Tennis Wimbledon
Kiefer verliert Marathon-Match gegen Djokovic

Nicolas Kiefer hat die Nervenprobe von Wimbledon verloren. Der 29-Jährige unterlag nach dreitägigem Regen-Marathon dem Serben Novak Djokovic in Runde drei 6:7, 7:6, 2:6, 6:7. "Mir fehlt die Spielpraxis", sagte Kiefer.

Nicolas Kiefer ist in der dritten Runde der 121. All England Championships in Wimbledon gescheitert. Der Hannoveraner unterlag dem an Nummer vier gesetzten Serben Novak Djokovic in der Fortsetzung des am Dienstag abgebrochenen Matches mit 6:7 (4:7), 7:6 (8:6), 2:6, 6:7 (5:7). Nach seinem Aus war Kiefer restlos bedient: "Ich bin absolut enttäuscht. Ich habe gemerkt, dass ich mithalten kann - aber ich habe nicht gewonnen."

Spiel der verpassten Möglichkeiten

Was als Test der eigenen Leistungsfähigkeit nach über einem Jahr Verletzungspause gedacht war, wurde einen Tag vor seinem 30. Geburtstag zu einem Spiel der verpassten Möglichkeiten. Kiefer ist damit als letzter der ursprünglich 14 gestarteten Deutschen im Einzel ausgeschieden. Der 20-jährige Djokovic trifft im Achtelfinale auf den ehemaligen Wimbledonsieger Lleyton Hewitt, der bereits am Dienstag vorgelegt hatte.

Kiefers Partie war ursprünglich am Samstag angesetzt und wurde am Montag begonnen. Dienstag stand er nur 20 Minuten auf dem Platz. "Ich habe vier Kilo zugenommen, so viel habe ich in den Pausen gegessen", meinte er scherzhaft: "In den Kabinen ging es zu wie im Zoo." Dabei macht man offenbar interessante Erfahrungen: "Maria Scharapowas Vater hat von der Bärenjagd erzählt - nun ja."

Am Mittwoch um 11.00 Uhr Ortszeit beim Stand von 30:15 im ersten Spiel des dritten Satzes wurde das Match fortgesetzt. Aber irgendwie muss Kiefer mit dem falschen Fuß aufgestanden sein. "Ich habe schon beim Einschlagen gemerkt, dass es schwer wird", sagte er. Die ersten sieben Punkte gab er ab, kassierte sofort ein Break, dann noch eins, 0:4, der Satz war gelaufen.

"Ich habe immer gefightet, immer daran geglaubt, dass ich gewinnen kann", sagte er angesichts der ebenfalls fehlerhaften Leistung des serbischen Shootingstars auf der anderen Seite des Netzes: "Aber spielerisch war es nicht gut genug, ich muss mehr Risiko gehen - nur so kann ich mithalten."

"Er hat die wichtigen Punkte gemacht"

Im vierten Satz hatte er sogar noch die Chance, das Match wieder auszugleichen, konnte aber zwei Breakbälle beim Stand von 4:3 nicht nutzen. "Er hat die wichtigen Punkte gemacht, ich nicht", sagte "Kiwi": "Deshalb ist er die Nummer fünf, und mir fehlt schließlich die Spielpraxis."

Die Masters-Turniere in Montreal und Cincinnati in einem Monat will er spielen, davor muss er auf eine Wildcard hoffen. Acht Monate noch oder maximal sieben Turniere kann er den geschützten Weltranglistenplatz 17 in Anspruch nehmen. In diesen Turnieren muss er punkten. Ein Anfang ist in Wimbledon gemacht, die ersten 75 Punkte hat er wieder auf dem Konto, damit wird er ab Montag auf Platz 404 geführt. Der Weg zurück ist noch lang, aber Kiefer bleibt Optimist: "Unterm Strich ist positiv, dass ich wieder mitspielen kann."

© SID

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