Tennis World Team Cup
Kohlschreiber patzt gegen Andreew

Philipp Kohlschreiber hat beim Arag World Team Cup gegen Igor Andreew 4:6, 3:6 verloren. Das deutsche Team liegt gegen Russland damit 0:1 zurück und muss um den Finaleinzug bangen.

Gastgeber Deutschland ist beim Arag World Team Cup in Düsseldorf im dritten und entscheidenden Gruppenspiel gegen Davis-Cup-Finalist Russland mit 0:1 in Rückstand geraten. Philipp Kohlschreiber (Augsburg) verlor sein Auftakteinzel gegen Igor Andreew 4:6, 3:6. Er kassierte damit seine erste Niederlage bei der aktuellen Auflage der Mannschafts-Weltmeisterschaft.

Als er sich nach dem Spiel kaum Fragen zu seinem Spiel ausgesetzt sah, sondern viel mehr auf sein Antrittsgeld angesprochen wurde, reagierte Kohlschreiber irritiert: "Ich war überrascht, dass da schon wieder irgendwas über mich erzählt wird", sagte er genervt.

"Diese Zahl ist einfach falsch"

Er wolle die Angelegenheit aber nicht weiter kommentieren: "Ich bin hier, um Tennis zu spielen, das ist mein Job, und auf den konzentriere ich mich." 75 000 Euro, so berichtete "Sport Bild", soll Kohlschreiber für seine drei Einzel in den Gruppenspielen kassiert haben, eine Summe, die Turnierdirektor Dietloff von Arnim vehement dementierte: "Diese Zahl ist einfach falsch, sie ist vor allem bei weitem zu hoch."

Die Diskussion um Antrittsprämien im Tennis ist keineswegs erst beim World Team Cup entbrannt. Zu Zeiten von Boris Becker, Michael Stich und Steffi Graf ging es bereits um ganz andere Summen als die nun kolportierten 75 000 Euro. Im Davis Cup ist es ebenfalls seit Jahrzehnten an der Tagesordnung, sowohl der Weltverband ITF als auch die Spielervereinigung ATP oder der Deutsche Tennis Bund (DTB) haben daraus nie einen Hehl gemacht. "Es gibt Vereinbarungen zwischen dem Turnier und mir, aber deren Inhalte bleiben auch zwischen dem Turnier und mir", stellte Kohlschreiber klar.

Noch immer Chancen auf das Finale

Er wies nachdrücklich darauf hin, dass ihn das leidige Thema nicht in seiner Konzentration auf die Partie gegen Andreew gestört habe. Und überhaupt, so Kohlschreiber weiter, habe er gegen den unbequemen Russen wahrlich keine schlechte Leistung geboten: "Der Spielverlauf war nicht so deutlich wie es das Ergebnis vermuten lässt." Wie schon beim Davis-Cup-Halbfinale 2007 in Moskau ließ er sich von Andreews unspektakulärem Stil den Schneid abkaufen, zudem wechselte der Russe in wichtigen Situationen blitzschnell in eine schnellere Gangart und überrumpelte damit seinen Gegner. "Er spielt nicht so aggressiv, dass er ständig von der Grundlinie trommelt, aber er ist ungeheuer effektiv", sagte Kohlschreiber.

So effektiv, dass die deutsche Mannschaft vor dem zweiten Einzel zwischen Nicolas Kiefer (Hannover) und Dimitri Tursunow, das am Freitag um 13.00 Uhr beginnt, mit 0:1 im Rückstand liegt. Immerhin ist die Finalchance nach wie vor da, zumal auch Spanien sein erstes Einzel gegen Italien gewann. David Ferrer schlug Potito Starace 6:3, 3:6, 6:3. Deutschland muss gegen Russland gewinnen und auf einen spanischen Sieg gegen Italien hoffen, um sich zum insgesamt siebten Mal für das Finale im Rochusclub zu qualifizieren.

© SID

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