Tischtennis EM
Skandinavier wollen Team- und Einzel-EM trennen

Einzel- und Teamwettbewerbe der Tischtennis-EM sollen auf Antrag der Nationalverbände Dänemarks, Schwedens und Norwegens getrennt ausgetragen werden.

Erst seit zwei Jahren finden die Tischtennis-Europameisterschaften jährlich statt, jetzt soll der Modus schon wieder geändert werden. Dänemark, Schweden und Norwegen reichen vor dem Kongress des europäischen Verbandes Ettu am Donnerstag eine Resolution ein. Individual- und Team-EM sollen künftig wie bei der WM getrennt ausgetragen werden. Der deutsche Verband Dttb unterstützt den Vorstoß, Änderungen treten aber frühestens 2013 in Kraft.

"Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, weil dadurch die Zahl der Termine reduziert wird", sagt Dttb-Präsident Thomas Weikert: "Unser eigentliches Ziel geht aber noch ein Stück weiter. Denn wir würden gerne zumindest in einem Olympiajahr auf Europameisterschaften verzichten." Doch zunächst muss der erste Schritt vollzogen und das Mammutturnier EM mit acht voll gepackten Spieltagen gestutzt werden. Der Vorschlag der Nordeuropäer sieht vor, dass ab 2013 in ungeraden Jahren die Team- und in geraden Jahren die Individual-EM mit Einzel und Doppel ausgetragen wird.

Spiel um Bronze soll eingeführt werden

Zusätzlich soll ein Spiel um die Bronzemedaille eingeführt werden, derzeit erhalten die Halbfinalverlierer automatisch eine Medaille. Das Turnier soll wie jetzt auch im September stattfinden, jedoch nur noch fünf Tage dauern. Findet sich genügend Unterstützung für die Resolution - und die Chancen dafür stehen nicht schlecht - soll die Reform 2012 beschlossen werden. Vorher ist eine Änderung nicht möglich, da vertragliche Verpflichtungen bestehen.

Rückenwind bekommt das Trio nicht nur vom einflussreichen Dttb, sondern auch von der Expert Group der Ettu. "Da diskutieren wir schon, ob das noch zeitgemäß ist, alles in einer Woche auszuspielen. Wir werden darüber in Stuttgart mit der Ettu reden", sagt Dttb-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig, der dem Ausschuss angehört.

Die Dänen setzten bereits in Stuttgart ein Zeichen und zogen die Meldung ihres Spitzenspielers Michael Maze für das Doppel zurück. Die Belastung wäre einfach zu groß gewesen. Besonders eng wird es in den Olympiajahren. "Da haben die Spieler mit der Qualifikation, den Sommerspielen, WM und EM vier Höhepunkte in einem Jahr", heißt es in dem Vorschlag der Nordstaaten.

Irgendwann, so die Befürchtung, werden die besten Spieler einfach nicht mehr an der EM teilnehmen. Selbst Vielspieler Timo Boll wird seinen Turnierkalender weniger vollpacken als in der Vergangenheit. Ein EM-Verzicht steht nicht im Raum, doch der Europameister hat der Terminhatz mit seinen Rückenproblemen bereits genügend Tribut gezollt.

Eine fünftägige EM käme nicht nur der Fitness der Spieler zugute. Für den Veranstalter ist ein kürzeres Turnier billiger, für das Fernsehen ebenso. Und letzteres braucht der Sport, um noch populärer zu werden.

© SID

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