Tischtennis National
Leid und Freud für Tischtennisstar Boll

Ärger und Freude hatte Timo Boll mit den Chinesen bei den German Open. Zuerst verlor er das Halbfinale gegen Ma Long, später überreichte ihm die chinesische Delegation verspätet den Pokal für seinen Sieg in Lüttich.

Die Chinesen bereiteten Timo Boll hat bei den German Open in Magdeburg sowohl Leid als auch Feud. Zunächst warf der erst 17 Jahre alte "Wunderknabe" Ma Long den deutschen "Goldjungen" im Halbfinale raus, doch danach brachten die chinesischen Spitzenfunktionäre dem Weltranglistenzweiten aus Gönnern mit drei Wochen Verspätung die Trophäe für den grandiosen Weltcup-Triumph in Lüttich an die Elbe mit.

Das kuriose "Gastgeschenk" brauchte der deutsche Meister ("Schon schön, dass der echte Pokal noch kommt") nach dem 1:4 gegen den erstaunlich reifen Junioren-Weltmeister allerdings gar nicht als Trost: "Ich habe mein Bestes gegeben und muss mir keine Vorwürfe machen. Ich habe ein recht akzeptables Turnier gespielt, obwohl ich wegen der Belastungen der vergangenen Wochen zwangsläufig nicht absolut frisch sein konnte."

Boll: "Ma wird nicht mein Lieblingsgegner"

Boll, der in Lüttich auf dem Weg zum Titelgewinn Chinas komplettes Elite-Trio düpiert hatte und wegen eines Versäumnisses der chinesischen Delegation mit einer Ersatz-Trophäe Vorlieb nehmen musste, sieht in dem noch 47 Plätze tiefer notierten Ma Long nach der zweiten Niederlage im zweiten Duell nach dem Vorrunden-Aus bei den China Open Mitte September einen seiner schärfsten Widersacher: "Ma ist sehr ballsicher und macht für sein Alter erstaunlich wenig Fehler. Er wird mit Sicherheit nicht mein Lieblingsgegner und ein harter Brocken in Zukunft. Die Chinesen werden ihn für Olympia 2008 in Peking pushen."

Die leichte Enttäuschung im Lager des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) über Bolls erfolglose "Operation Titelverteidigung" dämpfte gut fünf Monate vor der Mannschafts-WM 2006 in Bremen (24. April bis 1. Mai) die Freude über ein gutes Gesamtergebnis der einheimischen Asse ein wenig: Zuvorderst stand der Einzug des EM-Fünften Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau) ins Halbfinale nach einem Sieg über "Europe Top 12"-Sieger Alexei Smirnow (Russland), aber auch Bastian Steger (Düsseldorf) überzeugte bis zu seinem Aus im Achtelfinale.

Bei den Damen war Rekordnationalspielerin Nicole Struse (Kroppach) als beste Dttb-Aktive die erste Deutsche in einem German-Open-Viertelfinale seit 2002. Auch Spitzenspielerin Elke Wosik (Busenbach) trumpfte beim Sprung in die Runde der besten 16 gegen Weltklasse-Gegnerinnen groß auf, während die jüngere Garde allerdings etwas hinter den Erwartungen zurückblieb.

Weikert: "Unsere Bilanz ist sehr gut"

"Alles in allem sind wir auf einem guten Weg. Der Dttb-Zug hat Fahrt aufgenommen Richtung Bremen, und Magdeburg hat uns Schwung für diese Fahrt gegeben", resümierte Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig. Auch Dttb-Präsident Thomas Weikert freute sich nicht nur über den German-Open-Zuschauerrekord von insgesamt rund 12 000 Besuchern an drei Tagen: "Unsere Bilanz von Magdeburg ist einfach nur sehr gut."

Boll, der auch im Doppel mit Christian Süß (Düsseldorf) die Hoffnungen auf eine Wiederholung des Vorjahres-Triumphes in Leipzig frühzeitig im Viertelfinale begraben musste, zog unterdessen trotz der Niederlage gegen Ma Long aus seinen vorangegangenen Erfolgen gegen den WM-Dritten Michael Maze (Dänemark/4:0) und den rumänischen "Top 15"-Spieler Adrian Crisan Zuversicht für die nächsten Aufgaben: "Es war klar, dass ich einmal wieder gegen einen Chinesen verliere. Davon geht die Welt nicht unter. Ich versuche nächstes Wochenende, bei den Swedish Open gut zu spielen und im Dezember das Pro-Tour-Finale zu gewinnen." Auch ein anderes Ziel will der Linkshänder im Auge behalten: "Ich möchte weiterhin wieder die Nummer eins der Weltrangliste werden."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%