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Theloke schließt Klage gegen DSV nicht aus

Europameister Stev Theloke schließt gerichtliche Maßnahmen gegen den Deutschen Schwimm-Verband nicht aus. Der 27-jährige Berliner war aus disziplinarischen Gründen von der WM in Montreal ausgeschlossen worden.

Europameister Stev Theloke schließt eine Klage gegen den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) nicht aus. Der Europameister war vor der WM in Montreal vom Verband ausgeschlossen worden, weil der 27-Jährige die Vorbereitung und den Sportdirektor stark kritisiert hatte. "Ich mache erst einmal Urlaub, und dann überlege ich mir, ob ich rechtliche Schritte gegen den Verband einleite", sagte Theloke der Sport-Bild: "Ich bin um eine mögliche Medaille gebracht worden. Da geht mir Geld verloren."

Theloke war nur drei Tage vor den Titelkämpfen in Kanada suspendiert worden, weil er die Vorbereitung kritisiert hatte und dabei auch DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann massiv angegangen war. Durch seinen Rauswurf verliert der Sportsoldat unter anderem den Status der Sportförderung in der Bundeswehr.

Theloke für Beckmann "ein tragischer Fall"

Beckmann reagierte auf die Androhung mit Verwunderung und warf dem 27-Jährigen "Realitätsverlust" und "maßlose Selbstüberschätzung" vor. Für den 58-Jährigen ist Theloke inzwischen "ein tragischer Fall. Ich bin noch nichtmal wütend. Eigentlich müsste man ihm helfen, anstatt zu bestrafen, aber eine andere Maßnahme war ja gar nicht möglich", sagte Beckmann dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Dienstag.

In der Nacht zum Dienstag hatte Beckmann nach eigenen Angaben sogar noch eine SMS von Theloke mit besten Wünschen für die folgenden Wettkampftage erhalten: "Und dann kommt wieder so eine Nummer. Da fällt einem wirklich nichts mehr ein", so Beckmann, der einer möglichen Klage gegen den Verband gelassen entgegen sieht: "Da ist der Verband gut aufgestellt."

Theloke sieht das Team auf seiner Seite

Stev Theloke glaubt nicht, dass die Mannschaft geschlossen hinter Beckmann steht. Er habe nach dem Heimflug viele Solidaritätsbekundungen von den Teamkollegen per SMS bekommen: "Ich hoffe, dass irgendwann die Zeit reif ist, dass auch sie ihre Meinung offen sagen - und nicht damit hinterm Berg halten müssen, weil sie Schiss haben, rauszufliegen." Aktivensprecherin Anne Poleska hatte zuletzt hingegen behauptet, dass die Stimmung im Team "intakt" sei.

Theloke, der bei den Titelkämpfen in Kanada über 50m Rücken als Medaillenkanndidat galt, hält sich jetzt einen Start für eine andere Nation offen. "Das überlege ich schon länger. In Monaco würde man mich gerne nehmen", erklärte der Berliner. Auch die Schweiz sei eine mögliche Alternative.

© SID

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