Tennis Wimbledon
Federer triumphiert erneut in Wimbledon

Der Sieger der All England Championships heißt zum fünften Mal in Folge Roger Federer. Im Wimbledon-Finale setzte sich der Weltranglistenerste aus der Schweiz 7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2 gegen den Spanier Rafael Nadal durch.

Bei den 121. All England Championships hat Roger Federer seinen fünften Triumph in Serie gelandet und ist damit einen Schritt dichter an die beiden Rehordhalter William Renshaw und Pete Sampras herangerückt. Der Engländer Renshaw und der US-Amerikaner Sampras haben in ihrer Laufbahn an der Church Road jeweils sieben Einzeltitel gewonnen. In einem packenden Finale nutzte der Weltranglistenerste Federer seinen zweiten Matchball und setzte sich nach fünf Sätzen und 3:45 Stunden Spielzeit mit 7:6 (9:7), 4:6, 7:6 (7:3), 2:6, 6:2 gegen seinen spanischen Dauerrivalen Rafael Nadal durch, der damit weiter auf seinen ersten Sieg in Wimbledon wartet.

Federer, dessen letzte Niederlage beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt aus dem Jahr 2002 datiert, feierte bei der Neuauflage des Endspiels vom Vorjahr gegen French-Open-Sieger Nadal den 54. Sieg auf Rasen hintereinander.

Rekord von Augenzeuge Borg eingestellt

Der große Björn Borg sah in der königlichen Loge zu, als Federer seinen Rekord einstellte und in einem unvergesslichen Endspiel voller Drama, umstrittener Entscheidungen und großartiger Ballwechsel seinen elften Grand-Slam-Titel holte. Im Jubel der begeisterten Zuschauer huschte nach dem letzten Ballwechsel ein Lächeln über das Gesicht des Schweden, der an gleicher Stelle zwischen 1976 und 1980 erfolgreich war. Er wusste, dass er eines der besten und spannendsten Wimbledonfinals der letzten Jahre gesehen hatte, in dem Nadal den Titelverteidiger am Rande einer Niederlage hatte.

Der Herausforder brauchte drei Spiele, dann war er im Match. Federers frühes Break zum 2:0 konterte Nadal zum 3:2. Drei großartige Passierbälle gelangen dem Mallorquiner in diesem Spiel, und danach ahnten die 13 000 Zuschauer auf dem Centre Court bereits, dass sie einem zukünftigen Klassiker zusehen würden. Nadal hatte sich in den zwei Wochen Wimbledon perfekt an das Spiel auf dem schnellen Grün angepasst und ließ seiner selbstbewussten Ankündigung Taten folgen: "Ich habe mein Rasentennis deutlich verbessert, ich spiele viel besser als vor einem Jahr."

Millimeter-Entscheidung im Tiebreak

Mit seinen Powerschlägen von der Grundlinie, Vorhand wie Rückhand, antwortete Nadal auf Federers größere Finesse. Er passierte den Schweizer immer wieder und machte die Punkte von der Grundlinie. Federer profitierte von seinem starken Aufschlag und punktete am Netz. Die Spannung auf dem Platz war mit den Händen zu greifen und fand ihren Höhepunkt im Tiebreak, als ein Schlag von Nadal bei Federers drittem Satzball bereits Aus gegeben wurde, Hawkeye aber zeigte, dass der Ball tatsächlich die Linie noch Millimeter berührte.

Erst seinen fünften Satzball konnte der Schweizer nutzen und zeigte anschließend ungewöhnliche Emotionen, als er sich die Faust geballt zu seiner Box mit Freundin Mirka drehte. "Nadal ist ein unglaublicher Wettkämpfer, sehr schwer zu bezwingen", wusste Federer bereits vor dem Match, "und er spielt immer sehr konstant." Nadal dachte gar nicht daran nachzulassen, sondern setzte Federer unter Druck. Bei 3:2 im zweiten Satz hatte er zwei Breakbälle, die Federer mit drei Assen in Folge abwehrte, im zehnten Spiel aber war es soweit: Mit einem Rückhand-Passierball nutzte er seinen ersten Satzball.

"Kann man das Gerät nicht abstellen? Es tötet mich heute"

Nur Federer hatte zu Beginn des dritten Satzes einen Breakball im ersten Spiel, es musste also wieder in den Tiebreak gehen. Und da hatte wieder der Schweizer das bessere Ende für sich. Aber wieder kam Nadal zurück, breakte gleich im ersten Spiel, und Federer verlor für einen Augenblick die Nerven, als er eine Entscheidung des elektronischen "Auges" vor dem Break zum 0:3 anzweifelte: "Shit, wie kann dieser Ball drin sein. Kann man das Gerät nicht abstellen? Es tötet mich heute", meinte Federer.

Seine größte Chance hatte Nadal mit zwei Breakbällen im fünften Spiel im fünften Satz, aber Federer rettete sich mit zwei starken Aufschlägen. Und gleich anschließend, wie so oft in Tennismatches, nahm Federer mit einem Vorhand-Winner Nadal vorentscheidend den Aufschlag zum 4:2 ab und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.

© SID

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