Tischtennis EM
Boll und Co. auch im Einzel erfolgreich

Die von Timo Boll angeführten Team-Europameister haben bei den kontinentalen Titelkämpfen im Einzel ihre ersten Spiele gewonnen. Im Mixed lief es für die Athleten des Dttb hingegen nicht rund.

Bei der Tischtennis-EM in Belgrad hat sich kein Spieler des neuen Mannschaft-Europameisters eine Blöße gegeben. Angeführt vom Weltranglistenvierten Timo Boll (Gönnern) gewannen alle männlichen Athleten des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) ihre Auftaktpartien. Im Frauen-Turnier erreichte ein deutsches Trio bereits das Achtelfinale.

Boll präsentierte sich am "Großkampftag" für die Dttb-Aktiven mit insgesamt 29 Einsätzen bei seinen ersten zwei Solo-Auftritten besonders souverän und blieb als einziger Dttb-Spieler ohne Satzverlust. Nach einer besseren Trainingseinheit gegen den 467 Positionen tiefer notierten Österreicher Stefan Fegerl siegte der topgesetzte EM-Champion von 2002 auch gegen den weißrussischen Abwehrstrategen Jewgeny Schetinin 4:0, nachdem der zweimalige Weltcupsieger im Mannschafts-Viertelfinale gegen den Würzburger Bundesliga-Profi noch mehr Mühe gehabt hatte.

Boll: "Habe aus dem Mannschafts-Spiel gelernt"

"Ich habe aus dem Mannschafts-Spiel gelernt und habe nicht so wild, sondern kontrollierter gespielt und ihn immer wieder durch ein paar Schupfbälle in seinem Rhythmus gestört", beschrieb der 26-Jährige sein Erfolgsrezept. Die beiden vorangegangenen Doppel-Spiele mit Christian Süß (Düsseldorf) auf dem Weg ins Viertelfinale, wo die WM-Zweiten nur noch ein Sieg am Freitag vom Gewinn ihrer zweiten EM-Medaille nach Bronze 2005 trennt, schien Boll nicht als Belastung empfunden zu haben: "Spiele gegen Abwehr kosten immer mehr Kraft, und ich hätte auch gedacht, dass ich nach vier Spielen einigermaßen groggy wäre. Aber ich fühle mich fit."

Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale muss Boll am Freitag (10.30 Uhr) gegen den Tschechen Marek Klasek antreten. "Ein unangenehmer Gegner und keinesfalls leicht - aber ich weiß, dass er auch nicht gerne gegen mich spielt", meinte der deutsche Meister schmunzelnd.

Neben Boll erreichten aus dem siegreichen EM-Team auch Süß, Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf (Gönnern), Jungstar Dimitrij Ovtcharov (Tündern) und Bastian Steger (Frickenhausen) den dritten Durchgang. Bei den Frauen stehen aus dem angetretenen Dttb-Quartett im Einzel Nicole Struse, Wu Jiaduo (beide Kroppach) und Elke Wosik (Busenbach) sowie im Doppel die Kombinationen Struse/Laura Stumper (Busenbach) und Wosik/Wu in den Achtelfinals.

Baum erster "EM-Tourist"

Die ersten Einzel-Ausfälle waren Stumper sowie Patrick Baum (Frickenhausen). Nach einem "schwarzen Tag" ist der nur für die Individual-Wettbewerbe angereiste Ex-Jugendweltmeister auch der erste EM-Tourist im deutschen Lager, nachdem der 19-Jährige auch in der dritten Doppel-Runde mit Ovtcharov und im Viertelfinale des Gemischten Doppels mit Wu scheiterte.

Durch den verpassten Sprung seines besten Paares in die Medaillenränge der letzten Mixed-Konkurrenz vor der Streichung des Wettbewerbs aus dem EM-Programm ab 2008 bleiben für das deutsche Tischtennis in der Bilanz der 49-jährigen Geschichte der Titelkämpfe sechs Medaillen und damit die geringste Ausbeute in allen bislang sieben Disziplinen stehen. Die letzte EM-Medaille für den Dttb im Mixed holte Jie Schöpp 2000 in Bremen mit dem Griechen Ntaniel Tsiokas, nachdem zuvor Inge Harst 1962 in Berlin mit dem Schweden Hans Alser und 1978 in Duisburg Wilfried Lieck und Wiebke Hendriksen Gold gewonnen hatten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%