Tennis Wimbledon
Verregneter Wimbledon-Auftakt sorgt für Frust

Die Tennis-Fans mussten am ersten Tag der 121. All England Championships in Wimbledon lange auf den ersten Ballwechsel warten. Wegen des anhaltenden Regens in London begann das Traditionsturnier erst am Nachmittag.

Die Zuschauer versuchten wirklich alles, um sich die Zeit zu vertreiben: Sie lagerten in den Gängen unter dem Centre Court, standen in langen Schlangen vor Verpflegungsständen und Selbstbedienungsrestaurants und drängelten sich in den drei Souveniershops auf der Anlage. Tennis aber bekamen die Fans zum geplanten Auftakt des dritten Grand-Slam-Turniers des Jahres in Wimbledon nicht zu sehen. Als um 12.00 Uhr Mesz die 121. Auflage der All England Championships beginnen sollte, nieselte es mit beinahe diabolischer Zuverlässigkeit aus dicken Wolken.

Ende offen, von Stunde zu Stunde vertröstete Klubsekretär Ian Richie die Zuschauer über die Lautsprecheranlage: "Dies ist für uns alle ein sehr frustrierender Tag." Erst um 14.34 Ortszeit betrat Titelverteidiger Roger Federer, wie auf einer Zeitreise angezogen mit weißem Sakko und langer Hose aus den 20er-Jahren, den Centre Court zu seinem Spiel gegen den Russen Teimuras Gabaschwili. Neun Minuten später begann der Schweizer im leichten Nieseln die Partie, die stets von einer plötzlichen Unterbrechung bedroht war.

Wettervorhersage gibt wenig Hoffnung

Die wettererfahrenen englischen Fans wussten natürlich schon am Morgen, was da auf sie zukommen würde. Obwohl zwischen 7.00 und 8.00 Uhr der Himmel über London Sw19 strahlend blau war, blieb die Schlange für Ground Tickets ungewöhnlich kurz. Normalerweise windet sie sich bis weit in den angrenzenden Wimbledon Park hinein, diesmal war bereits nach mehreren hundert Metern Schluss. Der Wetterbericht verhieß schließlich schon am Sonntag nichts Gutes und verheißt auch für den Rest der Woche Chaos: Erst am Samstag soll es einen trockenen Tag geben.

Und erst 2009 wird die Überdachung des Centre Courts mit einem Schiebedach abgeschlossen sein. Der altehrwürdige Platz präsentiert sich deshalb in diesem Jahr ohne seinen besonderen Zauber. Das Schutzdach für die Zuschauer ist bereits abmontiert, die Bauarbeiten ruhen lediglich während des Turniers.

Klubverantwortliche, Spieler, Fans und Fernsehanstalten werden die Fertigstellung der Arbeiten in zwei Jahren nach diesem Auftakt noch mehr herbeisehnen.

© SID

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