Tennis Wimbledon
Die Leiden der jungen Grönefeld

Die Talfahrt von Anna-Lena Grönefeld nimmt kein Ende: In Wimbledon war die einstige große deutsche Tennis-Hoffnung sogar gegen die Nummer 177 der Welt chancenlos - der endgültige oder nur ein weiterer Tiefpunkt?

Vor etwas mehr als einem Jahr verschaffte sich Anna-Lena Grönefeld noch Respekt, mittlerweile haben die Gegnerinnen nur noch Mitleid für die einst größte Hoffnungsträgerin des deutschen Frauentennis übrig. In nur zwölf Monaten hat sich Grönefeld fast schon zur tragischen Figur entwickelt, die inzwischen die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nimmt, um den Weg aus ihrer mentalen Krise zu finden.

Genutzt hat es bei den 121. All England Championships in Wimbledon allerdings noch nichts: Die 22-Jährige unterlag in ihrem Auftaktmatch der kroatischen Qualifikantin Nika Ozegovic mit 3:6, 2:6 und musste damit bereits die elfte Erstrunden-Niederlage in diesem Jahr hinnehmen.

Font de Mora als Schlüssel zu Misserfolg

Der Fall Grönefeld wird immer verfahrener. Drei Jahre mit ihrem ehemaligen Coach Rafael Font de Mora haben mehr Spuren hinterlassen als sie es selbst wahrscheinlich bei ihrer Trennung von dem Spanier bei den US Open 2006 geahnt hat. "Er hat mich sehr eingenommen, hatte 24 Stunden die Augen auf mir und hat mich eingeengt", sagte Grönefeld: "Ich bin schon froh, dass ich da raus bin."

Aber Font de Mora ist offenbar doch noch nicht ganz raus. Er spuke durch ihren Kopf im Training mit Coach Dirk Dier, die Gedanken an ihn verhindern angeblich ein vernünftiges Fitnesstraining. Font de Mora erklärt derweil den Gegnerinnen, wie sie gegen seinen ehemaligen Schützling spielen sollen - hat Grönefeld jedenfalls gehört.

Er war zwar diesmal nicht auf der Zuschauertribüne wie noch in Paris, aber er ist für Grönefeld nach wie vor allgegenwärtig. Irgendwie ist sie immer noch auf ihn fixiert. "Wahrscheinlich hat er gerade die beste Zeit seines Lebens", mutmaßt die 22-Jährige: "Er kann jetzt jedem beweisen, dass es ohne ihn nicht geht."

Insgesamt weist Grönefeld für 2007 eine Matchbilanz von 4:13 Siegen auf. In der Weltrangliste ist sie seit Wochenbeginn auf Platz 135 abgerutscht, ihre schlechteste Platzierung seit September 2003. Vor einem Jahr wurde Grönefeld noch an 16 geführt.

Nur noch über die Quali zu den Grand Slams

Keine vernünftige Planung ist mehr möglich, aus den Hauptfeldern der Grand Slams ist sie auch rausgefallen. Mit dem Fedcup-Team wird sie Mitte Juli nach Japan reisen, will danach in Bad Gastein und Stockholm spielen.

Das Tennisleben geht ganz neu los. Unten. Vielleicht gönnt sie sich auch wieder eine Pause. Und hofft, dass sie "die Sache irgendwann vergessen kann. Ich habe ja eigentlich Spaß am Tennis." Es hat aber den Anschein, als sei da noch viel Arbeit nötig, damit sich ein Erfolg einstellt. Für die Spielerin Grönefeld - aber noch wichtiger für die junge Frau Anna-Lena.

© SID

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