Tennis Wimbledon
Kühnen zieht enttäuschende Wimbledon-Bilanz

Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen ist unzufrieden nach München zurückgekehrt. Erneut startet die zweite Woche der 120. All England Championships in Wimbledon ohne deutsche Beteiligung.

Ein unzufriedener Patrik Kühnen ist am Sonntag in die erste Maschine zurück nach München eingestiegen. Für den Daviscup-Teamchef gab es in Wimbledon nichts mehr zu sehen. Elf deutsche Spieler waren am Montag hoffnungsvoll in das bedeutendste Turnier der Welt gestartet, wenn aber eine Woche später die Achtelfinals gespielt werden, ist keiner mehr dabei.

"Das ist natürlich enttäuschend", erklärte Kühnen: "Uns fehlt einer, der mal in der zweiten Woche bis ins Viertel- oder Halbfinale kommt." Als letzter Deutscher blieb am Samstag Philipp Kohlschreiber auf der Strecke, der dem Finnen Jarkko Nieminen mit 6:1, 2:6, 3:6, 6:7 (4:7) unterlag.

Zweite Woche wieder ohne deutsche Beteiligung

Schon im Vorjahr wurde die zweite Woche an der Church Road ohne deutsche Beteiligung gespielt, einen Fortschritt gab es dennoch. Schon lange standen keine elf deutschen Spieler mehr im Hauptfeld. "Natürlich ist das positiv", meinte Kühnen: "Auch, dass sich vier durch die Qualifikation gespielt haben." Doch das alles nützt nur wenig, wenn im Schatten von Fußball-WM und Radsportskandal die große positive Überraschung fehlt, wie sie Florian Mayer mit seiner Viertelfinalteilnahme vor zwei Jahren geschafft hat.

Der Bayreuther unterlag in der zweiten Runde dem in diesem Match wie entfesselt aufspielenden Andy Roddick, dennoch darf sich der 22-Jährige zu den Siegern zählen. Mayer hat nach eigener Aussage den Spaß am Tennis wiedergefunden, wirkte locker und gelöst. Und er hatte das Pech, auf einen Roddick zu treffen, der gegen ihn das beste Spiel seit Monaten zeigte. Am Samstag übrigens war es mit der Herrlichkeit des Weltranglisten-Vierten schon wieder vorbei, er unterlag dem neuen britischen Hoffnungsträger Andy Murray glatt in drei Sätzen.

Positive Entwicklung bei Mayer und Kohlschreiber

"Die Entwicklung von Mayer und Kohlschreiber ist positiv", stellte Kühnen fest: "Für Kohlschreiber wäre es wichtig, dass er so ein Match wie das gegen Nieminen auch mal gewinnt. Das bringt Selbstvertrauen, und die Möglichkeit dazu hat er."

Kohlschreiber, der wie Mayer im Leistungszentrum in Oberhaching trainiert, fehlte auch gegen den Weltranglisten-18. die Konstanz. "Ich habe nach dem ersten Satz den Faden verloren, und als ich ihn wiedergefunden habe, war es zu spät", meinte Kohlschreiber: "Daraus muss ich lernen, das muss ich abstellen, aber insgesamt war es ein tolles Turnier für mich."

Grund zur Freude hatte auch Qualifikant Benjamin Becker. Der 25-Jährige scheiterte bei seinem ersten großen Turnier in der zweiten Runde erst in fünf Sätzen an dem Spanier Fernando Verdasco und erregte damit die Aufmerksamkeit von Kühnen. "Benny ist ein erfrischender Spieler, das war eine tolle Leistung, er hat mich überzeugt", sagte Kühnen: "Wenn er so weitermacht, habe ich die Hoffung, dass er zum Jahresende unter den Top 100 steht." Dann hätte der Wirtschaftsstudent, der vier Jahre für die texanische Universität Baylor spielte, sein großes Ziel erreicht: "Ich möchte bei den Australian Open direkt ins Hauptfeld."

Enttäuschter Tommy Haas

Am Boden zerstört war dagegen am Freitag Tommy Haas nach seinem Fünf-Satz-Aus gegen Tomas Berdych aus Tschechien. In einer ersten Reaktion wollte der 28-Jährige sogar darüber nachdenken, ob er überhaupt noch einmal in Wimbledon antritt. "So eine Niederlage tut natürlich sehr weh. Tommy war nach der verkorksten Sandplatzsaison super motiviert", meinte Kühnen.

Eine Erklärung, warum es für den deutschen Spitzenspieler in Abwesenheit des verletzten Nicolas Kiefer nicht zum Sieg gereicht hat, konnte aber auch der Teamchef nicht anbieten: "Im entscheidenden Moment lief es bei ihm nicht rund und Berdych hat dann unfassbar gute Bälle geschlagen. Das ist einfach Pech."

© SID

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