Tennis Wimbledon
Federer und Nadal ziehen ins Wimbledon-Finale ein

Der Schweizer Roger Federer und Rafael Nadal aus Spanien bestreiten das Finale von Wimbledon. Federer setzte sich im Halbfinale gegen Jonas Björkman 6:2, 6:0, 6:2 durch, Nadal bezwang Marcos Baghdatis mit 6:1, 7:5, 6:3

Das Traumfinale ist perfekt und Rafael Nadal bereit zum Umsturz. Der 20 Jahre alte Spanier fordert im Wimbledon-Endspiel Titelverteidiger Roger Federer heraus, der dreimal in Folge die All England Championships gewonnen hat und mit seinem 6:2, 6:0, 6:2-Halbfinalerfolg über Jonas Björkman (Schweden) den 47. Rasensieg in Folge feierte.

Doch jetzt greift der Sandplatz-König und zweimalige French-Open-Champion Nadal am Sonntag (15.00 Uhr Mesz) auch nach der Wimbledon-Krone des Weltranglistenersten. Erstmals seit 1952 stehen sich die gleichen Spieler in Wimbledon im Endspiel gegenüber wie vier Wochen zuvor in Paris.

Spanier lässt Baghdatis keine Chance

Nadal zog mit einem 6:1, 7:5, 6:3-Erfolg über Marcos Baghdatis (Zypern) bereits bei seiner dritten Teilnahme an den All England Championships erstmals ins Endspiel ein. Mit einem Sieg über Federer würde er den seit zweieinhalb Jahren an der Spitze des Rankings stehenden Schweizer ohne Zweifel als besten Spieler des Jahres ablösen. Weltrangliste hin, Weltrangliste her - 6:1 lautet seine Siegbilanz gegen den Eidgenossen; viermal bereits hat er ihn in diesem Jahr geschlagen, dreimal auf Sand, aber einmal auch auf Hartplatz.

"Das wird auf jeden Fall sehr schwer", sagte Federer: "Aber ich freue mich auf das Spiel gegen Nadal. Ich habe gegen ihn noch etwas gutzumachen." Auch auf Sandplatz war er teilweise nahe daran, seinen Angstgegner zu besiegen, geschafft aber hat er es nur ein einziges Mal vor mehr als einem Jahr auf Hartplatz. Nadal ist der einzige Spieler, bei dem Federer der Glaube an seine natürliche Überlegenheit fehlt, Nadal steckt unter seiner Haut.

Nadal: "Ich lerne in jedem Spiel"

Und die Fortschritte des Jungen von Mallorca auf Rasen müssen auch Federer weiter beeindrucken. "Ich verbessere mich von Runde zu Runde, ich lerne mit jedem Spiel", sagte Nadal, der angetreten ist, als erster Spanier seit Manolo Santana vor 40 Jahren an der Church Road zu gewinnen: "Das ist mein großes Ziel, ob in diesem Jahr oder in der Zukunft."

Gegen Baghdatis ist er diesem Ziel noch einen Schritt näher gekommen. Ab dem zweiten Satz boten die Jungstars den Zuschauern großartige Unterhaltung. Hohes Tempo, große Spielfreude und präzise Winner auf die Linien zeigten beide, aber Nadal war am Ende einfach der etwas konstantere Spieler, dem etwas weniger Fehler unterliefen. So zog er verdient in sein erstes Grand-Slam-Finale außerhalb von Paris ein.

Federer braucht nur 77 Minuten

Zuvor setzte Roger Federer einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Er ist nun der erste Spieler der Profi-Ära überhaupt, der das Finale von fünf Grand-Slam-Turnieren in Folge erreicht hat. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht", sagte Federer nach seiner nur 77 Minuten kurzen Tennis-Gala: "Es ist nicht so leicht, wenn man als hoher Favorit in so ein Spiel geht. Aber ich bin nach einem vorsichtigen Start ins Rollen gekommen und habe am Ende exzellent gespielt."

Nach nur 1:17 Stunden war die einseitige Partie beendet, in der der sonst so freundliche Federer gnadenlos professionell seine ganze Klasse gegen einen überforderten Gegner ausspielte. Er ist damit als erst vierter Spieler im modernen Tennis nach Jimmy Connors (1975), Björn Borg und Ilie Nastase (beide 1976) ohne Satzverlust in das Wimbledon-Endspiel eingezogen und versucht nun, als dritter Spieler nach dem 1. Weltkrieg nach Borg (1976 bis 1980) und Pete Sampras (1997 bis 2000) vier Wimbledon-Titel in Folge zu gewinnen. Doch da steht eben noch Nadal davor - ausgerechnet.

© SID

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