Tischtennis EM
Boll Süß und Ovtcharov haben Medaille sicher

Bei der Tischtennis-EM in Belgrad haben Timo Boll und Christian Süß in der Doppel-Konkurrenz sowie Dimitrij Ovtcharov bereits die Bronzemedaille sicher. Am Samstag hat der Dttb noch drei weitere Medaillenchancen.

Der Deutsche Tischtennis-Bund (Dttb) hat die Medaillen Nummer drei und vier bei den Europameisterschaften in Belgrad sicher. Die Vizeweltmeister Timo Boll/Christian Süß (Gönnern/Düsseldorf) setzten sich in der Doppel-Konkurrenz im Viertelfinale durch und gewinnen damit mindestens Bronze. Im Einzel ist Dimitrij Ovtcharov (Tündern) die Medaille ebenfalls nicht mehr zu nehmen. Nach Gold für die Männer und Bronze für die Frauen in den Mannschafts-Wettbewerben steht der Dttb vor seiner erfolgreichsten EM seit 45 Jahren. Am Samstag bieten sich in den Viertelfinals dem Weltranglistenvierten Boll im Einzel sowie den Doppeln Laura Stumper/Nicole Struse sowie Elke Wosik/Wu Jiaduo (beide Kombinationen Busenbach/Kroppach) insgesamt noch drei weitere Chancen zum Sprung in die Medaillenränge.

Farbe der Medaille soll sich verändern

"Wir wussten, dass wir in guter Form zu den Favoriten gehören, und haben unsere Chance genutzt. Jetzt wollen wir versuchen, dass sich die Farbe der Medaille noch ein bisschen verändert", meinte Boll nach 4:0 gegen die Serben Aleksandar Karakasevic/Slobodan Grujic. Für Boll/Süß bedeutet der Erfolg beim dritten gemeinsamen Start bei EM- oder WM-Turnieren die dritte Medaille.

Am Abend erhielt der Dttb kampflos seine vierte Plakette. Der Viertelfinalgegner des erst 18 Jahre alten EM-Debütanten Dimitrij Ovtcharov, der ehemalige Vizeeuropameister Kalinikos Kreanga aus Griechenland, sagte am Freitagabend seine Partie gegen den jungen Deutschen wegen einer Schulterverletzung ab. Ovtcharov könnte im Halbfinale auf Timo Boll treffen, wenn sich dieser gegen den Slowenen Bojan Tokic durchsetzten sollte.

Vier EM-Medaillen hatte es für den Dttb zuletzt 2003 in Courmayeur gegeben. Sollten die deutschen Aktiven ihre drei weiteren Möglichkeiten zum Gewinn von Edelmetall nutzen, würde der Verband sein insgesamt bestes EM-Resultat seit den zwölf Podestplatzierungen bei den vom Ostblock boykottierten Titelkämpfen 1962 in Berlin erreichen.

Boll hielt als Einzelkämpfer trotz seines ersten Satzverlustes im vierten Spiel beim 4:1 im Achtelfinale gegen den 40 Jahre alten Ex-Weltmeister Jörgen Persson (Schweden) klar Kurs auf seinen zweiten Titel nach 2002, und auch Ovtcharov setzte sein imponierendes EM-Debüt an der Platte mit einem 4:0 gegen den Österreicher Robert Gardos fort. Dagegen verpasste Struse als beste Deutsche im Einzel-Viertelfinale durch ein 2:4 gegen Abwehrspielerin Irina Kotichina (Rssland) eine weitere Medaille.

Struse "musste die Bälle ziehen wie bekloppt"

"Ich musste die Bälle ziehen wie bekloppt, und am Ende fehlte mir die Kraft. Insgesamt habe ich mich unter den für mich nicht optimalen Bedingungen durchgekämpft und die Chancen genutzt, die sich mir geboten haben. Am Schluss hatte ich aber keine Chance mehr", meinte die deutsche Meisterin.

Durch Struses Aus blieben die Dttb-Frauen zum vierten Mal bei kontinentalen Titelkämpfen ohne Einzel-Medaille. Bundestrainer Jörg Bitzigeio hatte sich zwar offenkundig mehr erhofft, zog aber kein negatives Fazit: "Für uns war das ein Turnier der vergebenen Chancen. Schon in der Mannschaft haben wir zwar Bronze gewonnen, aber die Gelegenheit zu Gold ausgelassen. Der Trend hat sich Einzel fortgesetzt. Wir haben aber mit allen Spielerinnen unsere Setzungen erfüllt, deswegen kann man auch nicht unzufrieden sein."

"Es gibt Turniere, die laufen scheinbar wie von alleine"

Hochzufrieden war sein Herren-Kollege Richard Prause vor den Viertelfinals. "Es gibt Turniere, die laufen scheinbar wie von alleine in die richtige Richtung. Das ist bei uns der Fall, wobei wir wirklich auch auf der Euphoriewelle unseres Mannschafts-Titels schwimmen", lautete sein Zwischenfazit.

Aus Prauses Europameister-Quintett hatten neben Boll und Ovtcharov auch Süß und Bastian Steger (Frickenhausen) das Achtelfinale erreicht und damit die stärkste Einzel-Gesamtbilanz deutscher Männer nach 45 Jahren (sechs Dttb-Achtelfinalisten) perfekt gemacht. Lediglich Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf (Gönnern) hatte schon in der Runde der letzten 32 gegen den WM-Dritten Michael Maze (Dänemark) die Segel streichen müssen. Bei den Frauen war für Wosik und Wu im Einzel ebenso wie für Titelverteidigerin Liu Jia (Österreich) im Achtelfinale Endstation.

© SID

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