Ticketverkauf
Leichtathletik-WM geht in den Werbe-Endspurt

Mit einer Werbeoffensive wollen die Veranstalter der Leichtathletik-WM in Berlin den Verkauf von Tickets und Logenplätzen vorantreiben. Bisher ist die Nachfrage eher verhalten. Unter den Sportlern wächst die Kritik an der erfolglosen Vermarktung der Wettkämpfe.

BERLIN. Die Organisatoren der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Berlin verstärken ihre Werbeanstrengungen. Eine neue Kampagne mit großflächigen Plakaten, die die Veranstalter mit dem Weltverband IAAF vereinbart haben, soll das Großereignis stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Erst 250 000 von 500 000 Tickets sind bisher verkauft.

Von Athleten und Marketingexperten hatte es immer wieder Kritik an der geringen Präsenz der WM in Deutschland gegeben. Zuletzt meldete sich am Montag Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler zu Wort: „Ich habe den Eindruck, dass in Deutschland – über Berlin hinaus – bei der breiten Masse nicht genug Werbung gemacht wird“, sagte sie. Zuvor hatten sich schon die Olympia-Dritte im Speerwurf, Christina Obergföll, und Weitsprung-Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer ähnlich geäußert.

Ein Grund für die verhaltene Nachfrage sind die hohen Preise für die Eintrittskarten. Das günstigste Ticket für alle neun Wettkampf-Tage in Berlin kostet 350 Euro. Zum Vergleich: Bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona ist die preiswerteste Dauerkarte für sechs Tage für 60 Euro zu haben.

Neben dem schleppenden Ticketverkauf für die Masse hat die WM auch ein Problem mit den teuren Plätzen. Die 24 zum Verkauf stehenden Zehner-Logen im Olympiastadion zum Preis von je 40 000 Euro für neun Tage sowie die drei Zwanziger-Logen für je 80 000 Euro finden kaum Abnehmer. „Das ist unser Sorgenkind“, sagte WM-Geschäftsführer Heinrich Clausen. Wie viele Logenplätze bislang vergeben sind, wollte er allerdings nicht sagen.

Auch die Hamburger Agentur Sportfive, die sich gemeinsam mit dem Organisationskomitee um den Verkauf bemüht, hielt sich bedeckt. Es seien mehr als die in den Medien verbreitete Zahl von sieben Logen vergeben, hieß es lediglich. Clausen erklärte, trotz der Probleme gehe er davon aus, die geplanten Einnahmen von einer Mio. Euro aus dem Bereich „Commercial Hospitality“ erreichen zu können. Grund für die Schwierigkeiten bei der Vermarktung sei die aktuelle Wirtschaftskrise.

Im Interview mit dem Handelsblatt zeigte sich auch Helmut Digel, Vorsitzender der Marketing-Kommission der IAAF, zuversichtlich, dass der Ticketverkauf bald anziehen werde. Die anlaufende Werbekampagne werde dazu einen Beitrag leisten.

Digel wehrte sich zudem gegen die Kritik an der WM-Vermarktung. Hartmut Zastrow, Geschäftsleiter der Kölner Sponsoringberatung Sport + Markt, hatte der von der IAAF beauftragten japanischen Agentur Dentsu vorgeworfen, die Arbeit der nationalen Vermarkter zu behindern. Als Konsequenz fehlten immer noch Sponsoren. Wer jetzt unterzeichne, zahle weniger – und das aus gutem Grund: Weil es bis zum Start der WM nur noch vier Wochen sind, bleibt kaum Zeit, Hospitality-Pakete für Geschäftskunden festzuzurren, oder sich generell als Sponsor der Veranstaltung in Szene zu setzen.

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