Tennis Wimbledon
Federer macht vierten Wimbledon-Triumph perfekt

Der Weltranglistenerste Roger Federer hat zum vierten Mal in Folge in Wimbledon triumphiert. Im Finale setzte sich der Schweizer gegen seinen spanischen Dauerrivalen Rafael Nadal in vier Sätzen durch.

Roger Federer hat zum vierten Mal in Folge die All England Championships in Wimbledon gewonnen. Der Schweizer bezwang im Finale den spanischen French-Open-Sieger Rafael Nadal mit 6:0, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 6:3 und holte damit seinen insgesamt achten Grand-Slam-Titel.

Beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt im Londoner Süden schaffte Federer als dritter Spieler seit dem 1. Weltkrieg nach Björn Borg (1976 bis 1980) und Pete Sampras (1997 bis 2000) den vierten Sieg hintereinander. Für seinen 48. Erfolg auf Rasen in Folge erhält Federer 946 000 Euro Preisgeld. Nadal muss sich mit gut der Hälfte zufrieden geben. Für Federer war es sein achter Erfolg bei einem Grand Slam.

Federer schreibt Tennisgeschichte

28 Tage nach seiner bitteren Finalniederlage gegen Nadal bei den French Open in Paris schrieb Federer damit wieder einmal ein Stück Tennisgeschichte: Als erster Spieler der Profi-Ära überhaupt stand er zum fünften Mal in Folge in einem Grand-Slam-Finale und schaffte als dritter Spieler nach Björn Borg (1976 bis 1980) und Pete Sampras (1997 bis 2000) seit dem 1. Weltkrieg den vierten Wimbledon-Sieg in Serie. "Das ist eine große Ehre für mich, mit ihnen genannt zu werden", meinte der Champion, "sie waren immer Vorbilder, zu denen ich aufgeblickt habe." Seit seiner Erstrundenniederlage in London gegen den Kroaten Mario Ancic 2002 ist Federer auf Rasen nun ungeschlagen und baute seine Rekordserie auf 48 Erfolge hintereinander aus.

Dabei schaffte der elegante Schweizer gegen Kraftpaket Nadal erst den zweiten Sieg im achten Spiel, fünfmal in Folge hatte er zuvor nicht gegen den Linkshänder gewonnen. Doch auf der ehrwürdigen Anlage an der Church Road war Federer in seinem Element. Der auf Rasen stark verbesserte Nadal begann sichtlich nervös und als Federer im zweiten Spiel mit einem phantastischen Long-Line-Ball seinen ersten großen Glanzpunkt setzte, waren die Machtverhältnisse zunächst mal zementiert. Nach nur 24 Minuten hatte Federer den ersten Satz eingefahren.

Als ihm im dritten Durchgang dann nur noch ein Tiebreak zum Durchmarsch fehlte, kämpfte sich Nadal in beeindruckender Manier noch einmal zurück ins Match und nahm Federer zumindest den ersten Satz in Wimbledon 2006 ab. Doch der Champion ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und nach 2:49 Stunden war der Triumph perfekt.

"Jetzt mag ich unsere Rivalität wieder"

"Jetzt mag ich unsere Rivalität wieder", sagte Federer bei der Siegerehrung. In seinem cremefarbenen Retro-Sakko im 20er-Jahre-Look nahm er den goldenen Challenge Cup aus der Hand des Herzogs von Kent entgegen. "Das ist unglaublich für mich, ich habe es nie für möglich gehalten", sagte der 24-Jährige: "Am Anfang des Turniers hatte ich Zweifel, ob ich es wieder schaffen würde." Der emotionale Wert dieses Titelgewinns gegen seinen Angstgegner aus Mallorca ist jedenfalls höher als die Siegprämie von rund 946 000 Euro.

Auch Nadal wurde von den 13 800 Zuschauern gefeiert. "Roger ist unglaublich, ich habe hier mein bestes Turnier gespielt, aber er hat verdient gewonnen", meinte er, "ich hoffe aber, ich kann hier auch einmal gewinnen, wenn ich vielleicht mal nicht gegen Roger spielen muss." Denn auf dem Rasen von Wimbledon konnte der 24-Jährige den Weltranglistenzweiten, der ihn zuletzt im Finale der French-Open bezwungen hatte, noch einmal in die Schranken weisen.

Seit Jahren nicht mehr ist in Wimbledon einem Finale mit mehr Spannung entgegengesehen worden, als diesem Duell zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei. Spätestens seit Nadals Erfolg über Andre Agassi in der dritten Runde schien der "Sandplatzkönig" auch zu großen Taten auf Rasen fähig. "Nadal kann auf allen Belägen sehr gut spielen, hat auch Turniere auf schnellen Hartplätzen gewonnen", sagte Federer, "ich bin nicht überrascht, dass er in das Endspiel gekommen ist."

© SID

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