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Thomas Bach steht vor Rückkehr in IOC-Exekutive

Der 51-jährige Thomas Bach will nach 18-monatiger Auszeit wieder in die Exekutive des IOC zurückkehren. Der Fecht-Olympiasieger war nach den Sommerspielen 2004 in Athen satzungsgemäß aus dem Gremium ausgeschieden.

Thomas Bach aus Tauberbischofsheim will nach 18-monatiger Schaffenspause in das Führungsgremium des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zurückkehren. Der 51-Jährige hat nach längerer Bedenkzeit seinen Hut in den Ring geworfen und mit Schreiben an alle IOC-Mitglieder seine Kandidatur Anfang Februar in Turin angemeldet. Dort fällt die Entscheidung auf der IOC-Session drei Tage vor Beginn der Winterspiele.

"Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung dazu beitragen kann, die gute Entwicklung des IOC weiter mitzugestalten. Dies ist nun einmal am besten durch einen Platz in der Regierung möglich", sagte der Fecht-Olympiasieger dem sid. Auch für den deutschen Sport sei es sicher `kein Nachteil´, wenn einer seiner Repräsentanten wieder in der IOC-Spitze verankert wäre.

Die Entscheidung lasse jedoch "in keiner Richtung" Rückschlüsse darauf zu, ob er nach der geplanten Fusion von NOK und DSB auch als "deutscher Sportpräsident" für den künftigen Dachverband zur Verfügung stehe, betonte Bach: "Der Zusammenschluss ist zu wichtig, als dass ich ihn durch eine Personaldiskussion anheizen werde - auch nicht auf diesem Umweg. Die Sache steht über Personen."

Die IOC-Exekutive hatte er bei den Sommerspielen 2004 in Athen satzungsgemäß nach acht Jahren verlassen müssen. Seine Rückkehr würde zum frühest möglichen Zeitpunkt erfolgen. Zu seinen Chancen auf der Session, wo zwei der 15 Plätze in der Exekutive zu vergeben sind, wollte er sich nicht weiter äußern.

Wahl nicht so leicht wie 1996 und 2000

So leicht wie 1996 und 2000, als er jeweils mit großen Mehrheiten in die Exekutive gewählt wurde, wird es für den einstigen Senkrechtstarter diesmal aber mit Sicherheit nicht, denn noch nie wurden Amtsinhaber im IOC abgewählt. Diesmal können die Platzhalter Jim Easton (USA/Vizepäsident) und Toni Khoury (Libanon) nochmals antreten. Während Easton noch zögert, geht Khoury auf jeden Fall wieder ins Rennen. Außerdem haben Ex-Vizepräsidentin Anita Defrantz (USA) und Mario Pescante ihre Bewerbung eingereicht. Die Afro-Amerikanerin dürfte auf die Erhöhung der Frauen-Quote setzen, der Italiener auf seine Hausmacht als Vorsitzender der europäischen Noks. Außerdem kann ihm die Session nur schwerlich ein "Gastgeschenk" verweigern.

Bachs Chancen dürften dennoch nicht schlecht stehen. Der 1991 ins IOC aufgenommene frühere Athletensprecher und renommierte Wirtschaftsanwalt zählt als Vorsitzender der Juristischen Kommission weiter zu den einflussreichsten Mitgliedern, genießt breites Ansehen und den Ruf der Unabhängigkeit. So wurde er nie zur Fraktion um den Spanier Juan Antonio Samaranch gezählt, obwohl ihn der damalige IOC-Präsident sehr gefördert hatte.

Nach dem Bestechungsskandal um Salt Lake City galt Bach als einer der entschiedensten Reformer des IOC. Zuletzt vergab dessen Fernsehkommission unter seiner Regie die europäischen Rechte für 2010/12 an die EBU für 750 Mill. Dollar, was einer Steigerung von fast 40 Prozent entsprach. Sollte dem Deutschen der erneute Einzug in die Exekutive bis 2010 gelingen, könnte er danach nochmals für weitere vier Jahre bis 2014 antreten.

© SID

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