Tennis Wimbledon
Haas hofft auf das Ende der Pechsträhne

Wimbledon war für Tommy Haas bislang kein gutes Pflaster. Im letzten Jahr verletzte sich der Wahl-Amerikaner noch vor dem ersten Schlag. Bei seinem jetzigen Auftritt an der Church Road hofft Haas aufs Achtelfinale.

Für Tommy Haas lief es in Wimbledon zumeist nicht nach Plan. Das Missgeschick vom vergangenen Jahr wird wohl als einer der bizarrsten Unglücksfälle in die Tennisgeschichte eingehen. Beim Einspielen vor seinem Erstrundenmatch gegen Janko Tipsarevic war der beste deutsche Tennisspieler auf einen Ball getreten, umgeknickt und das Sprunggelenk war binnen Minuten auf die Größe eines Tennisballes angeschwollen. Aus. "Wimbledon meint es anscheinend nicht gut zu mir", erklärte der völlig frustrierte Haas.

Wilde Entschlossenheit

Jetzt ist er wieder an der Church Road und wild entschlossen, den Pleiten, Pech und Pannen ein Ende zu bereiten. Mit seinem 6:3, 6:4, 7:6 (7:4)-Erfolg am späten Mittwochabend über den Engländer Richard Bloomfield hat er bereits die dritte Runde erreicht. Immerhin sein größter Erfolg bei den All England Championships seit sechs Jahren. "Anfang des Jahres habe ich mir schon vorgenommen, hier ins Achtelfinale zu kommen", sagt der 28-Jährige, "ich hoffe wirklich, das klappt mal. Ich habe hier so viel Pech gehabt."

Es war ja nicht nur der Ball-Unfall 2005. 2003 und 2002 konnte er in London Sw19 überhaupt nicht aufschlagen. Vor vier Jahren verzichtete er auf den Start, weil sich seine Eltern in Florida bei einem Motorradunfall schwer verletzt hatten und in Lebensgefahr im Krankenhaus lagen. "Damals war ich gerade in Topform, Weltranglistenzweiter. Das war sehr unglücklich, aber Familie geht immer vor", erklärt er. Ein Jahr später konnte er wegen seiner Schulter-Verletzung nicht am bedeutendsten Tennisturnier der Welt teilnehmen.

Das war es aber nicht allein. 1999 beispielsweise präsentierte er sich in Topform, scheiterte aber in der dritten Runde unglücklich an dem Australier Wayne Arthurs, der ihm Asse ohne Ende auf die Linien schlug. Zwei Jahre später stoppte eine Lebensmittelvergiftung den gebürtigen Hamburger in der ersten Runde in seinem Match gegen Wayne Black. Er hatte am Vorabend mit seinem Agenten mit Käse überbackenem Brokkoli gegessen und sich daran den Magen verdorben.

Fast wäre auch diesmal wieder etwas passiert. Je später der Abend in Wimbledon, desto rutschiger werden die Plätze. Und so glitt Haas bei einem Ballwechsel gegen Bloomfield beinahe aus, verlor kurze Zeit den Halt. Doch es ging alles gut. Der Wahl-Amerikaner konnte die Partie noch im dritten Satz beenden, bevor die Dunkelheit eine Fortsetzung am Donnerstag nötig gemacht hätte, wie im Spiel zwischen den möglichen nächsten Gegnern Fabrice Santoro (Frankreich) und Tomas Berdych (Tschechien). "Ich wollte unbedingt den Tag Pause haben, es wird gegen beide nicht leicht", erklärte Haas.

Wenn er dieses Match auch noch gewinnen sollte, hätte er ein großes Ziel erreicht. Darüber hinaus zu blicken aber verbietet sich fast von allein. Denn in der Runde der letzten 16 würde wohl wieder Roger Federer warten. Aber das ist für Haas eine andere Story in diesem Jahr. Viermal bereits ist er an dem überragenden Schweizer gescheitert - dieses Lospech hat aber nichts mit Wimbledon zu tun.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%