Tischtennis DM
Boll zum siebten Mal deutscher Meister

Timo Boll hat seine Ausnahmestellung im deutschen Tischtennis bei der DM in Minden eindruckssvoll unter Beweis gestellt. Der Weltranglistenzweite aus Gönnern besiegte Zoltan Fejer-Konnerth im Endspiel 4:0.

Timo Boll aus Gönnern bleibt im deutschen Tischtennis das Maß aller Dinge. Der Weltcupsieger hat in Minden den siebten DM-Titel seiner Karriere eingefahren. Im Finale setzte sich der Weltranglistenzweite und Titelverteidiger glatt mit 4:0 gegen National mannschafts-Kollegen Zoltan Fejer-Konnerth aus Grenzau durch. Bei den Damen trat die 18 Jahre alte Hombergin Zhenqi Barthel durch ihren ersten DM-Erfolg nach einem 4:2 im Endspiel gegen Jessica Göbel aus Bad Driburg die Nachfolge der im Halbfinale gescheiterten Rekordmeisterin Nicole Struse aus Kroppach an.

Boll/Süß unterliegen im Finale

In den Doppeln sicherten sich Bastian Steger/Lars Hielscher (Düsseldorf/Jülich-Hoengen) durch ein 3:1 gegen die Titelverteidiger und WM-Zweiten Boll/Christian Süß (Düsseldorf) sowie Struse/Wu Jiaduo (Kroppach) die Titel. Im Mixed waren bereits am Samstag Barthel und Junioren-Weltmeister Patrick Baum (Gönnern) erfolgreich gewesen.

"Die jungen Aktiven haben besonders bei den Herren, aber durch Barthel auch bei den Damen zu den Stammspielern der Nationalteams aufgeschlossen", resümierte Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig und bescheinigte den nominierten Spielern mit Blick auf die Mannschafts-WM in Bremen (24. April bis 1. Mai) Forschwächen: "Dass einige der Top-Spieler nicht 100 Prozent bringen würden, war vor Minden schon abzusehen. Umso mehr bleibt allerdings noch zu tun."

In den schwachen Ergebnissen des Vorjahres-Zweiten Bastian Steger (Düsseldorf), der Ex-Doppeleuropameisterin Elke Wosik (Busenbach), der Geheimfavoritin Wu Jiaduo (Kroppach) und der weiter im Formtief befindlichen Hoffnungsträgerin Kristin Silbereisen (Busenbach), die sämtlich den Sprung aufs Podium verpassten, sah Schimmelpfennig jedoch auch positive Aspekte: "Es ist einfacher, in den restlichen sieben Wochen bis Bremen eine Top-Form aufzubauen als eine Top-Form zu halten."

"Wenn ich zu einer DM antrete, will ich auch gewinnen"

Keine Topform benötigte Boll, um als erster Spieler seit Jörg Roßkopf 1993 zum sechsten Mal in Folge den Herren-Titel zu holen. Im Finale besiegte der 24-Jährige seinen früheren Doppel-Partner Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau) 4:0, nachdem Boll zuvor das Duell der Doppel-Vizeweltmeister mit dem vier Jahre jüngeren Düsseldorfer Christian Süß 4:2 für sich entschieden hatte. "Wenn ich zu einer DM antrete, will ich auch gewinnen. Für mich hat der Titel auch noch einen Stellenwert", kommentierte der Linkshänder seinen standesgemäßen Erfolg mit nur drei Satzverlusten in vier Spielen.

Unerwartet jedoch hatte Boll, dem nur noch zwei DM-Erfolge zur Einstellung des Rekordes von Conny Freundorfer und Eberhard Schöler fehlen, zuvor mit Süß die Wiederholung des Doppel-Erfolgs von 2005 durch ein 1:3 gegen Steger/Lars Hielscher (Jülich-Hoengen) verpasst. Die weiteren Titel holten die Nationalspielerinnen Nicole Struse/Wu Jiaduo (beide Kroppach) im Damen-Doppel sowie Baum/Barthel im Mixed.

Barthel krönte durch den Titelgewinn einen famosen Auftritt: Die WM-Dritte der Junioren düpierte vor ihrem 4:2-Finalsieg gegen Jessica Göbel (Bad Driburg) nacheinander Silbereisen und im Halbfinale Titelverteidigerin und Rekordmeisterin Struse. Mit zwei Titeln und zudem Bronze im Doppel stieg die von einem deutschen Paar adoptierte Chinesin zur erfolgreichsten Teilnehmerin der DM auf.

Im Rennen um die letzten Plätze in den deutschen WM-Kadern hat die Teenagerin für die Nominierung am Montagabend gegenüber der im Halbfinale gescheiterten Laura Stumper (Busenbach) nunmehr die deutlich besseren Karten. Bei den Herren fällt die Entscheidung über die Besetzung der Position des Ersatzmannes zwischen Baum, der außer Gold im Mixed noch Bronze im Einzel und Doppel gewann, und Jugend-Europameister Dimitrij Ovtcharov.

© SID

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