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Grönefeld vor Bewährungsprobe in Berlin

Mit dem Zweitrunden-Match gegen die Kolumbianerin Catalina Castano greift die deutsche Tennishoffnung Anna-Lena Grönefeld heute bei den German Open in Berlin ins Geschehen ein.

In den Top 20 der Weltrangliste weht ein anderer Wind. Die deutsche Tennishoffnung Anna-Lena Grönefeld lernt den Klimawandel zurzeit am eigenen Leib kennen. Am Nebentisch philosophiert die rund 10-Millionen-Dollar-Preisgeld schwere Weltranglistenerste Amelie Mauresmo aus Frankreich, im Erdgeschoss wartet der TV-Sender Eurosport auf sein Exklusivinterview mit dem Mädchen aus Nordhorn. Grönefeld ist angesagt bei den Qatar Telecom German Open in Berlin.

Doch die 19-Jährige hat sich schnell an die neuen Umstände gewöhnt. "Mehr in der Öffentlichkeit zu stehen, bedeutet kein Problem für mich", sagt sie. Die Vorzüge ihrer Weltranglistenposition 14 weiß sie sogar zu schätzen. Beispielsweise die Aussichten auf ein Freilos wie jetzt auch in Berlin. Erst heute steigt die an Nummer sieben gesetzte Grönefeld in Runde zwei gegen Catalina Castano aus Kolumbien ins Turnier ein. Die Wettkampfpause genießt sie angesichts des dichten Spielplans.

"Man hat ein gesundes Verhältnis miteinander

Auch die anderen Top-Spielerinnen der Welt wissen inzwischen, wer ihnen da mit dem blonden Schopf und den strahlend weißen Zähnen bei den großen Turnieren bis in die Wochenenden hinein über den Weg läuft. "Man hat ein gesundes Verhältnis miteinander. Man grüßt sich und merkt, dass einen die anderen respektieren", sagt Grönefeld, die am 30. Januar dieses Jahres erstmals in die Top 20 geklettert war.

In Deutschland fehlt ihr noch der große Durchbruch. Die Chance zur Image-Pflege vergab Grönefeld vor zweieinhalb Wochen beim Fedcup-Viertelfinale gegen die USA, das in Ettenheim trotz der Favoritenrolle für die deutschen Damen 2:3 verloren ging. Da kommt Berlin gerade recht als Ort für Wiedergutmachung. "Bisher hab ich in Deutschland ja noch nicht so überragende Ergebnisse abgeliefert. Das möchte ich unbedingt verbessern", sagt sie.

Gleichzeitig will sich Grönefeld aber auch ein gutes Gefühl holen für ihr persönliches Lieblingsturnier, die French Open, die Ende Mai in Paris beginnen. In Roland Garros gewann sie 2003 den Juniorentitel und startete wenig später ihre steile Kletterpartie in der Weltrangliste.

Trainer Rafael Font de Mora ist die Bezugsperson

Maßgeblichen Anteil an ihrem Erfolg misst sie der Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Rafael Font de Mora bei. Der frühere spanische Profi, der im US-Bundesstaat Arizona eine Tennisakademie leitet, staucht Grönefeld hin und wieder ziemlich lautstark und auch mal mit Kraftausdrücken zusammen. Notfalls auch in Gegenwart anderer. "Manchmal höre ich die Dinge dann nicht so gerne, aber es ist das Beste für mich", sagt Grönefeld. Und das Beste für sie wolle schließlich auch ihr Trainer.

Font de Mora ist gleichzeitig Bezugsperson des Teenagers, der Anfang Juni das 20. Lebensjahr vollendet. Zwar stehen die Eltern und Freunde als Gesprächspartner ebenfalls zur Verfügung, doch zuhause, in Nordhorn, ist Grönefeld kaum noch. Elf Monate im Jahr befindet sie sich entweder auf der WTA-Tour oder in den USA zum Training.

© SID

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