Tennis World Team Cup
Deutschland unterliegt Italien im Tiebreak

Durch eine Niederlage im Doppel hat das deutsche Davis-Cup-Team beim Arag World Team Cup gegen Italien 1:2 verloren. Petzschner und Kas unterlagen Bolelli/Starace 6:2, 3:6, 4:10.

Gastgeber Deutschland muss beim Arag World Team Cup in Düsseldorf um die Final-Teilnahme zittern. Im zweiten Gruppenspiel gegen Italien verlor das deutsche Davis-Cup-Team 1:2 und braucht nun unbedingt einen Sieg gegen Russland, um die Chance auf das insgesamt siebte Finale am Leben zu halten. Parallel müsste Italien am letzten Spieltag der Blauen Gruppe gegen Spanien verlieren, damit Deutschland am Samstag um den Titel im Rochusclub spielen kann.

Den entscheidenden Punkt zum 1:2 gegen Italien verlor das Doppel Philipp Petzschner/Christopher Kas mit 6:2, 3:6, 4:10 gegen Simone Bolelli und Potito Starace. Zuvor hatte Nicolas Kiefer den 1: 1-Ausgleich kassiert. Der 30-Jährige unterlag München-Finalist Simone Bolelli in 2:13 Stunden mit 6:7 (4:7), 6:7 (0:7). Philipp Kohlschreiber (Augsburg) hatte Deutschland bereits am Dienstag mit dem 6:2, 7:6 gegen Potito Starace mit 1:0 in Führung gebracht. Kohlschreiber macht auch am Donnerstag gegen Russland ab 12.30 Uhr den Anfang gegen Michail Juschni.

Seine Leistungen im Rochusclub lässt sich Kohlschreiber nach einer Meldung der Sport Bild angeblich fürstlich entlohnen. 75 000 Euro soll der 24-Jährige für seine drei Einzel in den Gruppenspielen erhalten, das Finale würde noch einmal extra honoriert. Turnierdirektor Dietloff von Arnin dementierte zwar die Zahl, räumte aber ein, es habe mit Kohlschreiber und seinem Manager Ralf Scheitenberger "Vereinbarungen außerhalb des Startgeldes" gegeben.

Kiefer ohne Chance gegen Bolelli

Zumindest hat Kohlschreiber seine Leistung mit zwei Siegen in den Einzeln gegen Spanien und Italien bisher auch gebracht, Kiefer gelang das nicht. Aschfahl im Gesicht und betrübt kommentierte der 30-Jährige das Match gegen den acht Jahre jüngeren Italiener, gegen den er unzählige Chancen ungenutzt ließ: "Er hat mich einfach erdrückt. Ich hatte nie das Gefühl, das Match in der Hand zu haben. " Und das, obwohl "Kiwi" im ersten Satz mit 5:3 und im zweiten nach zwei Breaks mit 5:2 und noch einmal bei eigenem Aufschlag mit 6:5 führte. "Natürlich waren die Möglichkeiten für mich da", sagte der tief enttäuschte Kiefer: "Aber ich habe zu viele Fehler gemacht, um sie auch nutzen zu können."

Simone Bolelli, Nummer 33 der Weltrangliste und damit fünf Plätze über Kiefer notiert, zählt nicht erst seit seinem Finaleinzug in München zu den besten Sandplatzspielern auf der Tour. Im Match gegen Kiefer agierte er von der Grundlinie deutlich variabler als der Deutsche, er hatte die bessere Länge in seinen Schlägen und drängte seinem Kontrahenten nach Belieben sein Spiel auf. "Er hat mich gar nicht zur Entfaltung kommen lassen", klagte Kiefer: "Mein aggressives Spiel am Netz hat er nicht einmal zugelassen."

Wenigstens war Kiefer ehrlich genug, die Stärke des Gegners anzuerkennen und nicht etwa körperliches Unwohlsein als Grund vorzuschieben. "Ich bin körperlich topfit, ich habe mich gefreut, auf den Platz zu gehen", versicherte er, nachdem er im ersten Gruppenspiel gegen Spanien noch wegen eines grippalen Infekts gefehlt hatte: "Das ist auskuriert, ich habe keine gesundheitlichen Probleme mehr."

Und dennoch fand Kiefer in keiner Phase der 2:13 Stunden dauernden Begegnung wirklich ins Match hinein. "Ich hätte auch mit fünf Breaks vorne liegen können und trotzdem nicht das Gefühl gehabt, die Dinge zu kontrollieren", sagte er selbstkritisch. Trotz seiner großen Erfahrung habe er es nicht geschafft, sein Spiel zu variieren, um den Gegner zu verunsichern: "Ich hätte Druck über die Rückhand machen müssen. Das habe ich nicht einmal geschafft.'

© SID

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