Warum nicht, wer im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers steht, kann jeden schlagen."

© SID

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