Tischtennis DM: Timo Boll zwischen Formtest und historischem Sieg

Tischtennis DM
Timo Boll zwischen Formtest und historischem Sieg

Bei der Tischtennis-DM in Chemnitz kann Timo Boll mit einem erneuten Titelgewinn in den engsten Kreis der größten deutschen Spieler vorstoßen. Zugleich ist die DM für den 25-Jährigen aber auch ein Formtest vor der EM.

Für Deutschlands Ausnahme-Tischtennis-Spieler Timo Boll bietet die DM in Chemnitz nicht nur die Möglichkeit zu einem weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher, sondern auch die Gelegenheit zu einem Formtest vor der EM. Der Weltranglistenvierte kann im Fall seines nicht ernsthaft zu bezweifelnden Titelgewinns Nummer acht in der ewigen DM-Bestenliste mit "Mr. Tischtennis" Jörg Roßkopf gleichziehen. Boll würde dann nur noch einen Sieg zur Einstellung von Conny Freundorfers (1961) und Eberhard Schölers (1971) Rekord benötigen.

Der 25 Jahre alte Boll vom Champions-League-Sieger TTV Gönnern nutzt das entscheidende Turnier für die Vergabe der Tickets zur WM in Zagreb (21. bis 27. Mai) zugleich zum Formtest: "Mein Höhepunkt ist sicherlich die WM im Mai. Aber nur noch drei Wochen vor der EM in Belgrad habe ich bei der DM die Möglichkeit, meine Verfassung in einem echten Wettkampf zu überprüfen. Danach gibt es nicht mehr so viele Chancen dafür."

Boll auf den Spuren Schölers

Durch einen erneuten Titelgewinn, für den aufgrund einer Modusreform fünf statt bislang vier Matches notwendig sind, würde Boll als erster Spieler seit Schöler 1969 zum siebten Mal in Folge triumphieren. Auf Gegenwehr müsste sich der zweimalige Weltcupsieger wohl erst im Halbfinale einstellen, wo voraussichtlich der Düsseldorfer Christian Süß zum Duell der Doppel-Vizeweltmeister wartet. Der 21-Jährige fügte Boll vor rund sechs Monaten in der Bundesliga die erste Niederlage gegen einen nationalen Rivalen zu und hatte auch vor wenigen Wochen im Rückspiel Matchball gegen den Ex-Europameister.

Beste Medaillenchancen hinter Boll und neben Süß haben nach Roßkopfs Absage wegen Überlastung auch Frankreich-Legionär Torben Wosik (Angers), Bastian Steger (Frickenhausen) und Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau). Mit Spannung erwarten die Bundestrainer den Auftritt von Jungstar Dimitrij Ovtcharov (Tündern), der im Saisonverlauf auch schon international für einige Überraschungen sorgte.

Struse will "ihren" Titel zurück

Bei den Frauen will Nicole Struse (Kroppach) ihren im Vorjahr an die damalige Teenagerin Zhenqi Barthel (Homberg) verlorenen Titel zurückerobern und damit ihren Rekord auf neun DM-Erfolge ausbauen. Die Bestmarke interessiert die frühere Europameisterin, die mehrere Monate mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, jedoch nur wenig: "Ich lebe im Hier und Jetzt und will mich behaupten."

Barthel will in Chemnitz nach ihrem verpassten Sprung ins EM-Aufgebot für Belgrad (25. März bis 1. April) im Konkurrenzkampf mit Elke Wosik, Laura Stumper, Kristin Silbereisen (alle Busenbach) und Wu Jiaduo (Kroppach) zumindest noch auf den Zug nach Zagreb aufspringen. "Der Stamm für die WM steht, aber einige Plätze können durchaus anders besetzt werden als bei der EM", beschreibt Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig die Ausgangslage.

Ihren mit Ex-Jugendweltmeister Patrick Baum (Frickerhausen) gewonnenen Titel im Mixed kann Barthel in Chemnitz nicht verteidigen. Das gemischte Doppel ist aus dem DM-Programm gestrichen worden, weil der Wettbewerb international kaum noch Bedeutung hat und die Aktiven in den vergangenen Jahren auch immer weniger Interesse gezeigt haben.

© SID

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