Tischtennis National: Tischtennis-Star Ovtcharov positiv getestet

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Tischtennis-Star Ovtcharov positiv getestet

Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov ist nach einer positiven A-Probe wegen Dopingverdachts vorerst suspendiert worden. Das gab der Dttb am Mittwoch bekannt.

Jetzt hat auch der deutsche Tischtennnissport seine erste große Doping-Affäre. Timo Bolls Nationalmannschaftskollege Dimitrij Ovtcharov ist nur wenige Tage nach den Europameisterschaften in Ostrau nach einer positiven A-Probe vorläufig suspendiert worden. Das teilte der Deutsche Tischtennis-Bund (Dttb) am Mittwoch mit.

"Ich kann das gar nicht glauben. Ich hoffe für 'Dima' sehr, dass sich seine Unschuld herausstellt", sagte Boll, der mit Ovtcharov über das Sportliche hinaus befreundet ist, dem SID. Ihr Team-Gold von Ostrau dürfen die beiden auf jeden Fall behalten.

Doping-Vorwurf "erschüttert" Dttb-Präsident

Die Dopingkontrolle war am 23. August dieses Jahres an Ovtcharovs Wohnort in Hameln durchgeführt worden und hatte als Befund in der A-Probe die verbotene Substanz Clenbuterol nachgewiesen. "Ich bin erschüttert. Wir müssen nun lernen, damit umzugehen. Ich möchte hier aber nicht spekulieren. Wir folgen nun den Nada-Regeln, denn wir arbeiten und kämpfen für einen sauberen Sport", sagte Dttb-Präsident Thomas Weikert, hauptberuflich Jurist, dem SID. Am 17. September sei der Athlet über den Befund informiert worden.

Mit dem Mittel Clenbuterol war auch die Sprinterin Katrin Krabbe erwischt worden, die damit im Juli 1992 für einen der größten Doping-Skandale der deutschen Sportgeschichte gesorgt hatte. Ovtcharovs Dopingkontrolle war am Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln von Professor Wilhelm Schänzer analysiert worden.



Ovtcharov beantragt Öffnung der B-Probe

Ovtcharov hat derweil bereits die Öffnung der B-Probe beantragt. "Ich habe das bereits getan. Ich werde alles tun, um meine Unschuld zu beweisen", sagte der 22-Jährige dem SID.

Sollte es auch hier einen positiven Befund geben, würde der gebürtige Ukrainer mit einer Zwei-Jahres-Sperre belegt und könnte damit auch nicht bei den Olympischen Spielen 2012 in London starten.

"In bin schockiert und beschwöre öffentlich, dass ich noch nie in meinem Leben eine verbotene Substanz zu mir genommen habe. Ich hatte noch nie in meinem Leben Zugang zu irgendwelchen Dopingmitteln. Mir war nicht einmal geläufig, dass es eine Substanz Clenbuterol gibt", ließ Ovtcharov in einer Stellungnahme über seine Anwälte verlauten.

Eine Erklärung für den positiven Befund hat der gebürtige Ukrainer nicht. "Die Richtigkeit des Analyseergebnisses unterstellt, kann die Substanz deshalb nur durch einen, mir bis heute nicht bekannten Vorgang in meinen Körper gelangt sein", sagte der Ovtcharov, der ab diesem Jahr für den russischen Topklub Fakel Orenburg spielt.

Im relevanten Zeitraum der Dopingkontrolle habe er sich anlässlich der China Open zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft in Fernost aufgehalten. Er sei in der Nacht vom 22. auf den 23. August nach Hause gekommen und dort am selben Tag gegen Abend einer Nada-Dopingkontrolle unterzogen worden. Nach ihm erteilter Information soll Clenbuterol nicht mehr als einige Tage im Körper nachweisbar sein, sagte Ovtcharov. Und deshalb vermutet er: "Es liegt für mich nahe, dass ich im normalen Nahrungsmittelkreislauf, also etwa bei täglichen Fleischmahlzeiten in China, Opfer einer für mich nicht erkennbaren Nahrungsmittelkontamination geworden bin."

Von 2007 bis 2009 an der Seite von Timo Boll

Ovtcharov, der von 2007 bis 2009 in der Bundesliga bei Borussia Düsseldorf an der Seite von Boll spielte, hatte bei der EM im tschechischen Ostrau im Halbfinale gegen Frankreich wegen einer Sehnenverletzung am Knöchel sein Einzel abschenken müssen. Das Mannschafts-Gold des späteren Turniersiegers Deutschland bekam der Weltrangliste-13. aber trotzdem. Und darf es auch in jedem Fall behalten. "Auf die Goldmedaille hat die Affäre keine Auswirkungen. Der Wada-Code sieht vor, dass Ergebnisse einer Doppel- oder Teamentscheidung nur dann annulliert werden, wenn ein Spieler während der betreffenden Veranstaltung positiv getestet wird", sagte Weikert.

Die Nationalmannschaften des Dttb unterliegen der regelmäßigen Kontrolle durch die Nationale Anti Doping Agentur (Nada). Allein der Weltranglistenzweite Boll wurde in den vergangenen drei Monaten sechsmal getestet. Er habe dem Dttb eine umfassende und offene Mitwirkung an dem laufenden Verfahren angeboten, sagte Ovtcharov. Der Olympia-Zweite mit der deutschen Mannschaft bei den Spielen in Peking 2008 hofft, dass sich alles aufkläre und der Albtraum des positiven Dopingstests für ihn bald vorüber sei: "Ich liebe meinen Sport und das sportliche Fairplay. Ich werde immer für einen sauberen, dopingfreien Sport eintreten."

© SID

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