Tiger Woods Golf-Star bricht bei Rückkehr auf Profitour ein

Nach fast anderthalb Jahren ohne richtiges Turnier tut sich Tiger Woods schwer bei seiner ersten Runde auf der PGA-Tour. Das Comeback in San Diego könnte vorzeitig enden sein.
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Die Golf-Legende tut sich nach seinem Comeback schwer. Quelle: USA Today Sports
Tiger Woods

Die Golf-Legende tut sich nach seinem Comeback schwer.

(Foto: USA Today Sports)

San DiegoGolf-Star Tiger Woods ist bei seiner Rückkehr auf die PGA-Tour mit einer schwachen Runde in das Turnier in La Jolla bei San Diego gestartet. Der von Rückenproblemen genesene Amerikaner spielte am Donnerstag (Ortszeit) in Kalifornien nur eine 76 und muss als 133. um die Qualifikation für die beiden Runden am Wochenende bangen. Spitzenreiter Justin Rose aus England benötigte für seine Runde 65 Schläge.

Woods brach dagegen nach ordentlichem Start ab dem zwölften Loch ein. Nachdem er bis dahin einen Schlag unter Platzstandard lag, gab er in der Folge sechs Schläge ab und blieb auf dem Par-72-Kurs nach einem Birdie auf der Schlussbahn vier Schläge über dem Platzstandard.

„Ich habe es auf den zweiten neun Löchern aus der Hand gegeben. Und ich habe leider keine guten Schläge gemacht“, sagte Woods, der einmal nach einem seiner missglückten Abschläge seinen Schläger entsetzt fallen ließ. Auf der 15. Bahn fand er seinen Ball nicht mehr wieder und kassierte einen Strafschlag, den er ebenfalls schlecht platzierte. „Ich habe die ganze Zeit Probleme und Fehler gemischt“, sagte Woods, der gehofft hatte, auf der zweiten Hälfte des Kurses weiter nach vorn zu kommen. „Aber dann lief es genau anders.“

Welche Vorurteile stimmen, und welche nicht
Deutschlands ältester Golfer
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Vorurteil Nummer eins: Golfer sind alt.

Fakt ist, die über 60-Jährigen machen den Großteil der Golfer aus. Nur gut 89.000 der deutschen Golfer waren 2013 zwischen 21 und 40 Jahren alt. Der Gruppe der 41- bis 60-Jährigen gehörten 258.000 Männer und Frauen an. 234.000 Golfer sind älter als 61 Jahre.  Das liegt auch daran, dass Golf ein Sport ist, den man bis ins hohe Alter betreiben kann. Ein Vorteil gegenüber anderen Sportarten, der sich in der Statistik deutlich ablesen lässt.

Winstongolf Senior Open
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Vorurteil Nummer zwei: Golf ist elitär.

Der „Kaiser“ beim Golfen: Das Vorurteil stimmt nicht mehr, Golf gilt heute als Breitensport. „Golf ist längst kein elitärer Sport mehr“, sagt Josef Neff, der mit seiner Vitamin C Gesellschaft für Customer & Change Management viele Turniere im Auftrag von Firmen organisiert. „Vor 20 Jahren konnte eine Privatbank, die ein Turnier veranstaltet hat, sicher sein, ihre Zielgruppe ziemlich genau zu treffen.“ Doch das ist heute anders, denn Golf ist mehr und mehr zum Breitensport geworden. „Statistisch sind Golfspieler immer noch überdurchschnittlich gebildet und ausgebildet, verdienen überdurchschnittlich, aber die Zielgruppe ist längst nicht mehr so klar anzusprechen“, so Neff.

A St. Andrews souvenir golf ball is seen on a golf course in London
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Vorurteil Nummer drei: Golf ist teuer.

Auch dieses Vorurteil ist überholt. Über günstige Fernmitgliedschaften, den Club clubfreier Golfer oder öffentliche Clubs lässt sich relativ günstig Golf spielen. Auch die Golfclubs vor Ort, haben die Zeichen der Zeit erkannt. „Eine Jahresmitgliedschaft ist nicht teurer als ein einziger zweiwöchentlicher Skiurlaub“, sagt Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes (DGV). „Aber Golf zu spielen ist natürlich teurer, als sich die Joggingschuhe anzuziehen und durch die Rheinauen zu laufen.“ 

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Ausnahmen bestätigen aber wie so oft die Regel, und das Vorurteil: „Natürlich gibt es Clubs, die noch immer hohe Aufnahmegebühren und auch happige jährliche Beiträge fordern. Aber sie sind in der Minderheit“, so Nothelfer. „Wie in der Automobilbranche gibt es eben auch im Golfsport eine Premiumsegment. Bei Autos würde aber auch keiner auf die Idee kommen, alle Autos seien Luxuskarossen, nur weil die S-Klasse vollausgestattet extrem teuer ist.“

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Vorurteil Nummer vier: Golfer tragen karierte Hosen.
Das ist natürlich Blödsinn, auch wenn es die karierten Hosen immer noch gibt – auch in den aktuellen Kollektionen der Golf-Ausrüster. Sie sind aber selten zu sehen. „Die letzten karierten Hosen habe ich bei einem Retro-Turnier gesehen“, sagt DGV-Präsident Nothelfer. „Da liefen alle in Hosen aus den 30er- und 40er-Jahren rum, also karierte Knickerbocker. Gespielt wurde mit Stahlschäften.“ Und natürlich auf der Tour, denn Profi-Golfer wie der Amerikaner Billy Horschel lieben die knallbunten Beinkleider.

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Vorurteil Nummer fünf: Golf lehrt Demut.

Die deutsche Golfspielerin Sandra Gal in Portland: Dieses Vorurteil stimmt, meint DGV-Präsident Nothelfer: „Auf dem Platz bin ich im ständigen Wettkampf mit mir selbst. Ich muss zeigen, dass ich es heute schaffe, dass ich den Ball treffe, dass ich mein Handicap spiele. Das klappt nicht immer. Wenn wir gestresst und abgelenkt sind, schon gar nicht. Auch deshalb ist Golf eine tolle Sportart für Menschen, die im Job stark unter Druck stehen. Denn Golf entschleunigt.“

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Vorurteil Nummer sechs: Der Golfplatz ist eine Kontaktbörse.

Nirgendwo lernt man wohl Menschen so schnell so gut kennen wie auf einer Golfrunde. In den vier oder mehr Stunden auf dem Platz zeigen Menschen ihren Charakter. Auch das Netzwerken funktioniert hervorragend, denn gerade bei Turnieren werden die Spieler vom Computer bunt zusammengewürfelt. Da wird dann auch die ein oder andere Visitenkarte ausgetauscht.

Beim Turnier in La Jolla an der Pazifikküste ist der einstige Weltranglisten-Erste erstmals seit 17 Monaten und zwei Rückenoperation wieder auf der PGA-Tour dabei. Der 41-Jährige hat in seiner Karriere 14 Major-Turniere gewonnen. Sein australischer Spielpartner Jason Day, der mit Woods und dem Amerikaner Dustin Johnson ein hochkarätig besetztes Trio auf der ersten Runde bildete, bat um Geduld mit dem Rückkehrer. Die Leistung eines Tages könne nach so langer Pause kein Maßstab sein. „Lasst ihn ein Jahr unterwegs sein, lasst ihn spielen, und dann sehen wir weiter“, sagte Day.

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  • dpa
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