Tennis Wimbledon
Federer festigt seinen Tennisthron

Während Roger Federer einmal mehr seinen Tennisthron in Wimbledon eindrucksvoll verteidigte, schart Rafal Nadal schon mit den Hufen: "Ich glaube, ich kann Roger auf diesem Untergrund einmal besiegen", sagte der Spanier.

Rafael Nadal hat am Thron des Rasenkönigs gerüttelt, aber stürzen konnte er ihn nicht. Roger Federer hat seinen Wimbledon-Titel erfolgreich verteidigt, durch den 6:0, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 6:3-Erfolg zum vierten Mal in Folge die All England Championships gewonnen. Aber jeder der 13 800 Zuschauer auf dem altehrwürdigen Centre Court sah den Fehdehandschuh nach dem Match auf dem Rasen liegen, den Nadal bereits für die Zukunft dort hingeworfen hat.

"Ich glaube, ich kann Roger auf diesem Untergrund einmal besiegen"

"Ich glaube, ich kann Roger auf diesem Untergrund einmal besiegen", sagte der 20 Jahre alte Spanier nach dem großartigen Finale, in dem er nahe dran war am Niveau des Weltranglistenersten: "Diese Erkenntnis ist sehr wichtig für mich." Der Mallorquiner hat die Jagd auf die Nummer eins der Tenniswelt endgültig eröffnet. Er will ihn nicht nur auf Sand schlagen, er greift ihn nun auch in dessen absoluter Domäne an, den Lawns des All England Clubs. "Roger Federer kann der beste Spieler aller Zeiten werden", sagte Rafael Nadal: "Aber Sampras hat 14 Grand-Slam-Siege, Roger jetzt acht, nicht? - so wir werden sehen."

Federer spürt den den Atem des kräftigen Spaniers in seinem Nacken. "Er hat sich im letzten Jahr weiter gesteigert", sagte der 24-Jährige: "Dieser Sieg war sehr wichtig für mich, das ist mir sehr bewusst. Eine Niederlage wäre ein harter Schlag für mich gewesen."

Denn natürlich steckt Nadal in seinem Kopf. 1:6 lautete die Matchbilanz vor dem Wimbledon-Finale, fünf Niederlagen in Folge musste Federer hinnehmen. Auf Hartplatz und zuletzt im Finale der French Open in Paris, dem einzigen Grand-Slam-Turnier, das er noch nicht gewinnen konnte.

Federer will jetzt Borgs Serie einstellen

Auf Rasen aber schien er unschlagbar. Auf 48 Siege in Folge hat er die Rekordserie nun ausgebaut, hat sich eingereiht unter seine Vorbilder Björn Borg (1976 bis 1980) und Pete Sampras (1997 bis 2000), die bislang als einzige nach dem 1. Weltkrieg viermal in Folge das bedeutendste Turnier der Welt gewinnen konnten. Und selbstverständlich richten sich die Blicke bereits aufs nächste Jahr, wenn Federer versuchen wird, Borgs Serie von fünf Triumphen einzustellen.

Nur der Eidgenosse wollte daran noch gar nicht denken: "Ich freue mich auf 2007, klar. Aber ich habe gerade ein sehr schweres Match hinter mir, und es ist ein unglaubliches Gefühl, dass ich erneut durchgekommen bin."

Geschichte ist gemacht, und das von seinem Ausrüster (Nike) geschneiderte cremefarbene Retro-Sakko, in dem er vor den Matches stilvoll den Platz betrat und ihn nach seinen Siege wieder verließ, wird seinen Platz im neuen Wimbledon-Museum finden. Was in Zukunft ausgestellt wird, muss sich noch erweisen - vielleicht ja Nadals knielange Flatterhosen.

© SID

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