Tischtennis EM
Boll spaziert bei Heim-EM in Runde drei

Timo Boll hat bei der Tischtennis-EM in Stuttgart ohne Mühe die dritte Runde im Einzel erreicht. Auch im Doppel steht der Weltranglistendritte mit Christian Süß im Achtelfinale.

Timo Boll hat sich am Tag nach dem EM-Triumph mit der Mannschaft auf Kurzarbeit beschränkt. In seinen zwei Doppeln mit Christian Süß sowie seinen ersten beiden Einzeln stand der Titelverteidiger in der Stuttgarter Arena gerade einmal 97 Minuten am Tischtennis-Tisch.

"Das war ein gutes Aufwärmtraining. Zum Glück waren die Gegner noch nicht ganz so stark. Aber das kann sich schnell ändern, ich muss immer hellwach sein", sagte Boll. Mit der Müdigkeit hatte der Weltranglistendritte noch am ehesten zu kämpfen: "Ich konnte es kaum fassen, als heute Morgen der Wecker klingelte. Das Adrenalin musste erstmal raus aus dem Körper, da konnte ich nicht so gut einschlafen."

Das Einspielen stutzten Süß und Boll dann auf ein Minimum zurück, gegen die Armenier Mesrop Ghukasyan und Murad Asatryan reichte es dennoch zu einem lockeren 3:0. Gerade einmal 13 Punkte schenkten die zweimaligen Europameister ihren völlig überforderten Gegnern. Gegen die polnisch-norwegische Kombination Geir Erlandsen und Bartosz Such lief es etwas zäher, dennoch erreichten die Favoriten durch ein 3:1 das Achtelfinale.

Boll muss sich noch steigern

Auch im Einzel gegen den Letten Vladislavs Agurjanovs hatte Boll es eilig. Die Nummer 164 in Europa schöpfte beim glatten 0:4 lediglich im dritten Satz ein wenig Hoffnung, als Boll einen 0:3-Rückstand zuließ. Im zweiten Einzel traf Boll seinen Doppel-Gegner Erlandsen wieder, und wieder überließ er ihm beim 4:1 einen Satz. Überraschend bereits in der zweiten Runde gescheitert ist dagegen Medaillen-Hoffnung Dimitrij Ovtcharov, der dem Spanier Carlos Machado 1:4 unterlag.

Für die ersten Runden stellt Bolls Fitness noch kein Problem dar, nach dem verlorenen Spitzenspiel gegen Michael Maze im Team-Finale wird sich der Champion im späteren Turnierverlauf trotz Rückenproblemen noch steigern müssen. Fragen nach dem Kreuz weicht er eher aus, als jedoch Gerüchte um eine Absage die Runde machten, reichte es dem Linkshänder: "Es gab nie einen Gedanken an eine Absage. Ich weiß, dass ich noch eine Schippe drauflegen muss."

Dass er noch nicht auf höchstem Niveau spielt, hat zu einem großen Teil auch mentale Gründe, wie Boll offen zugibt. "Ich vertraue meinem Körper noch nicht. Viele Automatismen müssen sich erst wieder einstellen", sagte er und dämpfte die Hoffnungen der Fans. "Über weitere Titel mache ich mir keine Gedanken. Ich habe schon vor dem Turnier gesagt, dass ich von Runde zu Runde denke."

Fünf deutsche Duos ausgeschieden

Weniger erfreulich lief dagegen die Doppel-Konkurrenz für die meisten deutschen Spieler. Von sechs gestarteten Duos mit deutscher Beteiligung erreichten nur Boll/Süß das Achtelfinale. Der junge Philipp Floritz (Hilpoltstein) scheiterte als erster von zehn Startern im Einzel.

Auch bei den Frauen lichteten sich bereits die Reihen. Kathrin Mühlbach (Holsterhausen) und Petrissa Solja (Saarlouis) verloren ihr erstes Einzel. Im Doppel schafften die deutschen Meisterinnen Zhenqi Barthel/Kristin Silbereisen sowie Laura Matzke/Mühlbach den Einzug in das Achtelfinale.

Deutschlands Spitzenspielerin Jiaduo Wu (Kroppach) erreichte mit zwei 4:0-Siegen die dritte Runde. Auch Zhenqi Barthel (Holsterhausen) und Kristin Silbereisen (Busenbach) sind im Einzel weiter dabei.

© SID

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