Tennis Wimbledon
Kurzer Arbeitstag und längstes Match für Kiefer

Nicolas Kiefer steckt in Wimbledon auch weiterhin im längsten Match seiner Karriere. Am Dienstag konnte er seine Drittrunden-Partie gegen Novak Djokovic 20 Minuten lang spielen, dann war regenbedingt wieder Schluss.

Regen und kein Ende: Nicolas Kiefer steckt in Wimbledon auch nach vier Tagen noch im längsten Match seiner Karriere. Um Punkt 17.06 Uhr Ortszeit gingen bei den 121. All England Championships wieder die Regenschirme auf, und die "Cover-Crew" entrollte zum fünften Mal an diesem Dienstag die Schutzplanen über den Rasenplätzen. Kiefer ahnte spätestens in diesem Moment schon, dass seine Drittrunden-Partie gegen Novak Djokovic wieder nicht beendet werden würde, und um 18.54 Uhr sagte die Turnierleitung die Fortsetzung des Spiel für diesen Tag auch endgültig ab.

Satzausgleich am Dienstag

Genau 20 Minuten konnte er nur spielen. Zeit genug, um den zweiten Satz mit 7:6 (8:6) für sich zu entscheiden, nachdem er vier Satzbälle abgewehrt hatte. Dabei gewann der Hannoveraner den exakt 100. Tiebreak seiner Karriere. Bei 30:15 im dritten Satz aber ging erneut ein Unwetter über der Church Road nieder.

Bereits am Samstag hatte Kiefer praktisch den ganzen Tag vergebens auf den angesetzten Spielbeginn gewartet, der Sonntag war spielfrei, am Montag war er bis zum Abbruch bei 6:7 (2:7), 5:6, 40:30 exakt 3:50 Stunden für eine Nettospielzeit von 1:48 Stunden auf dem Platz, bis ein Guss die Verschiebung auf Dienstag erzwang.

Normalerweise wird das Achtelfinale schon am Montag ausgetragen. Um den Zeitplan noch einigermaßen auszugleichen, müssten die Spieler nun jeden Tag auf den Platz, bei Best-of-five-Spielen kann das zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Als nächster Gegner von Kiefer oder Djokovic steht Hewitt bereits fest. Die Wahrscheinlichkeit eines Herren-Finals erst am Montag wird immer größer.

"Der Regen ist für längere Zeit in unserer Gegend und kann heftiger werden", sagte Oberschiedsrichter Ian Richie um kurz nach 15.00 Uhr über die Lautsprecher auf der Anlage und bat die Zuschauer wie praktisch jeden Tag um "Geduld und Verständnis". Doch das ist inzwischen zumindest bei den Spielern aufgebraucht: "Niemand ist einverstanden, dass man hier Sonntag nicht spielt", sagte der Argentinier David Nalbandian.

Erst dreimal in der 130-jährigen Wimbledon-Geschichte wurde der "Middle Sunday" geopfert, der ursprünglich für Kirchgänge freigehalten wurde. Schon am Samstagvormittag entschieden sich die Verantwortlichen, den Sonntag frei zu geben. Zu teuer ist die zusätzliche Bezahlung von Kontrollkräften, Linienrichtern, Eisverkäufern und Reinigungspersonal. Zu aufwändig ist das Anwerfen des gesamten Turnierapparats. Dennoch erweist sich diese Entscheidung offenbar als großer Fehler, zumal der Sonntag ein sonniger und schöner Tag war.



© SID

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