Tischtennis EM
Deutsche Tischtennis-Frauen enttäuschen bei EM

Im Mannschaftswettbewerb gab es bei der EM nichts zu holen. Die deutschen Tischtennis-Frauen belegten lediglich Rang zehn. Am Mittwoch starten jedoch die Einzelwettbewerbe.

Die deutschen Tischtennis-Frauen haben auch bei der EM in St. Petersburg ein Waterloo erlebt. Während die Niederlande im Finale mit 3:0 gegen Titelverteidiger Ungarn gewann, belegte das deutsche Team nur Rang zehn und lieferte damit ein komplettes Kontrastprogramm zu der erfolgreichen Männer-Mannschaft um Timo Boll. Schon bei der WM im März stand am Ende nur Platz neun, bei Olympia war bereits in der Vorrunde Endstation. Nach den erneut dürftigen Leistungen muss sich auch Bundestrainer Jörg Bitzigeio seinen Kritikern stellen.

"Wir haben dreimal auf den Deckel bekommen, doch ich will weitermachen. Durch die schlechten Ergebnisse steigt meine Motivation nur noch. Ob ich weitermachen darf, liegt allerdings nicht in meiner Hand", sagte Bitzigeio. Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb), will sich erst nach den am Mittwoch beginnenden Individualwettbewerben bilanzierend äußern.

Wu bleibt selbstbewusst und will eine Medaille

Die Tendenz dürfte allerdings dahin gehen, dass der bis Ende des Jahres laufende Vertrag mit Bitzigeio verlängert wird. Denn es bleibt unbestritten, dass seine Frauen in der Zaren-Metropole eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Olmypia-Debakel zeigten. Außerdem fiel in Elke Schall (Fußverletzung) kurz vor der EM eine Schlüsselspielerin aus.

Der Dttb rechnet sich zudem im Einzel eine Medaille aus. Spitzenspielerin Jiaduo Wu (Kroppach) ist an Position drei gesetzt und steckt sich selbst hohe Ziele. "Letztes Jahr war ich unter den letzten Acht, dieses Mal will ich eine Medaille", sagte die 29-Jährige.

Durch einen Erfolg Wus würden auch Bitzigeio Kritiker weniger Wind in den Segeln haben. "Doch was von außen kommt, interessiert mich nicht. Auf der Couch vor dem Fernseher gibt es ja jede Menge Bundestrainer. Für mich ist das Vertrauen des Verbandes wichtig, und das spüre ich", sagte der 31-Jährige.

Bitzigeio: "Da muss man als junger Trainer durch"

Bitzigeio erlebt in seiner dreijährigen Amtszeit als Bundestrainer seine erste Durststrecke. In den ersten beiden Jahren ging es von den Ergebnissen her ständig bergauf. "Jetzt ist es zum ersten Mal schwierig, doch auch da muss man als junger Trainer durch", sagte der Rheinländer. Er hinterfrage sein Programm ständig selbst und werde auch aus der EM seine Schlüsse ziehen.

Personell bleiben ihm zumindest kaum Spielräume. Außerhalb des aktuellen Nationalkaders bietet sich niemand an. Die ehemalige Führungsspielerin Nicole Struse ist unerwünscht, und der deutschen Meisterin Tanja Hain-Hofmann fehlt die internationale Klasse.

Hoffnung sollte Bitzigeio der Nachwuchs machen. Dort steht die 14-jährige Petrissa Solja auf dem Sprung ins Team, die das Talent zu einer europäischen Top-Spielerin hat.

© SID

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