Tischtennis DM
Favorit Boll setzt sich in Einzel und Doppel durch

Timo Boll hat sich in Chemnitz zwei weitere deutsche Meistertitel gesichert. Im Einzel besiegte der Tischtennis-Profi aus Gönnern Dimitrij Owtscharow mit 4:2, im Doppel siegte er an der Seite von Christian Süß.

Seiner Rolle als Top-Favorit wurde Timo Boll bei der Tischtennis-DM in Chemnitz vollauf gerecht. Der Weltranglistenvierte aus Gönnern gewann zum achten Mal den Titel im Herren-Einzel gewonnen. Durch einen 4:2-Erfolg im Finale gegen den erst 18-jährigen Dimitrij Owtscharow (Tündern) siegte der zweimalige Weltcupsieger als erster Spieler seit dem früheren WM-Zweiten Eberhard Schöler vor 38 Jahren zum siebten Mal in Folge in der "Königsdisziplin". Im Doppel trugen sich die Vizeweltmeister Boll und Christian Süß (Düsseldorf) zum zweiten Mal in die Meister-Liste ein.

Neunter Titel für Struse

Bei den Damen setzte sich Rekordmeisterin Nicole Struse (Kroppach) durch ein 4:1 im Endspiel gegen ihre Nationalmannschafts-Kollegin Elke Wosik (Busenbach) zum neunten Mal gegen die nationale Konkurrenz durch. Die Berlinerin Tanja Hain-Hofmann und Amelie Solja (Fraulautern) siegten im Doppel-Wettbewerb.

"Jeder Titel ist schön. Mir hat es Spaß gemacht, wieder einmal vor deutschem Publikum zu spielen, auch weil ich trotz der klaren Ergebnisse manchmal schon gefordert worden bin, schließlich ist ja jeder gegen mich besonders motiviert und ruft vielleicht sogar 120 Prozent Leistung ab", meinte Boll nach seinem 4:2-Erfolg im hochklassigen Finale.

Der zweimalige Weltcupsieger, der in fünf Matches mit zusammen nur zwei Satzverlusten als erster Spieler seit Schöler vor 38 Jahren zum siebten Mal in Folge siegte und im Doppel mit seinem Vizeweltmeister-Partner Süß zum zweiten Mal den Titel gewann, blickte allerdings auch gleich Richtung Belgrad: "Für die EM war das nochmal ein guter Test. Aber der Feinschliff kommt jetzt erst."

Aus Sicht von Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig vom Deutschen Tischtennis-Bund (Dttb) muss besonders Süß ("Ich fühle mich im Kopf sehr müde") nach seinem Auftakt-K.o. gegen einen Zweitliga-Spieler die drei Wochen bis Belgrad nutzen: "Da liegt noch viel Arbeit vor uns. Ich glaube aber, dass man im spielerischen Bereich gar nicht so viel tun muss. Das ist eine mentale Frage."

Owtscharow überrascht

Erfreut war der Kölner über die Leistung Owtscharows, der erstmals ins DM-Finale einzog und momentan für die EM auf einen Stammplatz im Team der WM-Dritten hoffen kann. "Die DM hat seinen Trend bestätigt. Für ´Dima´ geht es schon länger nach oben", lobte Schimmelpfennig den Youngster.

Bei den Damen dagegen lässt ein Generationswechsel weiter auf sich warten. Die 35-jährige Struse eroberte trotz erheblichen Trainingsrückstands im Duell der ältesten Nationalspielerinnen mit der nur zwei Jahre jüngeren Elke Wosik (Busenbach) durch ein 4:1 den Titel von der im Viertelfinale ausgeschiedenen Hombergerin Zhenqi Barthel zurück. Mit dem Niveau im Damen-Lager, wo Tanja Hain-Hofmann/Amelie Solja (Berlin/Fraulautern) im Doppel gewannen, war Schimmelpfennig zufrieden: "Unsere erfahrenen Leistungsträgerinnen sind schon in einer vielversprechenden Verfassung für die EM."

Positiv fiel in Chemnitz, wo die beiden Hauptturnier-Tage mit jeweils 2000 Zuschauern ausverkauft waren, die Dttb-Bilanz für das veränderte DM-Format aus. "Die Gruppenspiele als Qualifikation sind eine Bereicherung, und das gestrichene Mixed hat niemand vermisst", meinte Schimmelpfennig.

Am Rande der Titelkämpfe gab der Dttb seinen Erfolg bei der Bewerbung um den World Team Cup (WTC) und die Vergabe des Wettbewerbs mit den acht besten Mannschaften der Welt an Magdeburg (5. bis 7. Oktober) bekannt. Mit einem Preisgeld von voraussichtlich 400 000 Dollar würde der WTC, den der Weltverband Ittf zur Erprobung des neuen Spielsystems für die Premiere der Mannschafts-Konkurrenz im Olympia-Programm 2008 in Peking nach elf Jahren wiederbelebt, das höchstdotierte Tischtennis-Turnier der Welt sein. Die Dttb-Herren als Bronzemedaillen-Gewinner der WM 2006 in Bremen sind automatisch qualifiziert, die elftplatzierten Damen sind per Wildcard dabei.

© SID

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