Tennis Wimbledon
Venus Williams holt vierten Titel in Wimbledon

Venus Williams hat ihren vierten Titel bei den All England Championships im Wimbledon geholt. Im Finale siegte die US-Amerikanerin 6:4, 6:1 gegen französische Außenseiterin Marion Bartoli.

Zum vierten Mal nach 2000, 2001 und 2005 hat Venus Williams die All England Championships in Wimbledon gewonnen. In ihrem "Wohnzimmer" setzte sich die US-Amerikanerin im Finale des bedeutendsten Tennis-Turniers der Welt gegen die französische Außenseiterin Marion Bartoli mit 6:4, 6:1 durch.

In der Profi-Ära waren nur Martina Navratilova (9 Titel) und Steffi Graf (7) erfolgreicher. Williams zog mit dem Erfolg mit ihrer Landsfrau Billie Jean King gleich. Insgesamt gewann sie ihren sechsten Grand-Slam-Titel.

"Habe immer daran geglaubt"

"Ich habe immer daran geglaubt, dass ich es schaffen kann", sagte Williams nach dem erneuten Triumph, "aber es tatsächlich geschafft zu haben, ist einfach überwältigend." Vergessen waren die Probleme mit ihrer Handverletzung, die zahlreichen Rückschläge im letzten Jahr: "Meine Familie weiß, was ich durchgemacht habe. Es war ein langer Weg zurück. Und ich bin so froh, dass ich heute ein kleines bisschen besser gespielt habe als Marion."

Die Französin hatte im Halbfinale die Weltranglisten-Erste Justine Henin ausgeschaltet, meinte aber nach dem Finale: "Ich habe heute gegen die Nummer eins auf Gras verloren." Sie dankte insbesondere ihrem umstrittenen Vater, der seinen Arztberuf aufgeben hat, um seine Tochter zu trainieren: "Ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen." Walter Bartoli brach daraufhin in Tränen aus und wurde von Venus' Vater Richard Williams umarmt und getröstet.

Bartoli verdaut schwachen Start

Bei erstmals strahlendem Sonnenschein über dem altehrwürdigen Centre Court legte die wesentlich erfahrene Venus Williams in ihrem sechsten Wimbledon-Finale gegen die erstmals im Endspiel stehende Bartoli wie erwartet einen Blitzstart hin und lag schnell mit 3:0 in Front. Aber dann hatte sich Bartoli gefangen, ohne sichtbare Nervosität lieferte sie der Amerikanerin mit ihrer auch beidhändig geschlagenen Vorhand einen offenen Schlagabtausch.

Das Match war zwar das Grand-Slam-Finale mit den am niedrigsten in der Weltrangliste platzierten Spielerinnen seit Einführung des Computerrankings 1975, wurde aber zu einem der besseren Finals der letzten Jahre. Zum 3:2 schaffte Bartoli das Rebreak, der Satz war völlig ausgeglichen. Letztlich scheiterte die Französin an ihrem zu schwachen Aufschlag, den Williams immer wieder attackieren konnte.

Das entscheidende Break im ersten Satz kassierte sie zum 4:6, im zweiten lag sie ebenfalls schnell 0:3 zurück und konnte diesmal nicht mehr zurückkommen, obwohl Williams eine mehrere Minuten dauernde Behandlung am Oberschenkel benötigte und die Partie mit einem dicken Tape zu Ende spielte.

Williams verwertet zweiten Matchball

Nach 1:30 Stunden nutzte Venus Williams ihren zweiten Matchball, machte einen kleinen Luftsprung vor Freude, winkte mit strahlendem Gesicht in alle Richtungen und ganz besonders zu ihrer Loge, wo neben der Familie auch ihr Freund, der Profigolfer Hank Kuehne saß: "Er ist ein toller Typ, er versteht den sportlichen Wettbewerb", sagte Williams.

Als 32. der Weltrangliste ist sie die am niedrigsten notierte Spielerin seit Einführung der Weltrangliste, die jemals in Wimbledon gewinnen konnte. Williams war durch eine Serie von Verletzungen im Ranking abgestürzt. Zuletzt laborierte sie seit Jahresbeginn an einer Handgelenksverletzung. Durch den Erfolg rückt sie im WTA-Computer ab Montag auf Rang 17 und stößt damit erstmals wieder seit einem Jahr unter die Top 20 vor.

700 000 Pfund Preisgeld

Williams kassierte für ihren Sieg ein Preisgeld von 700 000 Pfund (etwa 1,03 Mill. Euro), und damit erstmals die gleiche Summe, die am Sonntag auch der Siege des Herrenfinals zwischen Roger Federer (Schweiz) und Rafael Nadal (Spanien) erhält. Bartoli erhielt 350 000 Pfund (516 000 Euro). Die Französin rückt in der Weltrangliste auf Platz elf vor, der besten Position ihrer Laufbahn.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%