Tennis Wimbledon
Grönefeld in Wimbledon vom Regen in die Traufe

Anna-Lena Grönefelds Bilanz in Wimbledon sieht alles andere als rosig aus. Bei drei Versuchen blieb Deutschlands beste Tennisspielerin bislang sieglos. Beim Fed Cup in drei Wochen will sich die 21-Jährige rehabilitieren

Die ganze Palette der negativen Emotionen von Frust bis zur Ratlosigkeit musste Anna-Lena Grönefeld mal wieder nach einer schweren Niederlage durchleben. Gleichzeitig muss die 21-Jährige mit einer konstruktiven Mischung aus Aufarbeitung und Verdrängung beginnen, um spätestens zum Fed Cup in drei Wochen die erhofften Punkte für Deutschland gegen China zu gewinnen. Eine schwere Aufgabe für die Nordhornerin und ihr Selbstvertrauen.

Das Aus in der ersten Runde in Wimbledon durch das 6:3, 3:6, 1: sechs gegen die 18 Jahre alte Bulgarin Zwetana Pironkowa am späten Dienstagabend war ein kleiner Schock für Deutschlands beste Tennisspielerin. Sie ist damit auch im dritten Anlauf bei dem Versuch gescheitert, ein Match auf den Rasenplätzen an der Church Road zu gewinnen.

Erstmals war die Weltranglisten-16. als gesetzte Spielerin in den Südwesten von London gereist. Nach den ebenfalls unerwarteten Erstrunden-Niederlagen gegen die Thailänderin Tamarine Tanasugarn und die Britin Jane O´Donoghue sollte es in diesem Jahr nun endlich klappen. Nach einer über weite Strecken konfusen und fehlerhaften Leistung kam aber wieder das an den eigenen Möglichkeiten und Ansprüchen gemessen viel zu frühe Aus. "Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe viel zu wenig aggressiv gespielt und ihren zweiten Aufschlag zu wenig attackiert", versuchte Grönefeld eine Erklärung für das Versagen.

"Vielleicht wollte ich zuviel"

Dabei hatte sie noch letzte Woche beim Vorbereitungsturnier auf Rasen in Eastbourne das Viertelfinale erreicht und war nur knapp an der Weltranglisten-Sechsten Swetlana Kusnezowa gescheitert. Am grünen Untergrund allein kann es also nicht liegen, die Unsicherheiten entstehen wohl doch mehr im Kopf. Je länger die Partie dauerte, desto schlechter wurde ihr Spiel. "Wir müssen diese Niederlage jetzt analysieren", sagte Grönefeld leise: "Vielleicht wollte ich zuviel. Es hat sicher die Souveränität gefehlt."

Wieder ein Rückschlag also in einem halben Jahr ständiger Aufs und Abs. Sie kommt scheinbar nicht mehr so richtig auf die Beine nach der schweren Knöchelverletzung im letzten Oktober, als sie in Moskau gegen Maria Scharapowa klar in Führung liegend aufgeben musste. Bis dahin war es stetig bergauf gegangen mit der Blondine, seit dem Comeback zu Jahresbeginn aber spielt sie ohne Konstanz. So schied sie bei den Australian Open in der zweiten Runde sang- und klanglos aus, gewann das Turnier in Acapulco, scheiterte in Berlin in der ersten Runde und erreichte bei den French Open das Viertelfinale.

Deutschlands Schicksal hängt von Grönefeld ab

Besonders bitter war die Niederlage im Fed Cup gegen die US-Amerikanerin Jamea Jackson, die mitentscheidend für das Scheitern des deutschen Teams im Viertelfinale war. In drei Wochen muss die deutsche Mannschaft deshalb im Kampf um den Klassenerhalt in China antreten. Dort wird es wieder vor allem auf Grönefeld ankommen, wenn es denn was werden soll mit einem Sieg. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner nahm die Niederlage ihrer Hoffnungsträgerin deshalb mit Sorge zur Kenntnis: "Dieses Ausscheiden tat schon weh. Sie war zu passiv, wirkte eingeschüchtert."

Vor dem wichtigen Spiel in China hat Rittner eine Art Stillhalteabkommen mit Grönefelds Trainer Rafael Font de Mora geschlossen, dessen autoritäre Methoden sie in Ettenheim indirekt kritisiert hatte. Ursprünglich wollte Rittner nicht, dass der Spanier mit nach China fliegt, doch diese Unstimmigkeiten sind mittlerweile ausgeräumt. Grönefeld soll schließlich das für sie optimale Umfeld gerichtet bekommen. Es ist die einzige Chance für die deutsche Mannschaft.

© SID

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