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Theloke nimmt Sportdirektor Beckmann in die Kritik

Die Kritik von Stev Theloke an Sportdirektor Beckmann sorgt am Rande der WM für Unruhe. "Auf der einen Seite redet Herr Beckmann so, auf der anderen wieder andersherum. Das Vertrauen ist angekratzt", so der Schwimmer.

Schwimm-Europameister Stev Theloke hat durch seine Äußerungen in einem Zeitungsinterview am Rande der Weltmeisterschaften in Montreal für große Unruhe im DSV-Lager gesorgt und Sportdirektor Ralf Beckmann heftig in die Kritik genommen. In der Sport Bild berichtet der Chemnitzer von einem angeschlagenen Verhältnis zu dem Chefcoach und von Fehlern in der Vorbereitung. "Auf der einen Seite redet Herr Beckmann so, auf der anderen wieder andersherum. Das Vertrauen zu ihm ist angekratzt", meinte der 27-Jährige.

Die motivierenden Briefe, die Beckmann vor jeder Großveranstaltung an seine Sportler schickt, habe sich Theloke "noch nicht einmal durchgelesen". "Der Herr Beckmann kann ja immer gut reden, aber letztlich sind es wir Sportler, die da schwimmen müssen. Ich brauche keine Briefe, sondern Trainer oder Funktionäre, die den Sportler unterstützen. Da ist das ganze Gerede Schall und Rauch."

Kritik der Athleten nichts Neues für Beckmann

Theloke, der in Montreal über seine Paradestrecke 50-m-Rücken startet, war am Dienstag mit dem gesamten Schwimm-Team aus dem vorzeitig abgebrochenen Trainingslager in Ottawa nach Montreal gekommen. Auf seine schon zuvor geäußerte Kritik reagierte DSV-Präsidentin Christa Thiel gelassen. "Noch brennt hier gar nichts. Da wollte nur jemand Alarm schlagen", meinte Thiel.

Schon in Ottawa hatte sie Beckmann Rückendeckung geben müssen. Mehrere Athleten hatten die Bedingungen bei dem Vorbereitungslehrgang kritisiert und über schlechte Betreuung aus dem Trainerstab geklagt. Zudem stehen die von Beckmann geplanten Trials als Qualifikation für Großereignisse vor dem Aus. In Montreal sind die Athleten mit den Bedingungen bislang allerdings sehr zufrieden.

Athletenkritik wie nun von Theloke, der sich selbst als späteren Bundestrainer ins Spiel bringt, ist für Beckmann nichts Neues. Nach dem schlechten Abschneiden bei den Olymipischen Spielen in Athen 2004 hatten die Top-Athleten Thomas Rupprath (Hannover) und Hannah Stockbauer (Erlangen) gegen den Coach geschossen, ruderten aber später zurück.

Theloke sieht Ost-West-Konflikt

"Hannah und Ruppi mussten eine offizielle Erklärung für die Öffentlichkeit unterschreiben - so was hätte ich nie gemacht", meint Theloke: "Dabei haben die beiden doch nur gesagt, was alle denken. Aber immerhin haben sie Beckmann den Wind aus den Segeln genommen."

Vor der WM habe es auffällige Nominierungen gegeben, wo Beckmann Sportler aus seinem eigenen Verein (Wuppertal) bevorzugt habe. "Mich hat er in ähnlichen Fällen nicht mitgenommen. Das kann ich nicht nachvollziehen. Als Ost-Sportler habe ich da sowieso immer ein ungutes Gefühl", meinte Theloke, der im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) noch immer einen klaren Ost-West-Konflikt sieht: "Gucken Sie doch einfach mal in den Funktionärsstab. Wie viele Ost-Leute arbeiten denn da? Da ist von Wiedervereinigung wenig zu spüren."

© SID

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