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Hingis tritt wegen Dopingverdachts zurück

Martina Hingis steht unter Dopingverdacht. Der Tennisstar ist offenbar bei den All England Championships im Juli in Wimbledon positiv auf Kokain getestet worden. Sie bestreitet die Vorwürfe und erklärte ihren Rücktritt.

Die glanzvolle Tennis-Karriere des einstigen Shootingstars Martina Hingis hat am Donnerstag ein von Dopingvorwürfen begleitetes unrühmliches Ende genommen. Die Nummer 19 der Weltrangliste gab auf einer Pressekonferenz in einem Züricher Hotel ihren Rücktritt vom aktiven Tennissport bekannt, nachdem sie gleichzeitig einräumte, unter Dopingverdacht zu stehen.

Demnach gibt es von der früheren Weltranglistenersten einen positiven Dopingbefund auf Kokain, der während der All England Championships im Juli in Wimbledon bei einer Routinekontrolle festgestellt wurde. Hingis bestreitet die gegen sie erhobenen Vorwürfe.

"Ich fühle mich hundertprozentig unschuldig"

"Ich bin positiv getestet worden, aber ich habe niemals Drogen genommen. Ich fühle mich hundertprozentig unschuldig", sagte die 27-Jährige, die als Hauptgrund für ihren zweiten Rücktritt nach 2003 gesundheitliche Probleme und Altersgründe angab. Allerdings gaben wohl die Doping-Anschuldigungen den Hauptausschlag für ihre Entscheidung.

"Der Grund, warum ich jetzt diesen Beschluss gefasst habe, ist der, dass ich keine Lust habe, mich mit den Anti-Dopingbehörden zu streiten. Wegen meines Alters und meiner gesundheitlichen Probleme, hatte ich diesen Schritt aber ohnehin erwägt", sagte die einstige Dauerrivalin von Deutschlands Tennis-Königin Steffi Graf.

Hingis gab an, in der Sache ihre Anwälte eingeschaltet zu haben. "Meine Waffen auf dem Tennisplatz waren immer meine Liebe zum Spiel. Toptennis kann man meiner Meinung nach nicht spielen, wenn man unter dem Einfluß von Drogen steht", sagte Hingis, die nach eigenen Angaben selbst einen Test gemacht hat: "Als ich die Vorwürfe gehört habe, ließ ich sofort eine Haarprobe machen. Das Ergebnis war negativ, das selbe Resultat, das ich in den vergangenen zwölf Jahren bei allen Kontrollen hatte."

Der als Martina Hingisova Molitor in Kaschau in der heutigen Slowakei gebürtigen Tschechoslowakin droht bei einer Bestätigung der Dopingprobe eine Sperre. Die Wimbledonsiegerin von 1997 hatte Mitte September in Peking ihr letztes Turnier bestritten und damit ihre Saison beendet. Trotz der Hüftprobleme hatte sie aber damals erklärt, ihre Karriere fortsetzen zu wollen.

Im gleichen Züricher Hotel, in dem Hingis am Donnerstag die Dopingbombe platzen ließ, hatte Hingis im Dezember ihre Rückkehr auf die Tennisbühne nach über zweijähriger Pause angekündigt. Nun scheint das Aus aber endgültig zu sein.

WTA gibt sich überrascht

Überrascht von der Dopingaffäre gab sich am Donnerstag Larry Scott von Damen-Weltverband WTA. "Wir haben keine offiziellen Informationen über den positiven Dopingbefund, den Martina Hingis auf der Pressekonferenz bekanntgab", teilte der WTA-Chef in einem Statement fest.

Scott gab zu bedenken, dass alle Sportler solange unschuldig seien, bis das Gegenteil bewiesen wäre. Er betonte aber, dass die WTA in Sachen Doping eine Null-Toleranz-Grenze habe. Auf jeden Fall sei Martina Hingis immer eine große Sportlerin gewesen.

Die Karriere der Ausnahmespielerin hatte 1994 mit ihren Debüt auf der WTA-Tour begonnen. Der Durchbruch gelang ihr 1997, als sie im Alter von 16 Jahren und drei Monaten als jüngste Spielerin aller Zeiten Grand-Slam-Einzeltitel in Wimbledon sowie den Australian und US Open gewann. Es folgten zwei weitere Einzeltitel 1998 und 1999 bei den Australian Open, zweimal stand sie im Finale der French Open.

Insgesamt führte Hingis 209 Wochen die Spitze der Weltrangliste an, bevor sie im Herbst 2002 nach dem Filderstadt-Turnier wegen einer Fußverletzung zurücktrat. Erst im Sommer 2005 nahm sie das Training wieder auf. Am 3. Dezember 2005 kündigte Hingis ihr Comeback offiziell an und kehrte am 1. Januar 2006 im australischen Brisbane auf die WTA-Tour zurückkehrte. Insgesamt gehen 43 Einzel und 36 Doppeltitel auf ihr Konto.

© SID

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