Tischtennis National
Boll will bei German Open wieder angreifen

Tischtennis-Profi Timo Boll will sich bei den German Open in Bayreuth nach der Weltcup-Pleite in Paris sportlich rehabilitieren. Bei seiner Zukunftsplanung hält sich Deutschlands Aushängeschild jedoch noch bedeckt.

Timo Bolls Ziele sind klar gesteckt: Im Vordergrund steht derzeit die sportliche Rehabilitierung bei den German Open in Bayreuth nach der Weltcup-Pleite in Paris. Der 25-Jährige vom finanziell klammen Champions-League-Sieger TTV Gönnern will sich in vorrangig auf die Wiederholung seines Erfolges 2004 in Leipzig konzentrieren. Dann erst wird sich der Weltranglistendritte mit der Frage um seine Zukunft beschäftigen.

"Ich bin beim Weltcup ja nicht in eine Krise gestürzt, sondern habe nur nicht 100 Prozent bringen können", schildert Boll die Lage aus seiner Sicht: "Vor eigenem Publikum möchte ich aber wieder an die Leistung bei meinem Titelgewinn Ende September bei den China Open anknüpfen."

In Abwesenheit sämtlicher Top-Chinesen und etlicher Weltklasse-Spieler sollte dem Europe-Top-12-Sieger ein Erfolg am Tisch deutlich leichter fallen als seine Zukunftsplanung. "Es gibt noch keine Tendenz", meint das deutsche Aushängeschild nach ersten Gesprächen mit Interessenten wie zuletzt Belgiens Spitzenklub RV Charleroi.

Märte: "Glaube nicht, dass er bleibt"

Gönnern scheint von einem Abschied seines Stars auszugehen, der in Bayreuth auch im Doppel mit dem Düsseldorfer Christian Süß die Setzliste anführt. "Timo weiß, dass das, was wir ihm bisher geboten haben, momentan das absolute Maximum ist. Das reicht aber nicht annähernd an die anderen Angebote heran. Ich glaube deshalb nicht, dass er bleibt", sagt Klubchef Torsten Märte.

Boll muss sich also zwischen einer lukrativen Offerte und der Gewissheit um optimale Bedingungen bei seinem Stammverein für die Vorbereitung auf Olympia 2008 in Peking entscheiden. Ähnliche Voraussetzungen wie bei den Hessen macht der Linkshänder in seinen Verhandlungen mit anderen Klubs zwar auch zur Bedingung, doch weist Gönnerns Erfolgscoach Helmut Hampl auf ein Restrisiko in der Olympia-Saison hin: "Bei einer Veränderung weiß man trotz aller Prüfung der Angebote nicht, wie sich die Wirklichkeit gestalten wird."

So könnte in Verbindung mit Bolls Bodenständigkeit eine Verlängerung des Vertrages nur bis Peking eine zusätzliche Option für den Europameister von 2002 sein. Bolls Klubkollege Jörg Roßkopf zufolge wird Medaillenkandidat Boll zumindest bis Olympia sportliche Rahmenbedingungen über bessere Verdienstmöglichkeiten stellen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Timo ein Jahr vor Peking den Verein wechselt."

Andere Fragen als Boll beschäftigen die Bundestrainer. Im Rennen um die Nominierung für die EM 2007 in Belgrad und die anschließende WM in Belgrad ist Bayreuth eine wichtige Zwischenstation. "Für unsere Aktiven ist das Turnier eine gute Gelegenheit, sich zu präsentieren", erklärt Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig.

© SID

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