Tischtennis Turnier
Boll schafft Titel-Hattrick

Durch ein klares 4:0 über Wladimir Samsonow hat Timo Boll bei den German Open in Bremen das Finale gewonnen. "Ich bin in der Form meines Lebens", sagte der Tischtennis-Star.

Mit einer Tischtennis-Gala hat Ausnahmekönner Timo Boll seinen einmaligen Heimsieg-Hattrick gekrönt und zugleich eine perfekte WM-Generalprobe abgeliefert. Der Titelverteidiger und dreifache Europameister fegte seinen Dauerrivalen Wladimir Samsonow im Finale der German Open mit 4:0 vom Tisch und feierte damit nicht nur den vierten Triumph nach 2004, 2006 und 2008, sondern auch den dritten Turniersieg in Deutschland in 42 Tagen.

"Ich war niemals besser"

"Ich bin in der Form meines Lebens. So gut war ich wahrscheinlich noch nie. Ich war platt, dennoch ging alles recht einfach. Ich hatte mit mehr Gegenwehr gerechnet", sagte Boll nach einem makellosen Turnier und verwies sofort auf sein nächstes Ziel: "Ich will eine WM-Medaille. Ich fahre mit viel Selbstvertrauen nach Japan. Ich war niemals besser."

Der insgesamt vierte Titelgewinn in sieben Wochen, gleichbedeutend mit dem 16. Erfolg auf der Pro Tour, war fünf Wochen vor Beginn der WM in Yokohama ein weiterer Warnschuss für die chinesischen Topstars, die entgegen jeglicher Absprachen auf die Teilnahme in Bremen verzichtet hatten. Der Erfolg wurde Boll mit 20 000 Dollar Preisgeld versüßt.

Am 8. Februar hatte der weltbeste Tischtennis-Spieler außerhalb Chinas das Europe Top zwölf in Düsseldorf, am 8. März die deutschen Meisterschaften in Bielefeld gewonnen. Zudem sicherte er sich am 22. Februar den Sieg bei den Katar Open.

Turnier im Doppel-Finale abgerundet

Ein perfektes Turnier rundete Boll im Doppel-Finale ab. Mit Partner Christian Süß, der im Einzel-Halbfinale mit einem 0:4 an Samsonow gescheitert war, besiegte er die Japaner Jun Mizutani und Seiya Kishikawa 4:2.

"Ich musste extrem viel ackern, mein Arm ist sehr schwach, aber ich bin sehr zufrieden", sagte Boll. Bundestrainer Richard Prause sprach von einer "perfekten WM-Vorbereitung. Für Timo war es aber auch eine unheimliche Ochsentour."

In der Neuauflage des Top-12-Endspiels verlangte Ex-Europameister Samsonow Boll zunächst alles ab. Dieser jedoch gab fast immer die bessere Antwort und gewann vor 3 000 Zuschauern 11:8, 12:10, 11:6, 11:9.

Reibungslos ins Viertelfinale

Bis zum Viertelfinale war der 28-Jährige durch das Feld spaziert, dort entpuppte sich Chen Weixing (Österreich) aber als schwerer Brocken (4:2). Anschließend war Mizutani kein Prüfstein (4:1).

Bei der WM wird Boll das zehnköpfige Aufgebot des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) anführen. Nach rund zehn Jahren in der Weltspitze soll endlich eine Einzel-Medaille her. "Die Erwartungen sind hoch", sagte Boll. Zweites Highlight des Jahres ist die Heim-EM in Stuttgart im September.

Die Frauen des Dttb präsentierten sich in Bremen in ansprechender Form, obwohl der Finaltag in der Einzelkonkurrenz ohne deutsche Spielerinnen über die Bühne ging. Zhenqi Barthel und Vorjahresfinalistin Jiaduo Wu scheiterten im Viertel-, Kristin Silbereisen im Achtelfinale. Elke Schall verlor zudem mit Wu das Doppel-Finale. Im Einzel siegte die Japanerin Sayaka Hirano. Der Dttb verwies auf die in der Breite erfolgreichsten internationalen deutschen Meisterschaften seit 1961/62. Größte Enttäuschung des Turniers war aus deutscher Sicht die Leistung von Dimitrij Ovtcharov, der nach einer Zweitrunden-Niederlage schon am Freitag frustriert abreiste.

© SID

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