Tischtennis EM
Deutsche Euphorie bei Tischtennis-EM in Belgrad

Die deutschen Tischtennis-Asse eilen bei der Europameisterschaft in Belgrad weiter von Erfolg zu Erfolg. Timo Boll hat im Eilzug-Tempo das Viertelfinale erreicht, auch Nicole Struse steht in der Runde der letzten Acht.

Timo Boll hat im Eilzug-Tempo das Viertelfinale bei der Tischtennis-EM in Belgrad erreicht. Dem 26-jährigen Hessen, der seinen zweiten Titel anpeilt, konnten aus dem deutschen Team nur noch Debütant Dimitrij Ovtcharov und Nicole Struse bis in die Runde der letzten Acht folgen.

Aus dem deutschen Europameister-Quintett verabschiedeten nach dem besten Achtelfinal-Ergebnis für den Deutschen Tischtennis-Bund (Dttb) seit 45 Jahren bei den Männern der Düsseldorfer Doppel-Vizeweltmeister Christian Süß und Bastian Steger (Frickenhausen) in der Runde der besten 16 sowie eine Runde zuvor auch Ex-Europameister Jörg Roßkopf (Gönnern) aus dem Einzel-Turnier. Bei den Frauen war für Struses Kroppacher Klubkollegin Wu Jiaduo und Elke Wosik (Busenbach) im Achtelfinale Endstation.

Struse nun gegen Fang yi Xian

Struse dagegen spielt am Freitagabend nach einem 4:2-Arbeitssieg gegen die Französin Fang yi Xian in ihrem sechsten EM-Viertelfinale gegen die Russin Irina Kotichina ebenso wie anschließend Boll und Süß im Doppel um weitere Medaille für das Dttb-Team in Serbien. Ein Sieg nur noch trennt am Samstag bei den Frauen auch die Doppel Struse/Laura Stumper (Busenbach) und Wosik/Wu vom Sprung auf das Podest. Roßkopf und Steger dagegen sind in Serbiens Hauptstadt nur noch Zuschauer.

Boll fühlte sich von seinem ersten Satzverlust beim 4:1 im Achtelfinale gegen den 40 Jahre alten Ex-Weltmeister Jörgen Persson nach dem vorherigen 4:0 gegen den Tschechen Marek Klasek nicht vom Kurs abgebracht. "Es gibt keine richtigen einfachen Spiele mehr, deswegen muss ich weiter von Runde zu Runde steigern. Gegen Persson war es aber insgesamt recht angenehm, auch wenn ich gedacht hatte, dass ich ihn schon 2005 bei der WM in Schanghai in Rente geschickt hätte." Sein nächster Gegner am Samstag ist der Slowene Bojan Tokic vom deutschen Meister TTC Frickenhausen.

"Ich bin einfach locker"

Als Ovtcharov dem Weltranglistenvierten durch ein 4:0 gegen Österreicher Robert Gardos in die Runde der besten Acht gefolgt war, riss der 18-Jährige jubelnd die Arme in die Höhe und feierte damit sein international bislang wertvollstes Ergebnis. "Ich bin einfach locker", verriet der Teenager sein simples Erfolgsrezept. Ovtcharovs letzte Hürde beim Anlauf auf einen Podestplatz gleich bei seiner ersten EM-Teilnahme ist am Samstag der frühere EM-Zweite Kalinikos Kreanga (Griechenland).

Boll, "Dima" sowie Süß (0:4 im Achtelfinale gegen den weißrussischen Titelverteidiger Wladimir Samsonow) und Steger (3:4 gegen Kreanga) hatten durch ihre Einzüge in die Runde der letzten 16 für das beste EM-Ergebnis der Dttb-Männer seit 1962 gesorgt. Vor 45 Jahren in Berlin standen sogar sechs Dttb-Spieler unter den letzten 16, doch hatten die Ostblock-Staaten die Titelkämpfe in der damals geteilten Stadt boykottiert.

"Es gibt Turniere, die laufen scheinbar wie von alleine in die Richtung. Das ist bei uns der Fall, wobei wir wirklich auch noch auf der Euphoriewelle unseres Mannschafts-Titels geschwommen sind. Wichtig ist, dass wir im Viertelfinale nicht nur durch Timo, sondern auch durch Dimitrij eine Chance auf eine Medaille haben", lautete vorläufige Tagesfazit von Bundestrainer Richard Prause.

© SID

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