Texaner Antaki startet für den Libanon
Der Cowboy der Eisrinne

Er sieht aus wie der Koloss von Rhodos, sieht sich aber selbst als der Cowboy der Eisrinne. In Kairo geboren, in Dallas wohnhaft, geht Skeleton-Pilot Patrick Antaki bei Olympia für den Libanon an den Start. Am Freitag wird es für ihn ebenso ernst wie für die deutschen Starter Sebastian Haupt und Frank Rommel.

HB TURIN. Dabei ist Antaki alles andere als ein Exot. "Ich bin ein Kosmopolit", sagt der 127 Kilo-Mann aus Texas, der mit seinen 41 Jahren zu alt für das US-Team war. Also gründete er einen eigenen Skeleton-Verband und geht seit 2002 für Libanon an den Start. "Skeleton ist wie Rodeo. Seit ich es 2002 in Salt Lake City gesehen habe, wollte ich diesen Sport betreiben, egal wie alt ich bin", meint Antaki.

Schuhgröße 48 1/2 und ein Kreuz, das selbst bei den Bobfahrern auffallen würde. Zudem wirkt sein Helm drei Nummern zu klein, denn sein Kinn schaut deutlich unter dem Kopfschutz hervor. Wenn man dann noch seinen blutroten Mundschutz sieht, erkennt man seine sportliche Herkunft. Der robuste Typ mit dem sanften Gemüt war Rugby-Spieler. "20 Jahre habe ich in Dallas diesen Sport betrieben. Daher kommt die Schnelligkeit in den Beinen und die Unerschrockenheit in der Piste", betont Antaki, der in den Trainingsläufen einige seiner jüngeren Kollegen hinter sich ließ.

An seine erste Fahrt 2002 kann sich der Mann aus Texas genau erinnern: "Ich dachte, ich muss sterben." Auf der technisch anspruchsvollen Bahn in Lake Placid am Mount van Hoevenberg stürzte er sich mutig mit dem Kopf zuerst herunter. "Es dauerte nicht lange, da kam der erste Crash, ich verlor den Helm, knallte mit dem Kopf gegen die Bande, prellte mir links und rechts die Schulter und bekam keine Luft mehr. Der Schlitten fuhr ohne mich weiter und überall war Blut in der Bahn", erinnert sich Antaki.

Doch der Ingenieur, der auch das technische Equipment für die Zeitmessungen an den Bob-Bahnen mitentwickelt, gab nicht auf. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in Nagano wurde er 26. Danach holte er sich Bahnerfahrungen beim Asien-Cup oder beim Challenge-Cup. Ständig verbesserte er sich und nach nur vier Jahren erfüllte er sich mit der Teilnahme in Turin seinen olympischen Traum. "Das klingt alles verrückt, aber das sollen nicht meine letzten Spiele sein. In Vancouver möchte ich noch einmal an den Start gehen", sagt Antaki, der auch in den Bergen mit Sandalen unterwegs ist.

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