Tennis Wimbledon
Mauresmo hat "richtigen" Sieg im Visier

Bei den 120. All England Championships in Wimbledon stehen sich heute (15.00 Uhr) die Französin Amelie Mauresmo und Justine Henin-Hardenne (Belgien) gegenüber. Beide konnten das Traditions-Turnier bisher nie gewinnen.

Die Trophäe vor Augen, Melbourne im Hinterkopf: Auch wenn Justine Henin-Hardenne am liebsten gar nicht mehr darüber spricht und Amelie Mauresmo ihren bislang einzigen Grand-Slam-Sieg dadurch nicht geschmälert sehen möchte, ist diese Sache noch nicht vergessen. Mauresmo führte im Januar im Endspiel der Australian Open mit 6:1, 2:0 als die Belgierin nach nur 52 Minuten wegen heftiger Magenkrämpfe aufgab. Pfiffe waren die Folge und nur ein "halber" Triumph für die Französin. Heute (15.00 Uhr) stehen sich beide nun im Endspiel der 120. All England Championships in Wimbledon gegenüber.

Die eine mit dem festen Willen, Tennisgeschichte zu schreiben. Die andere mit dem festen Willen, ein Grand-Slam-Endspiel "richtig" zu gewinnen, "Game, Set, Match" zu hören nach dem letzten, erfolgreichen Schlag. Auf jeden Fall aber wird der Herzog von Kent die silberne Venus-Rosewater-Dish an eine neue Siegerin überreichen. Weder Mauresmo noch Henin-Hardenne konnten bislang das bedeutendste Tennisturnier der Welt gewinnen.

"Es ist noch ein langer Weg"

Es ist der einzige der vier Major-Titel, der der 24 Jahre alten Belgierin noch fehlt. Nur neun Spielerinnen waren bisher in der Lage, die Turniere in Melbourne, Paris, London und New York zu gewinnen. Zuletzt gelang dies Serena Williams 2002/03. Doch Henin-Hardenne spielt die Chance auf die historische Leistung bewusst herunter: "Mir ist mein sechster Grand-Slam-Sieg wichtiger als das erste Mal Wimbledon, auch wenn es sicher eine große Leistung wäre. Aber daran denke ich, wenn es vorbei ist. Es ist noch ein langer Weg dahin und ein schweres Match."

Der Respekt ist groß vor Mauresmo, obwohl sie im direkten Vergleich mit 5:4 führt. "Gras ist sicherlich Amelies bester Belag", meint Henin-Hardenne. Sie weiß auch noch, wie sie in Australien vorgeführt wurde, trotz der angeblich durch ein entzündungshemmendes Mittel hervorgerufenen Magenprobleme. Sie mag über den Vorfall nicht mehr reden: "Das ist Vergangenheit, ich habe das abgehakt. Jetzt bin ich gesund und fit. Nur das zählt."

Nervenbündel Mauresmo will "Emotionen kontrollieren"

Mauresmo weiß, dass es völlig anders wird diesmal: "Justine will sicherlich Revanche haben", meint die 27-Jährige. Jahrelang galt die Französin als Nervenbündel, das stets kurz vor dem großen Ziel scheiterte. Allein dreimal unterlag sie im Halbfinale der All England Championships. Der Sieg beim Masters in Los Angeles im November und schließlich Australien aber bedeuteten den Durchbruch. Seitdem ist eine Last abgefallen, auch wenn es beim Heimspiel bei den French Open Anfang Juni wieder mal nicht mit dem Titel klappte. "Ich habe gelernt, meine Nerven und Emotionen zu kontrollieren", sagt die Weltranglisten-Erste, die auch im Fall einer Niederlage an der Spitze des WTA-Rankings bleibt.

Nach dem Erfolg "Down Under" wollte Mauresmo eine wertvolle Flasche aus ihrem umfangreichen Weinkeller öffen und mit guten Freunden feierlich trinken. Doch bislang gab es noch keine Gelegenheit dazu. Vielleicht aber nach diesem Wochenende und am liebsten soll es dann noch mehr zu begießen geben als "nur" den Wimbledonsieg. Ihr Blick geht am Sonntag auch nach Berlin: "Ich hoffe auf ein großes Sportwochenende für Frankreich".

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%