Tischtennis EM
Dttb-Herren marschieren ins EM-Finale

Mit einem deutlichen 3:0-Erfolg im EM-Halbfinale gegen Polen haben die deutschen Tischtennis-Herren in Belgrad das Endspiel erreicht. Im Finale am Dienstag treffen Boll und Co. auf Kroatien, das Rumänien ausschaltete.

Die deutschen Tischtennis-Herren haben bei der Europameisterschaft in Belgrad das Finale erreicht und können somit weiter von ihrem ersten Mannschafts-Gold in der 49-Jährigen EM-Geschichte träumen. Mit dem Weltranglistendritten Timo Boll (Gönnern) an der Spitze feierte der WM-Dritte einen klaren 3:0-Sieg im Halbfinale gegen Polen und trifft im Endspiel am Dienstag (17.00 Uhr) auf Kroatien, das im zweiten Halbfinale Rumänien 3:2 bezwang.

Dttb-Damen scheitern an Ungarn

Für die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) dagegen war der Erfolgsweg in der Vorschlussrunde beendet. Das Team um Rekordnationalspielerin Nicole Struse (Kroppach) unterlag Ungarn 1:3, kann sich aber mit Bronze als seiner ersten Medaille bei internationalen Meisterschaften seit 2002 (Silber bei der EM in Zagreb) trösten.

Boll machte nicht viel Aufhebens aus dem mit mannschaftlicher Geschlossenheit errungenen Erfolg gegen Polen, den Dttb-Präsident Thomas Weikert als "Oberfan" einer kleinen deutschen Anhängerschar im weitgehend leeren Rund der 20 000 Zuschauer fassenden Belgrade Arena in der ersten Reihe wenige Meter hinter der Box begeistert feierte. "Vielleicht brechen wir ja endlich den Fluch. Ich jedenfalls bin erst richtig zufrieden, wenn wir auch den Titel gewonnen haben. Bis dahin ist es für uns nach so vielen vergeblichen Anläufen gleichgültig, ob wir Zweiter werden oder schon im Achtelfinale ausscheiden", sagte der Weltranglistenvierte.

Christian Süß gewinnt entscheidendes Match

Zwei Jahre nach dem bitteren Viertelfinal-Aus bei der EM in Aarhus holte Doppel-Vizeweltmeister Christian Süß durch ein 3:2 im Duell mit seinem Düsseldorfer Klubkollegen Bartosz Such den entscheidenden Zähler zum Einzug ins Finale. Zuvor hatten auch Jungstar Dimitrij Ovtcharov (Tündern) mit dem schon vorentscheidenden Break gegen Polens Topspieler Lucjan Blaszczyk und Boll gegen Daniel Gorak für die beruhigende 2:0-Führung gesorgt. Die beiden künftigen Vereinskameraden von Süß hatten zwar bei ihren Fünfsatz-Siegen durch mehrere Matchbälle ihrer Gegner kritische Situationen zu überstehen, bewiesen aber Nervenstärke.

Zuletzt hatten die Dttb-Herren 2003 in Courmayeur im EM-Finale gestanden und gegen Weißrussland ihre fünfte Niederlage im fünften EM-Endspiel kassiert. In den vier vorangegangenen Finals seit 1980 war auch Generationen mit Spielern wie Wilfried Lieck und Engelbert Hüging der große Wurf mit dem letzten Titel, den der Dttb bei EM-Turnieren noch nicht gewann, versagt geblieben.

Damen holen "nur" Bronze

Mehr als Bronze war vor dem Herren-Sieg für die deutschen Damen nicht drin gewesen. Nach einer 1:0-Führung durch die in ihren sämtlichen vier EM-Einzeln unbesiegt gebliebene Kroppacherin Wu Jiaduo entglitt dem Team von Bundestrainer Jörg Bitzigeio das Match durch zwei Niederlagen von Struse und einen weiteren Punktverlust von Laura Stumper (Busenbach).

"Es ist schade. Wir hatten uns mehr erhofft und wirklich eine Chance ausgerechnet. Aber wir haben eine Medaille gewonnen, und das ist auch etwas wert, auch wenn wir uns wohl erst später richtig darüber freuen können, denn im Moment ist die Enttäuschung noch größer", kommentierte Bitzigeio das Aus.

Struse haderte nach dem geplatzten Titeltraum vor allem mit sich selbst: "Bei mir war irgendwie der Wurm drin. Eigentlich ist es sogar beschissen gelaufen", konstatierte die deutsche Meisterin. Bitzigeio nahm seine Nummer eins jedoch aus jeder Kritik: "So ist Sport. Am Sonntag hat Nicole uns überhaupt erst ins Halbfinale gebracht. Wenn es uns gelingt, dass alle drei Spielerinnen gleichzeitig Topform bringen, sind wir sicher immer ein Titelkandidat."

© SID

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