Tennis World Team Cup
Überragender Kohlschreiber besiegt Ferrer

Philipp Kohlschreiber hat die deutsche Mannschaft am ersten Spieltag des Arag World Team Cups in Düsseldorf mit einem Sieg gegen David Ferrer 1:0 in Führung gebracht.

Philipp Kohlschreiber hat bei seinem Auftaktmatch gegen den Spanier David Ferrer fast spielend leicht gewonnen und die deutsche Mannschaft am ersten Spieltag der blauen Gruppe mit 1:0 in Führung gebracht. Gegen den physisch und psychisch kaum anwesenden David Ferrer gewann Kohlschreiber in nur 46 Minuten mit 6:1, 6:0 und hatte anschließend Mühe, seine Leistung richtig einzusortieren: "Ich glaube, jeder hat gesehen, dass Ferrer körperlich und mental platt war. Deshalb möchte ich auch nicht so viel über mein Spiel reden, ich konnte heute eigentlich nichts falsch machen."

Nicolas Kiefer muss am Montag ran

Ein Sieger wird in der Davis-Cup-Revanche zwischen Deutschland und Spanien erst am Montag (ab 13.00 Uhr) ermittelt, wenn Nicolas Kiefer die 1:0-Vorgabe von Kohlschreiber mit in sein Match gegen Linkshänder Feliciano Lopez nimmt. Im Anschluss daran findet auf dem Centre Court 1 das Doppel statt, in dem mit Blickrichtung Olympia in Peking eine Kombination Kohlschreiber/Kiefer durchaus nicht unwahrscheinlich ist. Von der Papierform her sind die Deutschen nicht unbedingt erste Anwärter auf den Turniersieg, aber mit dem Heimvorteil im Rücken, so Kohlschreiber, "sind wir vielleicht so eine Art geheimer Favorit".

Nur gute Erinnerungen an den Arag World Team Cup

Wollte er von seinem eigenen Spiel auch nicht so viel reden, so war Kohlschreiber doch bei einem anderen Thema in bester Plauderlaune. Der Arag World Team Cup sei eines seiner Lieblingsturniere, er habe ausschließlich gute Erinnerungen an Düsseldorf: "Jeder von uns kommt gerne her, es ist eine ganz spezielle Veranstaltung." Wohl auch deshalb hatte der in mehrfacher Hinsicht geschlagene Ferrer Mitleid mit den Zuschauern: "Es tut mir wirklich leid für die Besucher. Ich hatte heute keinen guten Tag, und deshalb haben sie kein gutes Match gesehen."

Wenige Tage vor Beginn der French Open in Paris ist der Weltranglisten-Fünfte nur ein Schatten seiner selbst. Hatte er Kohlschreiber noch beim Davis-Cup-Viertelfinale Mitte April in Bremen alles abverlangt und schließlich den zweiten Punkt für seine am Ende mit 4:1 siegreiche Mannschaft gewonnen, so konnte er an diesem kühlen Sonntag im Rochusclub nicht einmal annähernd an seine übliche Form anknüpfen. "Beim Davis Cup ging es mir echt an den Kragen", erinnerte sich Kohlschreiber recht selbstkritisch: "Deshalb habe ich jetzt auch das Schlimmste befürchtet, aber er war ja eigentlich gar nicht da."

Deshalb war es auch Kohlschreibers größte Sorge, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Dauernd habe er sich gefragt, "mache ich zu viel, mache ich zu wenig", dauernd habe er Bedenken gehabt, einen angeschlagenen Gegner durch eigene Unachtsamkeit ins Match zu holen: "Das ist das Problem, wenn der Mann auf der anderen Seite schwächelt: Man achtet dann nicht mehr so sehr auf sich selbst und hat ganz schnell mal den Faden verloren."

Der rechte Daumen ist kein Problem mehr

Doch Ferrer, den nach eigener Aussage auch noch die rechte Wade zwickte, hätte an diesem Tag wohl in kein Match gefunden. Dafür stand für Kohlschreiber am Ende des sportlichen Schnelldurchgangs nicht nur der erste Punkt für Deutschland, sondern auch die wichtige Erkenntnis, dass der in Hamburg schmerzende rechte Daumen kein Problem mehr ist. "Ich hatte keine Schmerzen, alles war okay", erzählte er: "Deshalb kann ich den weiteren Verlauf der Woche auch locker und entspannt angehen."

Russland hat in der deutschen Gruppe Italien besiegt. In der Blauen Gruppe gewann Igor Andrejew das zweite Einzel gegen Simone Bolelli mit 6:3, 6:7 (2:7), 6:3 und entschied das Duell damit vorzeitig für Russland. Zuvor hatte Michail Juschni mit einem 6:4, 5:7, 6:2 gegen Potito Starace für die 1:0-Führung gesorgt. Das abschließende Doppel findet am Montag statt.

© SID

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