Tischtennis Bundesliga
Jörg Roßkopf verlässt TTV Gönnern

Wegen des Ausstiegs eines Sponsors des Tischtennis-Bundesligisten TTV Gönnern muss sich Rekord-Nationalspieler Jörg Roßkopf einen neuen Verein suchen. "Es ist definitiv", sagte der 37-Jährige am Dienstag.

Jörg Roßkopf muss seinen Tischtennis-Klub TTV Gönnern verlassen. Der deutsche Rekordnationalspieler erhielt kurz vor Beginn der EM in Belgrad (25. März bis 1. April) nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League die Freigabe aus seinem bis 2008 laufenden Vertrag. Dies ist die Konsequenz aus dem Ausstieg eines Sponsors der Hessen zum Ende der laufenden Spielzeit. Der künftige Etat ist damit nicht mehr gedeckt.

Die dortigen Sponsoren-Probleme waren bereits für den bevorstehenden Wechsel von Topstar Timo Boll zum Rekordmeister Borussia Düsseldorf ausschlaggebend gewesen. Angesichts einer fünfstelligen Etatlücke durch den Verlust wichtiger Sponsoren schließt Gönnern derzeit sogar einen Rückzug aus der Bundesliga zum Saisonschluss nicht aus

"Mich hat das wie ein Hammer getroffen. Durch Timos Weggang war zwar befürchtet worden, dass so etwas passieren könnte, aber nachdem der Verein noch einen neuen Spieler verpflichtet hatte, hätte ich das nicht mehr erwartet", meinte Roßkopf im EM-Trainingslager der Nationalmannschaft in Frankfurt noch etwas schockiert.

Ex-Europameister war als Spitzenspieler gesetzt

Der ursprünglich als Gönnerns künftiger Spitzenspieler vorgesehene Ex-Europameister, der ebenso wie der ebenfalls vorzeitig freigegebene Serbe Slobodan Grujic noch einen Vertrag bis 2008 besaß, sieht bei der Suche nach einem neuen Verein die Chancen auf eine schnelle Lösung zurückhaltend. "Man will bei einer EM natürlich Klarheit über seine Zukunft haben. Aber Ende März ist ein schlechter Zeitpunkt, weil viele Klubs schon anders geplant haben."

Besonders bitter für Roßkopf: "Ich hatte eine Klausel, dass ich im Falle von Timos Abschied bis Ende 2006 auch hätte gehen könnte. Doch die Angebote, die mir gemacht wurden, habe ich alle ausgeschlagen, weil ich weiter in Gönnern spielen wollte. Jetzt wird die Zeit knapp." Die Wechselfrist läuft am 31. Mai aus: "Schlimmstenfalls muss ich ins Ausland, auch wenn ich das nicht will."

Roßkopf wartet auf sechs Monatsgehälter

Auf die parallel zu seinen Bemühungen um einen Klub laufenden Anstregungen Gönnerns, für Roßkopfs Verbleib bis zur Entscheidung über die Lizenzvergabe am 28. März bei verbliebenen Sponsoren noch eine Aufstockung der zugesagten Summen zu erreichen, will sich der 37-Jährige nicht verlassen. "Ich spiele nächstes Jahr definitiv woanders."

Auch der seit längerer Zeit rote Zahlen erwirtschaftende Klub, bei dem Boll nach Angaben aus Spieler-Kreisen noch auf sechs Monatsgehälter für die laufende Saison wartet, hält eine Schließung seines Haushaltsloches durch neue Partner "nach Timos Weggang nicht für realistisch", wie Schatzmeister Norbert Mai sagte. Er schloss sogar nicht aus, "dass Sponsoren wegen Rossis Weggang ihr Engagement kürzen". Für diesen Fall, so Mai weiter, käme ein kompletter Rückzug des Klubs aus der Bundesliga am Saisonende durchaus in Betracht: "Das wäre bitter, aber die Ultima ratio."

Zur Absicherung für das laufende Lizenzverfahren hat Gönnern zwar einen "zweigeteilten Finanzplan" auch mit einem abstiegsreifen Youngster-Team eingereicht, doch müssen die notwendigen Mittel laut Vorstandsbeschluss bis zur kommenden Woche garantiert vorhanden sein. Mai: "Unsere Konsequenz aus der entstandenden Situation ist eindeutig: Wir wollen unsere Verluste ausgleichen und orientieren uns nur noch an dem Machbaren. Eiertänze wird es definitiv nicht geben."

© SID

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